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 E & BJ Capper Nagold 2015-16

 

3. - 4.5.2015

 

 

Kasanlak

Kazanlak

UNESCO-Welterbestätte

UNESCO World Heritage

Nach der etwas enttäuschenden Erfahrung des nachgebauten thrakischen Grabes in Alexandrowo sind unsere Hoffnungen vor dem Besuch in Kasanlak etwas gedämpft.

Kasanlak ist eine Industriestadt mit ca. 70 000 Einwohnern, die besonders für Produkte aus Rosen bekannt ist, aber wir besuchen sie wegen einem Grab.

Visiting the replica Thracian tomb in Alexandrovo was a little bit disappointing, so our hopes before visiting Kazanlak are rather muted.

Kazanlak is an industrial town of about 70 000 inhabitants, which is particularly known for products derived from roses, but our purpose there is to visit a grave.

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Dass wir das Originalgebäude des in der UNESCO-Welterbeliste geführten thrakischen Grabes nicht betreten dürfen, ist keine Überraschung, und das längliche Gebäude mit dem Hinweis ‘Thracian Tomb Original’ ist klar und deutlich verriegelt.

Direkt daneben deutet ein Schild auf die Kopie der Anlage, die nicht weit weg ist.

The fact that we are not allowed into the original building of the Thracian tomb on the UNESCO World Heritage List is no surprise and the long building with the sign 'Thracian Tomb Original' is clearly locked.

Right next to it another sign points to the copy, which is not far away.

 

 

 

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Wir werden im kleinen Museumsgebäude freundlich empfangen und sehen gleich, dass das nachgemachte Grab am Ende des Ganges mit Personen belegt ist.
Im Vorraum des Museums sind Exponate ausgestellt, die wir anschauen, während wir kurz warten, um an die Reihe zu kommen.

Das Grab datiert auf das 4.J.H. v.Chr. und ist Teil einer Nekropole in der Nähe der antiken thrakischen Hauptstadt Seuthopolis (siehe unten).

There is a friendly reception in the small museum building and we see straight away that the copy of the grave at the end of the corridor is occupied with visitors.
In the hall of the museum exhibits are on display which we look at for a while until it is our turn to go in.

The grave dates to the 4th C. B.C. and is part of a necropolis near the ancient Thracian capital of Seuthopolis (see below).

 

 

 

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Die Kopie des Grabes ist im Maßstab 1:1. Der Gang oder Dromos führt durch einen länglichen Vorraum, von dem die spitz zulaufende Decke mit farbigen, teilweise kriegerischen Reiterszenen angemalt ist.

Bei der Entdeckung des Grabes im Jahr 1944 wurden in diesem Vorraum unter anderem die Gebeine eines Pferdes gefunden.

(Siehe auch Link für mehr Beschreibung.)

The copy of the tomb is on a scale of 1: 1. The corridor or dromos leads into an elongated hallway of which the pointed ceiling is painted with coloured warlike riding scenes.

When th tomb was discovered in 1944 among other things the bones of a horse were found in this hallway.

(See link for more descriptive information.)

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Die eigentliche Grabstätte am Ende des Ganges ist ein  runder Raum mit einem nicht sehr hohen Kuppeldach. An der Decke befindet sich diese sehr bemerkenswerte, runde Bemalung mit feinen Details. Es ist eine der besterhaltenen Malereien aus dieser frühhellenistischen Epoche. (Ellis Kopf zeigt den Maßstab.)

Dass dies nur eine Kopie ist, ist kaum zu glauben. Im Gegensatz zur Replik in Alexandrowo ist die Qualität sehr beeindruckend.

Die Grabfunde haben gezeigt, dass in diesem Raum ein Mann und eine Frau begraben wurden, was auch zum Inhalt der Malerei passt (siehe unten).

The actual burial place at the end of the hallway is a circular room with a not very high domed roof. On the ceiling is this very remarkable, round painting with fine details. It is one of the best preserved paintings from the early Hellenistic era. (Elli’s head shows the scale.)

That this is only a copy is hard to believe. Unlike the replica in Alexandrowo the quality is very impressive.

The things found in the grave show that a man and a woman were buried here. The subject matter of the painting, (see below), supports this.

 

 

 

In folgender Bildsequenz bewegt man sich langsam im kompletten Kreis im Uhrzeigersinn.

Die Malerei stellt das Festmahl einer Beerdigung mit Festzug da.
Schöne Pferde werden vorbeigeführt. Es wird musiziert und Gaben werden von Dienern überreicht. Mann und Frau sitzen zusammen an einem kleinen Tisch, wo Obst serviert wird. Jeder hält zart das Handgelenk des anderen, was als Geste der Verabschiedung gedeutet wird.
Insgesamt ist es eine bewegende Szene.

In the following sequence of pictures we move slowly clockwise through 360°.

The painting depicts a funeral feast with procession.
Beautiful horses are led past, music is being played and gifts are presented by servants. A man and a woman sit together at a small table on which fruit is served. Each of them delicately holds the wrist of the other, which is interpreted as a farewell gesture.
In total it is a moving scene.

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Im inneren Ring der Deckenmalerei jagen sich drei Pferdewagen in einem endlosen Wagenrennen, was als eine Darstellung der Ewigkeit interpretiert werden könnte.

Wir sind insgesamt von dem Grab und insbesondere von dieser Malerei sehr angetan.

In the inner ring of the ceiling painting three horse-drawn chariots chase each-other in an endless circular race, which could be interpreted as a representation of eternity.

We are very impressed overall by the grave and in particular by this painting.

 

 

 

Draußen scheint die Sonne und aus der Nähe des Parks €žTyulbeto in Kazanlak, wo sich die Grabanlage befindet, hat man einen schönen Blick auf noch schneebedeckte Berge.

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Outside the sun is shining and from the vicinity of the Tyulbeto Park in Kazanlak, where the grave is located, there is a beautiful view of the mountains which are still snow-capped.

 

 

 

 

 

Wir sind daran interessiert, mehr von den Thrakern zu erleben, und entscheiden uns für einen Besuch des Historischen Museums Iskra im Zentrum von Kasanlak. Wir werden freundlich empfangen und sind froh, dass wir im Museum Fotos machen dürfen, gegen eine geringe Gebühr, versteht sich.

We are interested to see more of the Thracian culture and decide to visit the Iskra Historical Museum in the centre of Kazanlak. Reception is friendly and we are pleased that at last - for a small fee - we are allowed to take pictures in the museum.

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Wir sehen schöne Beispiele der Kunst der Thraker aus Shipka, ca. 12 km von Kasanlak in nördlicher Richtung entfernt. Die Funde werden aus das 4. Jh. v. Chr. datiert.

There are fine examples of Thracian art from Shipka, about 12 km away from Kazanlak in a northerly direction. The findings are from the 4th C. BC.

 

 

 

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Im Svetitsata Tumulus, ein weiterer der vielen Tumuli in der Nähe von Shipka, wurde diese Goldmaske gefunden. (Hier eine Replik.) Sie wiegt über 500g und ist aus purem Gold. Frühere, ähnliche Masken waren nur mit Gold überzogen.
Es ist interessant, die Maske mit der bekannteren Goldmaske des Agamemnon aus Mykene, Griechenland, zu vergleichen. Sie wiegt nur 60g, ist aber dafür ca. 1200 Jahre älter.

Im rechten Bild sieht man sehr fein gearbeitete Eicheln aus Gold, die dem Kapinowo-Schatz aus dem 4. Jh. v.Chr angehören.

This gold mask - this is a replica - was found in the Svetitsata tumulus, another of the many tumuli near Shipka. It weighs about 500g and is made of pure gold. Similar, earlier masks were gold-plated.
It is interesting to compare the mask with the better-known Mask of Agamemnon found in  Mycenae, Greece. That weighs only 60g but is about 1200 years older.

On the right are very finely crafted golden acorns belonging to the Kapinovo treasure from the 4th C. BC.

 

 

 

Bei dieser Rüstung handelt es sich um thrakische Waffentechnik, weitere Details haben wir leider nicht.

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Thracian armour is on display. Unfortunately we don’t have any further information about it.

 

 

 

 

 

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Im Museum sieht man weitere Beweise davon, dass die hohe Kunst der Metallbearbeitung nicht mit den Thrakern ausstarb. Hier sind früh-bulgarische Schätze aus dem 7. - 10. Jh. n. Chr. Es sind Teile eines Goldschatzes aus 23 Objekten und insgesamt fast 10 kg Gewicht, der im Banat im heutigen Rumänien gefunden wurde und der Schatz von Nagyszentmiklós genannt wird.

Der Reiter in dem rechten Bild, der ein bulgarischer Nomadenhäuptling sein soll, wird mit dem heroischen Reiter von Madara verglichen.

 

The museum displays further evidence that the art of metalworking did not die with the Thracians. Here are early Bulgarian treasures from the 7th - 10th C. AD. They are part of a hoard of 23 gold objects with a total weight of nearly 10 kg found in Banat, (today in Romania), called the Treasure of Nagyszentmiklós.

The rider in the right-hand picture is a Bulgarian nomad chieftain who is compared with the heroic Madara Rider.

 

 

 

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Am nächsten Tag fahren wir aus Kasanlak fort in Richtung Norden. In der Nähe von Shipka kommen wir an dem Tumulus Golyama Kosmatka vorbei, sehen das Schild  und wollen wieder ein thrakisches Grab besichtigen. Obwohl wir laut Aushang innerhalb der Öffnungszeiten sind, ist alles zugeschlossen und es ist kein Mensch in Sicht. Das bulgarische Gefühl überkommt uns wieder.

Wir laufen zum Eingang, wo ein beeindruckender, bronzener Kopf hinter den gläsernen Eingangstüren (unten links) ausgestellt ist. Es ist Seuthes III, ein Fürst des thrakischen Stammes der Odrysen, der am Ende des 4. Jh. v. Chr. zur Zeit von Alexander dem Großen lebte. Sein ungestörtes Grab wurde hier 2004 entdeckt. Dabei befanden sich viele Grabbeigaben inklusive des bronzenen Kopfes.
Im historischen Museum in Kasanlak haben wir schon einen leicht unterschiedlichen bronzenen Kopf von Seuthes III bewundert (unten rechts), der wohl das Original ist (oder eine Replik), aber dieser Kopie am Ort der Entdeckung wirkt sehr dramatisch.

The next day we drive on from Kazanlak towards the north. Near Shipka we pass the tumulus Golyama Kosmatka, see the sign and decide to visit another Thracian grave. Although according to the notice board we are within the opening times everything is locked and there is no-one in sight. The Bulgarian experience.

We walk to the entrance where an impressive bronze head is on display behind the glass entrance doors, (bottom left). It is Seuthes III, a prince of the Thracian tribe of Odrysians, who lived at the end of the 4th C. BC at the time of Alexander the Great. His undisturbed grave was discovered here in 2004 with many burial objects in it, including the bronze head.
We have already seen a slightly different bronze head of Seuthes III (bottom right) in the Historical Museum in Kazanlak, which is presumably the original, (or a replica), but this copy at the place of its discovery is very dramatic.

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In der Gegend von Kasanlak sind so viele Monumente der thrakischen Kultur gefunden worden, dass sich der populäre Name ‘Tal der thrakischen Zaren’ etabliert hat. (Link auf Englisch).

Eins dieser Monumente ist die von Seuthes III gegründete Residenzstadt Seuthopolis, wenige Kilometer von Kasanlak entfernt. Diese Stadt wurde erst 1948 während Arbeiten an dem Staudamm für einen Stausee entdeckt, der ein Prestigeprojekt der kommunistischen Regierung war. Es konnte eine Weile geforscht werden, aber bei Fertigstellung des Projektes verschwand die Stadt unter Wasser.
Es bestehen seit 2008 Pläne, das Stadtgebiet von Seuthopolis mit einem großen Betonring trocken zu legen (siehe rechtes Bild). Weitere Forschung und Tourismus sollten möglich gemacht werden. Man liest, dass Gelder angesammelt werden, aber bis jetzt ist nichts vom Plan realisiert worden.

In the area of Kazanlak so many monuments of Thracian culture have been found that the area has become popularly known as the Valley of the Thracian Kings. (Link)

One of these monuments is Seuthopolis, founded as capital by Seuthes III, a few kilometres from Kazanlak. This city was discovered in 1948 during work on a reservoir dam, which was a prestige project for the communist government. Research was possible during the building phase, but upon completion of the project the city disappeared under water.
Since 2008 plans exist to surround the area of Seuthopolis with a large concrete ring and to drain it, (see right image). Further research and tourism would then be possible. Apparently financing is being worked on, but so far nothing of the plan has been realized.

 

 

 

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