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 E & BJ Capper Nagold 2015-16

 

29.4 - 2.5.2015

 

 

Plowdiw

Plovdiv

Nominiert als UNESCO-Welterbestätte

Nominated as UNESCO World Heritage

Von Melnik aus in der südwestlichen Ecke von Bulgarien fahren wir über die Berge nach Plovdiv. Wir lassen das Rilagebirge zu unserer linken Seite und zu unserer rechten Seite zuerst das Piringebirge und danach die Rhodopen. Nach der Bergstrecke gelangen wir am nächsten Tag zur oberthrakischen Tiefebene.

Setting out from Melnik in the south-west corner of Bulgaria we drive over the mountains to Plovdiv. On the left are the Rila Mountains and on our right firstly the Pirin Mountains and later the Rhodope Mountains. After the mountain trip we reach on the next day the Upper Thracian Plain.

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Auf der Strecke sieht man gebietsweise häufig vielköpfige Romafamilien unterwegs.

On the road we quite often see large Roma families.

 

 

 

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Wir kommen dann in Plowdiw, der zweitgrößten Stadt Bulgariens mit ca. 370 000 Einwohner, an und finden einen simplen Campingplatz (mehr später) unweit dieser Einfallstraße von Westen.

Then we reach Plovdiv, the second largest city in Bulgaria with about 370000 inhabitants, and find a simple camping site, (more later), not far from the main road leading into the city from the west.

 

 

 

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Als erstes besuchen wir die Altstadt, die 2004 als UNESCO-Welterbestätte nominiert wurde. Viele der Häuser sind während der Zeit der bulgarischen nationalen Wiedergeburt im 19. Jh. gebaut worden, als die Bewohner der Stadt, noch innerhalb des osmanischen Reiches, wohlhabender und selbstbewusster wurden.

First we visit the old city, which in 2004 was nominated as a UNESCO World Heritage Site. Many of the houses were built during the period of the Bulgarian National Revival in the 19th century, when the inhabitants of the city, still within the Ottoman Empire, were becoming wealthier and more self-confident.

 

 

 

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Viele der prachtvollen Häuser sind liebevoll restauriert worden und sehr sehenswert.

Allerdings, als fotowilliger Tourist muss man in den hübschen, engen Gassen oft warten, bis sich die Autos aus dem Blickfeld entfernt haben.

Many of the magnificent houses have been lovingly restored and are well worth seeing.
However, as a tourist wanting to take photos in the picturesque narrow streets, you often have to wait for cars to get out of the picture.

 

 

 

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Humorvoll gestaltete, lebensgroße Bronzen an verschiedenen Stellen in der Stadt laden zum Knipsen ein.

Humorous life-sized bronzes in various places in the city invite snapshots.

 

 

 

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Dieses schöne Gebäude, das vom 1846 bis 1848 gebaut wurde, dient heute als Teil des Museums der Geschichte der Region. Es werden Dokumente und Artefakte aus der Zeit der nationalen Wiedergeburt aufbewahrt und gezeigt, besonders aus der frühen osmanischen Periode vom 15. - 17. Jh. Sie zeugen vom wachsenden Widerstand gegen die osmanische Herrschaft und insbesondere gegen die aufgezwungene Dominanz der griechischen Sprache und Kirche unter dem Patriarchat von Konstantinopel.

Dem reichen Kaufmann Dimitar Georgiadi wurde das Haus bei seiner Eheschließung mit Elena Kendindenoglu, Tochter eines wohlhabenden Schneiders und Kaufmanns, als Mitgift überreicht. Seitdem wird es das Georgianihaus genannt.

This beautiful building, built between 1846 and 1848, is now part of the Regional History Museum. In it documents and artefacts from the period of National Revival particularly from the early Ottoman period, (15th to 17th C),  are kept and displayed. They testify to the growing resistance to Ottoman rule and in particular against the imposed dominance of the Greek language and church through the the Patriarchate of Constantinople.

The house was given to the rich merchant Dimitar Georgiadi as dowry on his marriage to Elena Kendindenoglu, daughter of a wealthy tailor and merchant. Since then it is called the Georgiani House.

 

 

 

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Elli bemüht sich, ein gitterloses Bild des ethnographischen Museums zu ergattern. Rechts das Ergebnis.

Das Museum befindet sich in den Räumen des Kuyumdzhieva-Hauses, gebaut 1847.

Elli tries to get a bar-less picture of the Ethnographic Museum. The result is on the right.

The museum is located in the Kuyumdzhieva House, built in 1847.

 

 

 

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Im langsam nachlassenden Abendlicht ist dieser blühende Blauregen (Wisteria) noch ein bunter Blickfang.

Despite the failing evening light this flowering wisteria is still a colourful eye-catcher.

 

 

 

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Oberhalb der Altstadt liegt das historische Gebiet der alten Zitadelle auf dem Hügel Nebet Tepe (Link ist auf Englisch).

Im rechten Bild sieht man einen Teil der modernen Stadt vom Hügel aus. Was im Vordergrund wie eine östliche Kirche aussieht, ist Chifte Banya, ein früheres türkisches Bad aus dem 16. Jh., das jetzt ein Kunstzentrum beherbergt.

Above the old town on the hill Nebet Tepe is the historical old citadel area.

In the right picture you see part of the modern city from the hill. The eastern church-like building in the foreground is Chifte Banya, a former Turkish bath dating from the 16th C,  which is now art centre.

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Hier auf Nebet Tepe befand sich eine Siedlung des thrakischen Stammes der Bessi. (Siehe Wikipedia über Plowdiw.) Sie wurde von Phillip II von Mazedonien (Vater Alexanders des Großen) 341 v.Chr. erobert, der der Stadt den Namen Philippopolis gab, und dessen Grab wir bei Vergina (Aigai) in Griechenland bewundert haben.

Später übernahmen die Thraker wieder die Kontrolle, bis die Römer kamen und die Stadt 72 v.Chr. eroberten.
Die Stadt wurde für die Römer und auch spätere Kriegsheere strategisch sehr wichtig, da sie auf der Via Militaris lag, der römischen Straße vom Balkan nach Konstantinopel, die lange Zeit die einzige Festlandroute zwischen Orient und Okzident war.

Here on Nebet Tepe there was a settlement of the Thracian tribe of the Bessi. (See Wikipedia about Plovdiv). It was conquered by Phillip II of Macedon, (father of Alexander the Great), in 341 BC., who gave the town its name Philipopolis and whose grave we admired in Vergina (Aigai) in Greece.

Later the Thracians regained control until the Romans came and conquered the city in 72 BC.
The city was strategically very important for the Romans and also for later armies, as it was situated on the Via Militaris, the Roman road from the Balkans to Constantinople, which for a long time was the only mainland route between the East and the West.

 

 

 

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Das römische Theater von Philippopolis in der Altstadt von Plowdiw ist eins der besterhaltenen der Welt. Es wurde ca. 116 - 7 n. Chr. während der Herrschaft des Kaisers Trajan gebaut. Es liegt zwischen dem Dschambas Tepe und dem Taksim Tepe, nach Nebet Tepe (siehe oben) die zwei weiteren Hügel der von den Römern Trimontium (drei Hügel) genannten Stadt. Heute wird trotzdem der ältere mazedonische Namen Philippopolis in Zusammenhang mit dem Theater benutzt.
Das Theater bot Platz für bis zu 7000 Zuschauer, und es finden hier heute immer noch Veranstaltungen statt.

Von den höheren Rängen hat man eine schöne Aussicht über die restlichen Säulen der eigentlichen Theaterkulisse hinweg zur Naturkulisse des Rhodopengebirges im Süden.

The Plovdiv Roman theatre in the old town is one of the best preserved in the world. It was built in about 116 - 7 AD in the reign of Emperor Trajan. It is situated between the Dschambas Tepe and the Taksim Tepe, the other two hills, (after Nebet Tepe, see above), of the three hills referred to in the name Trimontium given to the city by the Romans. However, today the older Macedonian name Philipopolis is still used in connection with the theatre.
The theater could seat up to 7,000 spectators and today events are still held here.

From the higher rows of seats you have a beautiful view beyond the remaining columns of the old theatre backdrop to the distant natural scenery of the Rhodope mountains in the south.

 

 

 

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Nur 200m Luftlinie vom Theater entfernt und mitten in einem belebten Einkaufsgebiet stößt man unerwarteterweise auf die Reste des römischen Stadions von Philippopolis. Die Integration der alten und neuen Elemente ist städtebaulich mit verschiedenen Ebenen charmant gelöst, und das Stadion wirkt wie ein Ruheraum inmitten der beschäftigten Stadt.

Was vom Stadion übrig blieb, sind die guterhaltenen Zuschauerränge in der Kurve am Ende der Laufstrecke. Ein Bild an der Mauer (unterhalb des kleinen Restaurants) zeigt, wie sich die Bahn des Stadions von hier aus ausgestreckt hat. Ein Vergleich mit dem obigen Bild zeigt, dass die moderne Fürst-Alexander I-Einkaufsstraße weitgehend der Strecke des früheren Stadions folgt.

Only 200 metres away from the theatre and in the middle of a busy shopping area we discover quite unexpectedly the remains of the Roman Stadium of Philipopolis. The integration of old and new elements at their different levels is a charming example of urban planning. The stadium is an oasis of peace in the middle of the busy city.

What remains of the stadium are the well-preserved spectator stands in the curve at the end of the running track. A picture on the wall, (below the small restaurant), shows how the running track of the stadium stretched out from here. A comparison with the picture above shows that the modern Prince Alexander I shopping street largely follows the track of the former stadium.

 

 

 

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Ein Blick in die andere Richtung zeigt den alten Eingang zum Stadion und im Hintergrund eine Moschee, die wir als nächstes besuchen.

In the other direction we see the old entrance to the stadium and in the background a mosque, which we visit next.

 

 

 

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Die Dzuhumaya Moschee wurde zwischen 1421 und 1451 gebaut und ist eine der ältesten osmanischen Kultgebäude auf dem Balkan. Sie ist schon die zweite Moschee, die an dieser Stelle gebaut wurde. Das erste Gebäude wurde wiederum direkt nach der osmanischen Eroberung ca. 1364 auf der Stelle der vorigen Kathedrale errichtet.

Der große Innenraum mit Wandmalereien von ca. 1800 misst 33 x 27 m. Die Moschee hat 9 Kuppeln und ein Minarett.

The Dzhumaya mosque was built between 1421 and 1451 and is one of the oldest Ottoman religious buildings in the Balkans. It is the second mosque that was built on this site. The first building was built directly after the Ottoman conquest in about 1364 on the site of the previous cathedral.

The large interior with murals dating to about 1800 measures 33 x 27m. The mosque has a minaret and nine domes.

 

 

 

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Ein weiteres Highlight von Plowdiw war für uns das Archäologische Museum (l), wo wir insbesondere die sehr sehenswerten Goldschätze (im Original) und andere Gegenstände der Thraker bewundert haben

Fotographieren im Museum ist leider verboten, aber als Ersatz bieten wir (rechts) dieses nachgebaute Trinkgefäß, das in der Fußgängerzone der Fürst Alexander I-Straße als Wasserfontäne dient. Das (kleinere) Original, das zu dem Goldschatz von Panagjurischte, ca. 300 v. Chr., gehört, hatten wir vorher im Museum gesehen.

Quer gegenüber des Museums entdecken wir das Restaurant India (unten), probieren es gleich aus und finden es so gut, dass wir ein paar Tage später wieder kommen.

Another highlight of Plovdiv for us was the Archaeological Museum (l). There we admired in particular very remarkable original gold treasures and other Thracian objects.

Photography is unfortunately forbidden in the museum, but as a substitute, we have on the right a picture of this replica drinking vessel, which serves as a water fountain in the pedestrian precinct of Prince Alexander I Street. The original, (smaller), belongs to the Panagyurishte treasure, ca. 300 BC, that we previously saw in the museum.

On the opposite corner from the museum we discover the Restaurant India (below), try it out and find it so good that we come back again a few days later.

 

 

 

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In der Fußgängerzone gibt es unerwartete Gefahren (l), aber sehr freundliche Leute. Die Betreiber der Dönerbude (r) setzen sich humorvoll extra in Pose.

In the pedestrian zone there are unexpected dangers (l) but very friendly people. The people at the kebab stall (r) laugh and are pleased to pose for a picture.

 

 

 

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Zuletzt zeigen wir interessehalber das etwas simple, aber für uns ausreichende Campingplatzgelände (l).

Eine ungewöhnliche Besonderheit ist, dass der Platz auch als Bordell dient (r). Wir wurden nur einmal durch den Betrieb gestört, als ein etwas angeheiterter Besucher spät abends bei uns angeklopft hat, um nach Feuer zu fragen.

Abgesehen davon waren wir von Plowdiw sehr angetan und erlebten es als eine schöne, freundliche und lebendige Stadt mit vielen interessanten Highlights.

Finally, just for interest we show a view of the camping site (l), simple but sufficient for our needs.

An unusual feature of the camping site is that it also serves as a brothel (r). We were only once disturbed by proceedings, when a somewhat tipsy visitor knocked on the camper late in the evening to ask for a light.

Aside from that, we much enjoyed Plovdiv and found it a nice, friendly and lively city with many interesting highlights.

 

 

 

 

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