Pula
19.4.2004

 

Pula ist eine lebendige Hafenstadt ohne musealen Charakter. Schon die Römer entdeckten ihre strategische Bedeutung und hinterließen überall in der Stadt verstreut beeindruckende Gebäude. Auf diesem Bild sehen wir den Triumpfbogen der Sergier, den die Römerin Salvia Postums ihrem Mann nach der Schlacht bei Aktium (30 v.Chr.) schenkte. Heute bildet er das Eingangsportal zur reizvollen, verwinkelten Altstadt.

The Roman triumphal Sergier gate was dedicated by Salvia Postuma to her soldier husband Sergius Lucius after the battle of Actium in BC 30. It now frames one of the ways into the old centre of Pula.

Schon bald stoßen wir auf das Amphitheater, eines der 5 größten der Welt. 20-23000 Personen fanden darin Platz. Unter Vespasian wurde es zeitgleich mit dem Kolosseum in Rom errichtet.

On our tour through Pula we soon reached the highlight - the Roman amphitheatre. Built in the time of Vespasian (at the same time as the Colosseum in Rome), it was one of the largest in the world, seating 20-23000. We were fascinated by it.

Die schiere Ausdehnung und Steinmasse des Theaters sind erdrückend, und doch herrscht heute innerhalb der steinernen Ellipse eine fast kontemplative Atmosphäre, die in eine eigenartige Spannung gerät zu unserem Wissen, welcher Verschleiß an Mensch und Tier zur Unterhaltung des Volkes hier stattgefunden hat. Wir lassen uns auf den Sitzbänken - die früher bis unter die oberste Fensterreihe reichten - nieder und bemerken, welch ausgezeichnete Sicht der Zuschauer auf das Geschehen in der Arena gehabt hat.

The remaining seats are still used for performances. The original rows of seats must have continued right up to the ledge below the top windows.
We were almost alone and it was very peaceful, but the atmosphere in the amphitheatre was nevertheless compelling. We could see that spectators would have had a very good view of the heroism and pain and fear of the human and animal material being used up for their entertainment in the arena below.

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Ein Panorama-Bild lässt sich hier nicht umgehen. Weltweit einzigartig sind übrigens die vier vorgebauten Türme (über den Köpfen der Besucher ist einer zu erkennen), wohl als Zugang für die Arbeiter gedacht, die an heißen Tagen die gesamte Arena mit Schatten spendenden Tüchern überspannen mussten. Auch heute wird die Arena noch für Aufführungen genutzt.

We tried to capture the look with another panorama picture.

Inmitten der Altstadt, auf dem ehemaligen Forum romanum, stoßen wir auf diesen Tempel der Roma und des Augustus. Seine Zweckentfremdung als Kirche hat ihn so gut präserviert. Direkt daneben befindet sich das Rathaus aus dem 13. Jahrhundert, das die Rückwand eines ehemaligen baugleichen Zwillingstempels rechts daneben vollständig in seine eigene Rückwand integriert. Von hinten sieht man also zwei Tempel.

Back into the town, this is the temple of Roma and Augustus, which was in the old Roman forum, now the Capitol Square. Its reuse as a Christian church helped to preserve it from decay.

Im Rathaus findet wohl eine standesamtliche Trauung statt, wartende, festlich gekleidete Personen lassen darauf schließen. Diese mit bunten Halstüchern geschmückte Kinderschar überbrückt die Wartezeit auf ihre Weise: Gebannt starren alle auf den dunkel gekleideten Jungen, der so etwas wie das Spiel "Wer hat Angst vor'm schwarzen Mann" zu organisieren scheint.

Next to the temple was the town hall. Outside it was a crowd of people (presumably) waiting to congratulate a couple after their civic wedding.
What game the children were playing to pass the time we were not quite sure, but judging by their concentration on the 'man in black' it was a good one.

Pula war nicht nur für die Römer interessant. Unter venezianischer Herrschaft wurde 1632 diese mächtige Verteidigungsanlage gebaut. Die k.-u.-k - Monarchie baute im 19.Jahrhundert dort die größte Hafen- und Schiffsbauanlage ihres Reiches. Auch heute besitzt Pula noch ausgedehnte Werften und sogar ein ehemaliges deutsches Gymnasium, die alle auf diese Zeit zurückgehen.

Later we climbed up to the Venetian bastion (1632) with a commanding view of the harbour and surroundings...

Blick von der Bastion auf Pula. Das Amphitheater ist derart gut in die Stadt integriert, dass die Häuser aus ihm heraus zu wachsen scheinen.

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.... including of course the amphitheatre, which is so integrated into the town that some of the houses seem to sprout out of it.

Nach all diesen historischen architektonischen Großtaten ein paar Dinge aus Pula, die die Natur ohne menschliches Zutun zustande bringt. Die Pflanze und die Schnecken auf den rechten Bildern befanden sich an einem der Steinbögen im Amphitheater, Blütenstand und Zapfen links wuchsen auf einer Kiefer innerhalb der Bastion. Was sind dagegen ein paar aufeinander geschichtete Steinbrocken?

To add a touch of colour after the pictures of old buildings, here are some of the smaller things we saw in Pula.

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