Frühere Touren
Earlier trips

All pictures Copyright
 E & BJ Capper Nagold 2009/10

 

15. - 20.5.2009

Camargue 2

Aigues Mortes

und Bienenfresser

and Bee-eaters

Die schönen, zum Teil exzellent erhaltenen mittelalterlichen Städte im Süden Frankreichs setzen uns immer wieder in Erstaunen. Zu ihnen zählt Aigues Mortes, am südwestlichen Rand der Camargue gelegen, in besonderer Weise.
Das obige Bild ist nicht etwa Teil einer Filmkulisse ("Schimmel erwartet vor den Toren der Festung Ankunft des Ritters"), sondern wurde direkt vom großzügig bemessenen Stellplatz der Stadt aus geschossen. Hier weiß ein Ort, mit welchen Pfunden er wuchern kann - und jedes Jahr belohnt die gewollte Belagerung durch ein Heer von 900000 Touristen die Bemühungen der Stadtverwaltung.

The beautiful and partly well-preserved Mediaeval towns in the south of France are a source of great admiration for us. A special one of them is Aigues Mortes, situated on the south-western edge of the Camargue.
The picture above is not part of a film set, (“White horse waits for the arrival of the knight before the gate of his castle”), but was taken directly from the town’s generously proportioned overnight parking site for mobile homes. The town knows what a valuable resource it has to work with and the efforts of the town administration are rewarded by the desired ‘siege’ of an army of 900000 tourists per year. 

 

 

 

Die lebhafte, knapp 6000 Einwohner zählende Stadt, die noch komplett von der ursprünglichen Mauer umgeben ist, wird durchzogen von einem Netz an Gassen mit alten Steinhäusern, die unzählige Restaurants und Souvenirläden beherbergen.

Aigues Mortes, das zu seiner Blütezeit im 14.Jh. eine dreimal so große Bevölkerung aufweisen konnte, ist eng mit dem Schicksal und Wirken König Ludwig des IX. (1214-1270), genannt "der Heilige", verbunden. An einer lebensbedrohlichen Krankheit leidend, legte er einen Schwur ab, sollte er genesen. Und zwar verpflichtete er sich, einen weiteren Kreuzzug, den sechsten, durchzuführen, da die Kreuzfahrerstadt Jerusalem kurz zuvor wieder in feindliche Hände gefallen war.
Europa war zu diesem Zeitpunkt bereits kreuzzugsmüde, und so konnte Ludwig der Heilige keinen bereits bestehenden Mittelmeeerhafen zum Einschiffen der französischen Kreuzfahrer benützen. Er erwarb deshalb 1240 das sumpfige Gebiet beim heutigen Aigues Mortes und ließ eine Stadt und einen Hafen, den ersten Mittelmeerhafen Frankreichs, erbauen. Die Bewohner lockte er mit Steuererlässen an. 1248 schiffte er sich mit ca. 15000 Kreuzzüglern von hier aus mit dem Ziel Ägypten ein.

The lively town with a population of 6000 is still completely surrounded by the original town wall. A network of alleys divides up the town and there are old stone houses, innumerous restaurants and souvenir shops.

Aigues Mortes, which in its heyday in the 14th C had a population three times as large as now, is closely linked to the fate and career of King Louis IX of France, (1214-1270), also called Saint Louis.  Suffering from a life-threatening illness he made an oath, that, should he recover, he would carry out a further Crusade, the Seventh Crusade, as the city of Jerusalem had recently fallen back into enemy hands. (Note: among historians there are different numbering schemes for the Crusades.)
At this point in time Europe was tired of crusading and Louis could not use any of the existing Mediterranean ports for the embarkation of the French crusaders. So in 1240 he purchased the area around where Augues Mortes now stands and had a town and harbour built, France’s first Mediterranean port. He attracted inhabitants with tax benefits. In 1248 he embarked from here with ca. 15000 crusaders aiming for Egypt.

 

 

 

Dem Genuss sind hier wie in der ganzen Provence kaum Grenzen gesetzt. Dieses Schaufenster quillt über vor Nougattorten mit kreativen Beimischungen wie glasierten Früchten oder Nüssen.

As elsewhere in Provence there seem to be no limits to enjoyment here nowadays. This shop-window overflows with nougat cakes with creative additions of frosted fruits or nuts.

 

 

 

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.

Das Zentrum von Aigues Mortes ist der Stadtplatz, dessen schattige Restaurants zum Verweilen einladen. In der Mitte des Platzes befindet sich ein Brunnen mit dem Standbild Ludwig des Heiligen.

The centre of Aigues Mortes is a square whose shaded restaurants invite you to sit down and relax. In the middle of the square is a statue of Saint Louis.

 

 

 

Wie überall ziehen das Brunnenwasser und fantasievolle Wasserspeier die Kinder magisch an (li). Würdig blickt der Gründer der Stadt auf das Treiben hinab (re).
Ludwig der Heilige nahm unter den Herrschern seiner Zeit insofern eine Sonderstellung ein, indem er Gewaltanwendung nur zu Verteidigungszwecken zuließ. Von dieser Regel ausgenommen waren Angriffe auf Ungläubige oder Abgefallene, die er jedoch bevorzugt zu bekehren versuchte, statt sie sofort zu töten.

As everywhere children are magically attracted by fountains and by imaginative water spouts. (l) The founder of the town looks down dignifiedly at the goings on.(r)
Saint Louis occupied a special position among the rulers of his time because he only allowed the use of force for defensive purposes. Exceptions to this rule were attacks on unbelievers or apostates, whom however he tried first to convert, instead of killing them immediately.

 

 

 

Am Rande des Platzes steht die gotische Kirche "Notre Dame des Sablons", eines der ältesten Gebäude der Stadt. Sie wurde Zeitzeuge des Aufrufs zum 6. Kreuzzug und auch der Wiederkehr Ludwigs des IX. nach dem Fehlschlag der Unternehmung. In Ägypten geriet der König in Gefangenschaft und musste mit riesigen Zahlungen freigekauft werden.

On the edge of the square stands the Gothic church "Notre Dame des Sablons", (Our Lady of the Sands), one of the oldest buildings of the town. It witnessed the call to go on the Seventh Crusade and also the return of Saint Louis after the failure of the operation. The king was taken captive in Egypt and an enormous ransom had to paid for him. 

 

 

 

Das Innere der Basilika. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr sie zahlreiche Veränderungen, 1634 stürzte der Glockenturm ein, 1744 wurde sie restauriert. Während der Französischen Revolution diente sie als Kaserne, dann als Salzlager.
Dank der Innenrenovierungen, die ab den 1960-er Jahren stattfanden, erhielt die Kirche ihre ursprüngliche Schönheit zurück. Die modernen Kirchenfenster versetzen den Raum in einen außergewöhnlichen Farbenrausch.

The interior of the basilica. In the course of the centuries numerous changes were made; in 1634 the bell-tower collapsed and in 1744 it was rebuilt. During the French Revolution the church served as a barracks and after that as a store for salt.
Thanks to the restoration of the interior that took place from the 1960’s onwards the church has regained it previous beauty. The modern stained-glass windows windows bring an unusual flood of colour to the room.

 

 

 

Das auffälligste Gebäude der Stadt ist der Tour (Turm) de Constance, den Ludwig IX. zwischen 1241 und 1249 errichten ließ. Er sollte die Macht des Königs und seine Anwesenheit an der Mitelmeerküste demonstrieren. Die Turmspitze diente als Leuchtturm.

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.

The most conspicuous building of the town is the Tour de Constance, (Tower of Constancy/Consistency), which Louis IX had built between 1241 and 1249. It was to demonstrate the power of the king and his presence on the Mediterranean coast. The top section of the tower serves as a lighthouse.

 

 

 

 

 

Das Innere des Turms besticht durch seine schlichte Schönheit und eine außergewöhnliche Deckenkonstruktion. In den meterdicken Wänden findet sich Platz für einen Gang, der den Raum umrundet, unter dem Boden liegt ein Verlies.
Der Turm erlangte in späteren Jahrhunderten eine traurige Berühmtheit, wurde er doch zum Gefängnis der französischen Protestanten, den Hugenotten.

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.

The interior of the tower impresses with its elegant simplicity and with its unusual ceiling construction. In the several meter thick walls there is space for a passageway around the room and below the room is a dungeon.
The tower became sadly notorious in later centuries when it was used to imprison the French Protestants, the Huguenots.

 

 

 

 

 

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.

Nach 20 Jahren Bürgerkrieg wurde den Protestanten im Edikt von Nantes (1598) die freie Ausübung ihrer Religion in den von ihnen eroberten Gebieten zugesagt. Es wurden ihnen 150 Zufluchtsorte zugewiesen, darunter Aigues Mortes. Im Zuge der Gegenreformation der katholischen Kirche schaffte Ludwig XIV. 1685 die Privilegien der Hugenotten wieder ab und stellte die Ausübung des Protestantismus unter Todesstrafe oder lebenslange Haftstrafe.
Ab 1686 diente der Turm der "Constance" als Gefängnis für diejenigen Hugenotten, die sich nicht zum Katholizismus bekehren wollten. 1715 wurde er ein reines Frauengefängnis. Die Haftbedingungen waren so schlecht, dass viele Hugenottinnen dem Protestantismus abschworen.
Bekannt wurde Marie Durand, die 38 Jahre gefangen gehalten wurde, bis 1768.
Erst 1789 wurden im Zuge der Französischen Revolution durch die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte den Protestanten die vollen Rechte zuerkannt.

After 20 years of civil war in France the Protestants were granted rights to practise their faith freely under the Edict of Nantes (1598) in the areas they had conquered. 150 places of refuge were designated, among them Aigues Mortes. In the course of the Counter-Reformation of the Catholic Church Louis XIV abolished the privileges of the Huguenots and made the practise of Protestantism subject either to the death penalty or to lifelong imprisonment.
From 1686 the Tour de Constance served as prison for those Huguenots who refused to convert to Catholicism. In 1715 it became a women’s prison. Prison conditions were so terrible that many of the Huguenot women renounced Protestantism.
The Huguenot Marie Durand became famous. She was kept imprisoned for 38 years until 1768.
It was only in 1789 with the declaration of human and civil rights in the course of the French Revolution that Protestants were granted full rights.     

 

 

 

Vom Tour de Constance hat man eine schöne Sicht auf das ummauerte Städtchen, die dahinterliegenden Salzseen und den Kanal, der Aigues Mortes (d.h. "tote Wasser", was wohl den hohen Salzgehalt der hiesigen flachen Gewässer andeuten soll) mit dem Meer verbindet.

From the Tour de Constance there is a fine view out over the walled town, the salt lakes beyond and the canal which connects Aigues Mortes with the sea.
Aigues Mortes means “dead water”, which presumably refers to the high salt content of the flat body of water here.

 

 

 

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.

Zwei Panoramaaufnahmen von Aigues Mortes, vom Tour de Constance aus aufgenommen.
Mauern um die Stadt zu errichten, war Ludwig dem Heiligen nicht mehr vergönnt. Er initiierte 1270 einen 7. Kreuzzug, als er selbst schon älter und kränklich war. Er wollte die Schmach des vorangegangenen Kreuzzugs vergessen machen. Eigens zu diesem Zweck ließ Ludwig erstmals eigene Schiffe bauen und gilt deshalb als der Gründer der französischen Marine. Vor Tunis fielen er und ein Großteil seiner Truppe der Bakterienruhr zum Opfer.
Die Stadtmauer mit einer Gesamtlänge von 1640m ließen seine Nachfolger, Phillip III. und der IV., bis zum Ende des 13.Jh. errichten.

Two panoramas of Aigues Mortes taken from the Tour de Constance showing the whole of the old town enclosed within its walls.
Saint Louis did not live long enough to get the town walls built. He started an Eighth Crusade in 1270, although he himself was getting old and was in poor health, wanting to wipe out the dishonour of the previous crusade. He had ships built explicitly for this purpose and is therefore regarded as the founder of the French Navy. But he and a large part of his troops succumbed to bacterial dysentery near Tunis.
By the end of the 13th C his successors Philip III and Philip IV had had the enclosing town wall built with a total length of 1640m.

 

 

 

Wir verbringen den Rest des Nachmittags damit, die Festungsmauer entlang zu laufen. Der Blick von oben ermöglicht viele hübsche Ansichten (re).

We spend the rest of the afternoon walking along and around the town wall (l). From above there are many interesting glimpses of the old town (r) as well as into the many towers.

 

 

 

Da der Rundgang um 17.00 Uhr geschlossen wird, treibt uns eine Wärterin wie eine Herde Schafe unserem Ausgangspunkt, dem Tour de Constance, entgegen.
Ludwig IX und seine religiösen Wertvorstellungen wurden von seinen Zeitgenossen bewundert, aber auch kritisiert, besonders wenn er versuchte, sie aller Welt aufzudrücken. Er gilt als Initiator der Inquisition sowie der ersten staatlich verordneten Judenverfolgung und -ausbeutung. Er wurde 1297 heilig gesprochen.

The round tour closes at 17:00 so a lady guide collects us with the remaining stragglers and drives us like a flock of sheep back to the Tour de Constance, where the circuit started.
Louis IX and his religious set of values were much admired by his contemporaries but also criticized, especially when he tried to enforce them on the whole world. He is considered to be the initiator of both the Inquisition and of the first persecution and exploitation of the Jews authorized by the state. He was canonized in 1297.

 

 

 

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.

Anblick der Stadtmauern von Süden aus.
Im 13. und 14.Jh. lag Aigues Mortes noch am Mittelmeer, doch dann versandete der Hafen zusehens. Heute befindet sich die Stadt 6km vom Meer entfernt.
Mit dem Rückzug des Meeres verschwand auch die strategische und politische Bedeutung der Stadt. Die aufstrebende Hafenstadt Marseille übernahm diese Funktionen. Doch Aigues Mortes blieb weiterhin wichtig wegen der Salzproduktion, der Herstellung des zunehmend berühmter werdenden Sandweines, Vin des Sables genannt, und als Zentrum des Stierkampfes. Zudem wuchs der Tourismus in den letzten Jahrzehnten zu eine gewichtigen Größe.

View of the town walls from the south.
In the 13th and 14th C’s Aigues Mortes was still on the Mediterranean shore, but then the harbour sanded up more and more. Nowadays the town is about 6km from the sea.
As the sea withdrew the strategic and political importance of the town dwindled. The up-and-coming port of Marseille took over these functions. However, Aigue Mortes remained important for salt production, for the making of the increasingly famous sand wine, Vin des Sables, and as a bullfighting centre. In recent decades tourism has grown in addition to become a major factor.

 

 

 

Letzter Anblick der geschichtsträchtigen Mauern, die eine Stadt mit bewegter und uns bewegender Vergangenheit einschließen.

A last view of the historic walls enclosing the town with its past which both interest and moves us.

 

 

 

In der Camargue suchen wir intensiv nach einem bestimmten Zaubervogel, da wir wissen, dass es ihn hier gibt. Es handelt sich um den farbenprächtigsten Vogel Europas, um einen seiner meisterhaftesten Flieger, um den Bienenfresser (Merops apiaster). Wir konnten im Zentrum der Camargue einzelne Vögel dieser Art in recht weiter Entfernung beobachten, doch als wir eines Abends am westlichen Rand der Camargue durch ein Dorf fahren, entdecken wir am Dorfeingang plötzlich diese mit Löchern übersäte Lehmwand. Es sind keine Vögel zu sehen, doch ihr Aussehen erinnert uns so sehr an die Brutwände der Bienenfresser, die wir im Donaudelta entdeckt haben (Link), dass wir uns vornehmen, früher an einem anderen Tag nochmals wiederzukommen.

In the Camargue we look out hopefully and intensively for a particular magical type of bird which we know lives here somewhere. It is Europe’s most colourful bird and one of its most accomplished ones in terms of flying skills, the Bee-eater (Merops apiaster). In the centre of the Camargue we observe a few of them at quite a distance, but when we drive one evening through a village on the western edge of the Camargue we notice near the first houses this earth cliff perforated with holes. There are no birds to be seen but the appearance of the wall so reminds us  of a Bee-eater breeding wall that we saw in the Danube delta, (link), that we intend to come back earlier on another day.

 

 

 

Als wir wenige Tage später ins gleiche Dorf einfahren, hängen hunderte schillernde, zirpende Vögeln im Himmel. Die Flugkünste der Bienenfresser sind außerordentlich: wenn sie die Flügel anlegen, sind sie pfeilschnell (unten im Bild) und entkommen jedem Jagdvogel, dann kippen sie über einen Flügel ab und stürzen wie Stukas nach unten weg, schließlich breiten sie ihre Flügel aus und schweben wie kleine Papierdrachen über der Landschaft.
Bienenfresser sind sehr gesellig und jagen oft gemeinsam vor den Bruthöhlen. Manchmal, vielleicht wenn das Futter knapp wird, sammeln sie sich wie hier unter beständigem melodischen Gezwitscher in größerer Höhe und fliegen dann zusammen zu neuen Jagdgefilden.

When we come through the same village again a few days later hundreds of brilliantly shimmering and chirping birds swoop around in the sky. The flying ability of the Bee-eaters is extraordinary. When they shorten their wings they are as quick as an arrow and can escape from any bird of prey, then they tilt down over one wing and plummet like a Stuka dive-bomber and finally widen their wings to glide away and to hover lightly like a paper kite over the countryside.
Bee-eaters are very gregarious and often hunt together near their breeding colony. Sometimes after a while they gather together chirping melodically and then all fly away together to other hunting grounds.

 

 

 

Wir verbergen uns mehrere Stunden lang auf der Obstbaumwiese unterhalb der Bruthöhlen (nachdem wir die Erlaubnis dazu eingeholt und die Begeisterung der Einheimischen über die Vögel kennengelernt haben) und beobachten die Flugkünste dieser fantastisch gefärbten Kreaturen.
Rücken, Hals und Kopf sind glänzend braun/orange/gelb gefärbt. Treffen Sonnenstrahlen diese Federn, blitzt der Vogel auf wie ein schillernder Schmetterling. Den fängt er auch gern, wie man sieht, und zwar im Flug wie Hummeln, Bienen und Hornissen. Selbst die überaus wendigen Libellen schnappt er sich beim ersten Versuch.

We hide for several hours among the trees in the orchard beneath the colony, (after obtaining permission from the landowner and also after experiencing the enthusiasm of the local people for the birds), and watch the flight show of the beautifully coloured creatures.
Back, neck and head are in glittering brown, orange and yellow colours. If the sunlight catches the feathers the bird lights up like a shining butterfly. Butterflies are one of the insects it preys on, catching them and bumblebees, bees and hornets in flight. Even agile dragonflies are caught at the first attempt.  

 

 

 

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.

Anfang Mai kommt der Bienenfresser im südlichen Europa an, nachdem er sehr hoch im Himmel segelnd die weite Strecke vom südlichen Afrika zurückgelegt hat. Dann beginnt das Hofhalten, bis sich die Pärchen gefunden haben, die von nun an auf einem gemeinsamen Ansitz viel Zeit verbringen, indem sie sich gegenseitig mit leckeren Kerbtieren füttern oder einfach gemütlich beisammenhocken (li).
Man trifft sich aber auch in größeren Gruppen auf frei stehenden Bäumen in einem gewissen Abstand von der Brutwand entfernt. Zwei Bienenfresser auf der linken Baumseite (rechtes Bild) haben einen Schmetterling im Schnabel. Große oder stechende Insekten wie Bienen, Hornissen und Libellen werden auf den Ästen weich- oder totgeschlagen oder entgiftet. Bei Schmetterlingen scheint das nicht nötig zu sein, die sind von Natur aus zarter und verfütterungsfähig.

At the beginning of May Bee-eaters arrive in south Europe after covering the long distance from southern Africa sailing high in the sky. Then the courting starts until pairs are established. They then spend a lot of time sitting together on a common perch, either feeding each-other with tasty insects or just sitting comfortably together (l).
The birds also gather into larger groups on free-standing trees a little further from the nesting wall (r). Two of the Bee-eaters on the left of the tree have butterflies in their beaks. Large or stinging insects such as bees, hornets or dragonflies may be hammered into submission against a branch until dead or no longer poisonous. That doesn’t seem to be necessary for butterflies, which are naturally softer and more easily eaten.

 

 

 

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.

Das Sonnenlicht schimmert durch die goldbraunen Flügel, während sich der türkisene Leib den Himmelsfarben anzugleichen versucht. Markant sind die zwei verlängerten Federn in der Schwanzmitte, die die pfeilartige Flugweise der Bienenfresser betonen (li).
Ein weiteres verliebtes Pärchen hockt gemeinsam auf einem Ansitz. Meistens schauen die Vögel dabei in die gleiche Richtung (re).

The sun shines through the golden brown wings while the turquoise body seems to imitate the colour of the sky. The two longer feathers in the middle of the tail are very noticeable and emphasize the arrow-like flight (l). Another enamoured couple sit together on a perch (r). Such pairs mostly seem to both look in one direction.

 

 

 

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.

Die Bienenfresser sind scheu und der Brutbetrieb ist störanfällig, so dass wir uns unter Obstbäumen verbergen, um der Brutwand nicht zu nahe kommen.
Anfang Mai graben die Vögel mit ihren harten Schnäbeln Gänge von bis zu 2,5m Tiefe in die Lehmwände. Nach dieser Grabarbeit sind die Schnäbel einige Millimeter kürzer. 6-8 weiße Eier werden in die Bruthöhle gelegt und beide Geschlechter, die man nicht voneinander unterscheiden kann, beteiligen sich an der Aufzucht. Ende Juli/Anfang August werden die Jungen flügge, und dann dauert es nicht mehr lang, bis der weite Rückflug nach Afrika beginnt.

The Bee-eaters are shy and the breeding process can easily be disturbed, so we are careful to hide among the fruit trees and not to approach the wall too closely.
At the beginning of May the birds dig passageways of up to 2.5m into the clay wall with their hard beaks. After the digging work their bills are several millimetres shorter. 6 to 8 white eggs are laid in the hole and both parents look after the brood. The feathers of both sexes are alike. At the end of July or start of August the chicks are fully fledged and then it is not long before the long flight back to Africa.

 

 

 

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.

Der linke Bienenfresser zeigt sich beeindruckt, als sich sein Partner formvollendet auf dem Ansitz niederlässt. Doch, mit dem könnte man eine Familie gründen, fehlt nur noch das Hochzeitsgeschenk in Form eine leckeren Hornisse.

The Bee-eater on the left seems impressed by its partner’s graceful landing display. Maybe one could start a family with him (her?)? Wait and see if a delicious hornet is offered as a wedding present! 

 

 

 

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture.

Dann hocken sie wieder auf ihren Zweigen und zirpen, was der Vogelkehlkopf hergibt. Andererseits ist man beim Anblick dieses Schnabels froh, dass man kein begehrter Hautflügler ist.

A Bee-eater sits on its perch again and chirps with all its might. When you look at that dangerous beak you are pleased not to go through life as a tasty insect.

 

 

 

Seite inklusive Navigationsleiste / Page including navigation menu