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 E & BJ Capper Nagold 2009/10

 

4.5.2009

La Grande Chartreuse

Kartäuser Mutterkloster

The leading Carthusian Monastery

Die Wegstrecke von Annecy nach Chartreuse, unserem nächsten Ziel, ist nicht weit. Doch hinter Chambery verlassen wir die Hauptstrasse und fahren in die Gebirgslandschaft hinein. Enge, kurvenreiche Strassen winden sich an den Bergrücken entlang und ermöglichen immer wieder faszinierende Ausblicke auf beeindruckende Felswände, hier auf den knapp 2000m hohen Mont Granier. Er ist Teil des Naturreservats "Hohe Chartreuse".

It is not far from Annecy to Chartreuse, the next destination on our tour. Beyond Chambery we leave the major road and drive into the mountains. Narrow curvy roads wind up and along the mountain slopes and open up occasionally to give fascinating views of impressive rocky cliffs, here the almost 2000m high Mount Granier. It is part of the “High Chartreuse” nature reserve.

 

 

 

Gegen Abend suchen wir im kleinen Ort St. Pierre de Chartreuse nach dem angekündigten Stellplatz, finden ihn aber nicht. Am nächsten Morgen entdecken wir ihn am äußersten Ortsrand. Die Nacht verbringen wir auf einem Parkplatz oberhalb des Dorfes St. Hughes de Chartreuse. Das Wetter zeigt sich kühl und regnerisch, doch am Morgen geben die aufsteigenden Wolken einen Blick auf die schöne Landschaft frei.

In the evening we hunt around unsuccessfully in the small town of St. Pierre de Chartreuse for the advertised mobile home parking area. (Next morning we discover it on the edge of the town.) We spend the night in a car park above the village of St. Hughes de Chartreuse. The weather is cool with the chance of rain, but in the morning the clouds lift to give a fine view of the surrounding countryside.

 

 

 

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Wir suchen jedoch weniger die Berge als etwas Besonderes, das sich seit 900 Jahren zwischen ihnen versteckt: das Gründungs- und Mutterkloster des Kartäuserordens.
Heute wie damals leben die Mönche dort in völliger Abgeschiedenheit und unter strikter Einhaltung eines Schweigegelübdes, das nur wenige Ausnahmen zulässt. Das Kloster selbst kann nicht besucht werden, aber ein Museum, das sich 2km unterhalb der "großen Kartause" ("La Grande Chartreuse") befindet.
Vor einer ehemaligen Scheune steht links im Bild der Museumsladen, der Produkte der Mönche verkauft, vor allem den weltberühmten Chartreuse-Likör. Rechts befindet sich unterhalb des dominierenden Kalksteinkammes das frühere Brüderkloster und jetzige Museum.

But we are not here for the mountains so much as to look for something special which has been hiding among them for 900 years: the founding and leading monastery of the Carthusian Order.
Today as in the past the monks live isolated and in strict observance of their oath of silence, which allows very few exceptions. The monastery itself cannot be visited, but the museum 2km down the valley from “The Great Charterhouse”, ("La Grande Chartreuse"), can be.
In front of a former barn stands the museum shop (l) in which the monks’ products are on sale, in particular the world-famous Chartreuse liqueur. On the right under a commanding limestone ridge is the former Brothers’ Monastery, now the museum.

 

 

 

Das 1957 eröffnete Museum zeigt in 18 Sälen viele interessante Details aus dem Klosterleben. Der Bau wurde im 12.Jh. als Kloster für die sog. "Brüder" errichtet, die hier zwischen dem 12. und 17.Jh. wohnten. Brüdermönche unterscheiden sich von den "Priestermönchen", die alle in separaten Häusern im Hauptkloster leben, dadurch, dass sie weniger strenge Regeln einzuhalten haben, für die handwerklichen Tätigkeiten zuständig sind und nötige Außenkontakte pflegen.

The museum which was opened in 1957 displays many interesting details of the monastic life in 18 rooms. The building was erected in the 12th C for the so-called ‘Brothers’, who lived here between the 12th and 17th centuries. Whereas the ‘Father Monks’ all live in separate living quarters in the main monastery and follow stricter rules, the ‘Brother Monks’ are responsible for craftsman’s tasks and for necessary contacts with the outside world.

 

 

 

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Vom Museumseingang aus werfen wir einen Blick auf die gepflegten Ziergärten mit einer kleinen Kapelle und die wilden Berge des Chartreuse-Massivs im Hintergrund. Auf gut 1000m Höhe hält der Frühling gerade Einzug.

From the entrance to the museum we look back at the well cared for garden with a small chapel and the wild mountains of the Chartreuse Massif in the background. At the altitude of over 1000m spring is just getting going.

 

 

 

Die renovierten Räume des Museums geben einen guten Einblick ins Leben der Brüdermönche. Diese lebten nicht in separaten Häusern wie die Priestermöche, sondern in aneinander angrenzenden Zellen. Neben den Zellentüren befinden sich kleine Durchreichen, in denen das vegetarische Essen abgestellt wurde. Die Fotografie ganz rechts zeigt einen Mönch bei der Essensvergabe.
Da nach der Philosophie des Ordens Gegenstände und Riten seit Jahrhunderten äußerst sorgsam gehütet werden (beim Tod eines Mönchs werden die Knöpfe von seiner Kutte abgeschnitten und wiederverwendet), verläuft die heutige Essensausgabe noch immer auf die gleiche Weise.

The renovated rooms of the museum give a good impression of the life of the Brother Monks. These did not live in separate houses like the Father Monks but in cells next to each-other. Next to the cell doors are small hatches in which the vegetarian meal is placed. The photo on the far right shows a monk handing out the food.
According to the philosophy of the order objects and rites are carefully preserved over centuries, (on the death of a monk the buttons of his habit are cut off to be used again), and food is distributed today in much the same way.

 

 

 

Anhand einer wandfüllenden Bildtafel (li) und eines Audiogeräts erfährt man viel über die Geschichte des Ordens. Gründer war der Heilige Bruno von Köln (ganz links), ein großer Gelehrter und Rektor der Universität zu Reims, den Missstände in der Geistlichkeit so sehr störten, dass er sich ganz der Anbetung in Einsamkeit widmen wollte. Der Bischof von Grenoble überließ ihm und seinen sechs Gefährten (auf der Tafel unten in der Mitte dargestellt) ein völlig abgeschiedenes Grundstück in einem Hochtal. Hier wurden die ersten Holzhäuschen um eine Steinkirche errichtet, eine Klostergründung war nicht geplant.
Nach sechs Jahren rief der Papst Bruno als Berater nach Rom, doch der hielt das Leben dort nicht aus und bekam die Erlaubnis, eine weitere Einsiedelei in Italien zu gründen, wo er schließlich verstarb. Seinen sechs Gefährten in der Chartreuse gelang es, die erste Kartause in seinem Sinne weiterzuführen.

Wir sind uns nicht mehr sicher, was das Gemälde rechts darstellt. Vielleicht einen der zweijährlich stattfindenden Konvente aller Priore des Ordens, der im Mittelalter mehrere hundert Klöster zählte, oder die Märtyrer der Kartäuser.

With an audio-guide and large displays (l) you learn a lot about the history of the order. The founder was St. Bruno of Cologne, (far left), a great scholar and principal of the university of Reims, who was so disturbed by the deficiencies of the clergy that he wanted to dedicate himself to worship in solitude. The Bishop of Grenoble granted him and his six companions, (portrayed lower middle of the collage on the left), a completely isolated plot of land in a high mountain valley. Here the first wooden houses were built around a stone church. The founding of a monastery was not planned.
After six years the pope summoned Bruno to Rome as an advisor, but he could not tolerate the life there and was given permission to found a further hermitage in Italy, where he finally died. His six companions in Chartreuse succeeded in carrying on the first Charterhouse following his example.

We are no longer quite sure what the picture on the right represents. I think the audio-guide said it shows Carthusian martyrs over the centuries, but it may be a biannual convent of the priors of the order, who numbered several hundred in the Middle Ages.  

 

 

 

Ein kompletter Saal des Museums widmet sich der Destillierung und der Geschichte des berühmten Likörs, der, von asketisch lebenden Mönchen hergestellt, amüsanterweise seit Jahrhunderten ein beliebtes Genussmittel ist und in zahlreichen Cocktails verwendet wird. Das kleine Fläschchen grünen Chartreuse haben wir später im Museumsladen gekauft.

Im Jahr 1605 schenkte ein Marschall von König Heinrich IV. den Kartäusermönchen in Paris ein uraltes Rezept, das den Namen trug: "Elixier des langen Lebens". Es war so kompliziert, dass man nur Teile davon verwenden konnte, da es aus 130 verschiedenen Kräutern und Pflanzen bestand, die in Weinalkohol eingelegt, destilliert und verfeinert wurden.
1737 gelangte das Rezept ins Mutterkloster, wo man es ausgiebig analysierte. Schließlich gelang die Herstellung des ersten Chartreuse-Elixiers, eines Likörs mit 71% Alkoholgehalt. Er war so wohlschmeckend, dass er bald eher als Genussmittel denn als Medizin eingesetzt wurde. 1764 änderten die Mönche deshalb das Rezept so weit ab, dass ein "Grüner Chartreuse" entstand, der noch 55% Alkohol besaß. 1838 folgte ein "Gelber Chartreuse" mit 40%.
1903 wurde die Destillerie verstaatlicht und die Mönche vertrieben. Sie nahmen das Rezept mit und stellten den Likör in Spanien unter dem Markennamen "Tarragone" her, die Marke "Chartreuse" wurde an eine Likörfabrik verkauft. Der dort hergestellte Likör hatte mit dem ursprünglichen nichts gemein und die Firma ging bankrott. Freunde der Mönche kauften den wertlos gewordenen Markennamen auf und schenkten ihn dem Kloster zurück. Die heimkehrenden Mönche nahmen die Destillerie in der Nähe des Klosters wieder in Betrieb. Seit 1935, dem Jahr, in dem die Brennerei von einer Lawine zerstört wurde, befindet sich die Fabrik in Voiron. Die exakte Mischung der Kräuter, über die immer nur zwei Mönche Bescheid wissen, findet weiterhin im Kloster statt.

A complete room of the museum is dedicated to the distillation and history of the famous Chartreuse liqueur. Made by monks living an ascetic life it is somehow amusing that it has become a popular stimulant which is employed in numerous cocktails. We bought the small bottle of green Chartreuse in the museum shop afterwards.

In 1605 King Henry IV’s marshal donated an ancient recipe to the Carthusian monks in Paris. It bore the name ‘Elixir of long life’. It was so complicated that only parts of it could be used as it was composed of 130 different herbs and plants which were steeped in alcohol, distilled and refined. In 1737 the recipe reached the leading monastery where it was analysed in detail. Finally the first Chartreuse Elixir was created, a liqueur with 71% pure alcohol. It tasted so good that it was soon used as a stimulant rather than as medicine. In 1764 the monks modified the recipe sufficiently to create a ‘Green Chartreuse’, with ‘only’ 55% alcohol and in 1838 the ‘Yellow Chartreuse’ followed with 40% alcohol.
In 1903 the distillery was nationalized and the monks expelled. They took the recipe with them and manufactured the liqueur in Spain under the trade name “Tarragone”. The trade name ‘Chartreuse’ was sold to a liqueur factory. The liqueur that was made there had nothing to do with the original and the firm went bankrupt. Friends of the monks bought up the now worthless trade name and donated it back to the monastery. The monks returned and brought the distillery near the monastery into operation again. After the distillery was destroyed by an avalanche in 1935 manufacture was transferred to a factory in Voiron. The exact mixture of the herbs, which only two monks know about at once, takes place in the monastery.

 

 

 

Die Zellen der Mönche sind alle im gleichen, zweckmäßigen Stil eingerichtet. Neben der Bettnische mit einer Strohmatratze befindet sich die Gebetsnische. An zwei Schreibtischen können entweder die gregorianischen Gesänge einstudiert oder theologische Studien betrieben werden. Im schmalen Waschschrank hinter der Tür ganz rechts gibt es nur kaltes Wasser. Ein kleiner Blechofen beheizt im Winter den Raum.

The cells of the monks are all furnished in the same functional style. Next to the sleeping bunk with a straw mattress is a prayer niche. Two desks serve for studies of Gregorian plainsong or of theology. In the narrow washing cubicle behind the door on the far right there is only cold water. In winter the room is heated by a small metal stove.

 

 

 

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Wer Priestermönch werden will, muss eine Ausbildung von mindestens 7 Jahren durchlaufen. Er muss einen Schulabschluss mit Hochschulberechtigung besitzen und singen können. Während der mehrere Monate dauernden Probezeit prüft der Kandidat seine Eignung und der Orden prüft den Kandidaten. Kommen beide zu einer positiven Entscheidung, beginnt das zweijährige Noviziat und die Einkleidung mit einer weißen Tunika und einem schwarzen Mantel. Danach folgt wiederum eine beiderseitige Entscheidung und evtl. das Ablegen der zeitlichen Profess, das ist eine Bindung an den Orden für drei und dann nochmals zwei Jahre. Entscheiden sich danach Orden und Kandidat füreinander, folgt die feierliche lebenslange Bindung an den Orden.

A person who wants to become a Father Monk has an education of at least seven years ahead of him. He has to be sufficiently qualified to enter university and must be able to sing. During the many month test period both the candidate himself and the Order assess his suitability. If both are positive then a two-year novitiate starts and the candidate is clothed in a white tunic and a black cloak. After that the decision process involves both sides again and may lead to vow of consecration for a period, which binds the candidate to the order for three and then for a further two years. If both Order and candidate then subsequently agree the solemn oath of lifelong commitment to the order is sworn.

 

 

 

Nach unserem Museumsbesuch, der uns interessante Einblicke in die Motivation der Möche verschafft hat, sind wir neugierig geworden und möchten die Große Kartause wenigstens von außen sehen. Wir irren einige Zeit herum, beschließen während eines Wolkenbruchs den Abbruch unseres Besuchs und begeben uns auf die Weiterfahrt. Doch nach wenigen Minuten wenden wir und wollen die Suche nochmals aufnehmen.
Diesmal haben wir mehr Glück. Ein Bauarbeiter weist uns den recht bequemen Weg zur Großen Kartause.

After visiting the museum which gives very interesting and appealing insights into the motivation of the monks we are very curious and at least want to see the Great Charterhouse from outside.
We stray around for a while without finding the right way and during a heavy downpour break off our visit and set off to leave in our camping bus again. But after a few minutes driving we turn back to try to find it again.
This time we are more fortunate. A builder points out the comfortable road leading to the Grand Chartreuse.

 

 

 

Nach dem heftigen Regen dampft der Wald. Erste Anzeichen sagen uns, dass wir unserem Ziel näher kommen.

The woods steam after the heavy rain. There are definite signs that we are getting nearer to our destination.

 

 

 

Jetzt wird es ernst. Unser Geplauder verstummt beim Anblick dieses Schildes.

Now it is getting closer to our aim. Our chatter stops when we see this sign.

 

 

 

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Im Museum befand sich dieses Modell der Grande Chartreuse, die sich nun Stück für Stück vor uns enthüllt. Das Kloster mit dem Kreuzgang und den anschließenden Mönchsklausen befindet sich im Hintergrund, währen die Versorgungsgebäude mit den Werkstätten und den Gärten davor liegen.
Die Priestermönche leben zurückgezogen im hinteren Teil, während die Brüdermönche die notwendigen Arbeiten zum Lebensunterhalt im vorderen Bereich tätigen. Der kontemplative Bereich soll nicht durch Lärm gestört werden. Dafür werden die Priestermönche von handwerklicher Tätigkeit freigestellt. Ihre Aufgabe ist es, konzentriert und unablässig für die Menschheit zu beten.

We saw this model of the Grande Chartreuse in the museum. Now the real thing is being revealed to us slowly bit by bit. The monastery buildings with the cloister and the adjoining monks’ cells are in the background. The functional buildings with the workshops and gardens are in front of them.
The Father Monks live withdrawn at the back while the Brother Monks perform the necessary activities to support them in the front area. The area for contemplation should not be disturbed by noise. Instead the Father Monks are freed from manual work. Their calling is instead to pray concentratedly and unceasingly for mankind.

 

 

 

Während wir langsam um die untere Mauer des Klosters herumlaufen, wird uns das große Schweigen bewusst, das über den Gebäuden liegt. Kein Ton dringt nach außen. Dem Schweigen und der Einsamkeit haben sich die Mönche verpflichtet, aber dies innerhalb einer Gemeinschaft. Das geht nur mit strengen Regeln, die genauestens die Zeiten der Zusammenkünfte und  des Rückzugs festlegen.

While we slowly walk around the lower walls of the monastery we become aware of the deep silence that lies like a blanket over the buildings. No sound escapes to the outside. The monks have dedicated themselves to silence and to solitude, but the dedication is within the context of a community. That works only with firm rules which lay down exactly both times of gathering and times of retreat. 

 

 

 

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1084 gründete Bruno von Köln die Kartause, 1132 wurde sie durch eine Steinlawine zerstört. Daraufhin errichteten die Mönche ein neues Kloster etwa 2 Kilometer talabwärts, wo es auch heute noch steht. Allerdings wurde es im Lauf der Jahrhunderte acht Mal durch Feuer zerstört und wiederaufgebaut, das letzte Mal im 17.Jh. im nüchternen Stil der damaligen Zeit. Aus dieser Epoche stammt der größte Teil der heutigen Anlage.

In 1084 Bruno of Cologne founded the Charterhouse, in 1132 it was destroyed by a an avalanche of stones. After that the monks erected a new monastery about 2km further down the valley, which is where it stands today. However in the course of the centuries it was burned down and rebuilt eight times, the last time in the 17th C in the sober style of those times. Most of the buildings today date from this period.

 

 

 

Der Eingang zum Kloster liegt oberhalb der Gebäude (li).
 Ein schlichtes Holzschild erteilt die Auskunft, dass man das Kloster nicht besuchen kann. Ein weiteres Schild bittet um die Respektierung der Einsamkeit der Mönche, die ihr Leben Gott hingegeben haben und dadurch schweigend für uns beten.
Außerhalb der Klostermauern liegt das Gästehaus für Kandidaten und Angehörige. Letztere können die Mönche zwei Tage im Jahr besuchen. Der Mönch, der eiligen Schrittes aus der Pforte tritt (re), eilt zum Gästehaus.

The monastery entrance is at the far end of the building (l).
A plain wooden sign gives the information that the monastery cannot be visited (l of centre).
A further sign asks for respect for the solitude of the monks who have dedicated their lives to God and to silent prayer for us (r of centre).
Just outside the monastery is a guest-house for candidates and for relatives who can visit the monks for two days each year. The monk on the right is striding firmly towards the guest-house.

 

 

 

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Der Tagesablauf der Priestermönche sieht folgendermaßen aus: Um 23.30 stehen sie nach vierstündigem Schlaf auf, um gemeinsam in der Kirche zwei bis drei Stunden zu singen und zu beten. Danach gehen sie wieder für drei bis vier Stunden schlafen. Weitere sechs Gebetszeiten (insgesamt 8 Stunden) sind im Abstand von zwei Stunden über den Tag verteilt, die alle bis auf zwei weitere kirchliche Versammlungen in der Zelle stattfinden. Dazwischen erledigen sie in der Zelle Handarbeiten und Studien. Nur am Sonntag wird schweigend gemeinsam gegessen (ein Frühstück gibt es nie), doch danach folgt ein etwa vierstündiger Spaziergang, bei dem gesprochen werden soll. Dieser Rhythmus wird sieben Tage die Woche ein Leben lang eingehalten.
Man sagt, dass nur 20% der Kandidaten schließlich in den Orden eintreten.

The daily routine of the Father Monks is as follows:
At 23:30 they get up after 4 hours of sleep to sing and pray together in the church for 2 to 3 hours. After that they go to sleep again for 3 to 4 hours. Six further times of prayer, a total of 8 hours, are distributed at intervals of 2 hours through the day, all of which, apart from two further gatherings in the church, take place in the cells. Between those they carry out handicrafts and studies in the cells. Only on Sunday is there a meal together in silence, (there is no breakfast), after which there is a walk for about 4 hours, during which they talk to one another. This rhythm is maintained seven days a week for life.
It is said that only 20% of the candidates actually enter the order.

 

 

 

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Beim typischen Grundriss eines Kartäuserklosters liegen wie hier die einzelnen Mönchshäuser um den Klosterhof.

In der Grande Chartreuse drehte der deutsche Regisseur Philip Gröning den Kinofilm "Die große Stille". 5 Monate lebte er allein  unter den Mönchen im Kloster und erfuhr am eigenen Leibe den äußerst anstrengenden Tagesablauf, aber auch die Ruhe in einer Welt ohne Musikinstrumente, Fernseher und Radio. Der ewig gleich Rhythmus wird nur vom Wechsel der Jahreszeiten unterbrochen, und aufgrund der festen Strukturierung und dem fehlenden Konkurrenzdruck von außen erfahren die Mönche seiner Meinung nach ein Leben in völliger Angstfreiheit und großer Konzentration. Er habe, so sagt er, dort nur große Charaktere kennen gelernt.

In the typical layout for a Carthusian monastery the individual monks houses as here are grouped around the monastery court.

The German film producer Philip Gröning made the 2005 cinema film “Into Great Silence” here. He lived alone for 5 months with the monks here and personally experienced the very exhausting daily routine, but also the peacefulness of a world without musical instruments, TV and radio. The ever unchanging rhythm is only modified by the changes of the seasons. In his opinion as a result of the firm structure and the lack of pressure of competition from outside the monks experience a life completely free of fear and one of great concentration. He says he got to know only men of great character there.

 

 

 

In der Grande Chartreuse leben heute noch 40 Mönche. Ihre Zahl hat sich in den letzten 50 Jahren halbiert.


 Weltweit gibt es heute noch 19 Mönchs- und vier Frauenklöster der Kartäuser. Reformation und Säkularisation führten zum Schließen vieler Klöster, doch ab und zu wir auch noch ein neues eröffnet.

40 monks live in La Grande Chartreuse today. The numbers have been reduced by half in the last 50 years.
World-wide there are now 19 Carthusian Charterhouses for monks and 4 for nuns. Reformation and secularization have led to the closure of many monasteries but now and then a new one is also opened.

 

 

 

Anders als bei den meisten Orden hat sich die Lebensweise und Vision des Heiligen Bruno von Köln fast unverändert bis heute in den Kartausen erhalten. Die klaren und einfachen Regeln und die völlige Abgeschiedenheit (und im Falle der Grande Chartreuse auch der materielle Erfolg des Likörs!) sorgten für die Bewahrung dieses hingebungsvollen Lebensstils. Oder, wie Papst Innozenz XI  sagte: "Der Kartäuserorden wurde nie deformiert, deshalb musste er nie reformiert werden."

In distinction to most orders the way of life and vision of St. Bruno have remained almost unchanged up to today in the Charterhouses. The clear and simple rules and the complete solitude, (and in the case of Grande Chartreuse also the material success of the liqueur !), led to the preservation of this style of devotional life. Or, to quote Pope Innocent XI: “The Carthusian Order was never deformed, so it never needed to be reformed.”

 

 

 

 

 

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