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 E & BJ Capper Nagold 2009/10

 

 

5. - 6.5.2009

Durch Grenoble zum
Nationalpark

Via Grenoble to the
National Park

Les Écrins

und weiter Richtung Süden

and further on south

Wir haben mehr Zeit als eingeplant in den französischen Alpen verbracht. Doch heute wollen wir zügig nach Süden vorankommen. Dabei müssen wir die Universitätsstadt Grenoble durchqueren. Während uns unsere Straße in engen Windungen vom Chartreuse-Massiv hinabführt, breitet sich die Stadt in spektakulärer Weise zu unseren Füßen aus.
Grenoble ist die größte Hochgebirgsstadt Europas. Die Stadt selbst liegt auf einer bescheidenen Höhe von 212m im Isere-Tal, doch sie wird umrahmt von drei großen Gebirgsmassiven mit teilweise bis zu 3000m hohen Gipfeln.

We have spent longer in the French Alps than planned, so today we want to make progress towards the south. To do that we have to traverse the university city of Grenoble. While our road winds down from the Chartreuse Massif the town spreads out impressively below us.
Grenoble is Europe’s largest mountain city. The city itself is at the modest altitude of 212m, but it is surrounded by three large mountain massifs with some of the peaks reaching up to 3000m.  

 

 

 

Während wir an der alten Stadtbefestigung vorbeifahren (li), zieht ein gelbes Riesenhuhn wie gewünscht unsere Aufmerksamkeit auf sich, nur dass wir lediglich knipsen statt auf eine Pizza einzukehren.

We drive past some of the old town fortifications (l) and are amused by the huge yellow hen (r), which manages to attract our attention enough for a picture but not enough to stop for a pizza.

 

 

 

Im südlichen Zipfel verlassen wir Grenoble und folgen dem weiten Tal des Flusses Drac. Links und rechts der Straße erheben sich mächtige Berge, hier das Hochplateau des Vercors-Massivs.

At the south end we leave Grenoble and follow the wide valley of the River Drac. On left and right of the road are mountains of the Vercors Massif.

 

 

 

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Die Gebirgsketten rechts und links des Drac-Tals verleiten uns immer wieder zu Bilder-Stopps. Richtung Westen ragen in der Ferne hohe Schneeberge in den Himmel; es handelt sich dabei um das Massiv Les Écrins, das zu den wildesten Gebieten der französischen Alpen zählt. Zudem ist es ein Unesco-Kandidat (Kultur und Natur).
Während wir hier mehrere Panoramaaufnahmen schießen, reift in uns der Wunsch, entgegen unserem ursprünglichen Plan, zügig nach Süden zu fahren, einen "kurzen" Abstecher in dieses reizvolle Bergwelt zu unternehmen.

The mountain chains to right and left of the Drac Valley off fine photo stops. In the distance to the west high snow-covered mountains soar up into the sky. They belong to the Les Écrins Massif, one of the wildest areas of the French Alps. It is also a candidate for inclusion as a cultural and natural site in the Unesco list.
While shooting several panorama pictures here we decide to modify our plan to hurry on south and to make a ‘short’ diversion towards this appealing mountain world.

 

 

 

Wir verlassen also die schnelle Nord-Süd-Trasse Richtung Westen und kommen den beeindruckenden Bergen mit steil abfallenden Kalksteinplateaus sehr nahe.

We leave the fast north-south highway and set off towards the west, soon getting much closer to impressive mountains with dramatic cliffs soaring up to limestone plateaux.

 

 

 

Zu beiden Seiten der kurvenreichen Straße gibt es zahllose schöne Ansichten, z.B. das kleine Bergdorf La Croix de la Pigne.

On both sides of the curvy road there are numerous fine views, here for example of the little mountain town La Croix de la Pigne ...

 

 

 

Oder den eifrigen Bauern auf seinem topfebenen Feld, hinter dem ein Berg wie eine Wand emporzuwachsen scheint.

.. or of the farmer working industriously in his pancake flat field with the steep mountain wall as a backdrop.

 

 

 

Nach St. Firmin wird es ernst. Wir biegen in eine kleine Straße ein, die uns das Valgaudemar-Tal entlangführt. Rechts und links wird das Tal von den Berghängen des Écrins-Massivs begrenzt. Anfangs fahren wir durch einige wenige Dörfer wie hier St. Maurice. Der Ort besitzt mit seiner Kirche ein historisches Denkmal aus dem 11. und 12. Jh.(li).

After St. Firmin we turn into a small road leading up the Valgaudemar Valley. On the right and left sides of the valley are the slopes of the Écrins Massif. Early on we drive through several small villages, such as St. Maurice. Its church is a historic monument from the 11th and 12th C.

 

 

 

Je tiefer wir in das Valgaudemar-Tal eindringen, desto seltener stoßen wir auf Dörfer. Mehrere Kilometer fahren wir entlang den Ufern des Flusses Severaisse Richtung Talschluss.

As we drive further up the Valgaudemar Valley the villages become rarer. For several kilometres we drive directly along the shores of the River Severaisse towards the top of the valley. 

 

 

 

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Die Felswände rechts und links der Straße werden steiler, mehrere Wasserfälle stürzen aus ihnen in die Severaisse. Am Rande dieses Wasserfalls, Cascade de Combe Froide genannt, steigen wir ein Stück bergauf. Der Weg ist schwierig zu begehen, da er aus lockerem Gestein besteht. Zu Füßen des Wasserfalls steht ein großer Erinnerungsstein, auf dem die Namen der Bergsteiger vermerkt sind, die in diesem Gebiet ums Leben kamen.

The rocky slopes on both sides of the road get steeper and numerous waterfalls tumble down to join the River Severaisse. Near this waterfall, the Cascade de Combe Froide, we climb a short way up the rough stony path. At the foot of the falls there is a stone memorial for mountaineers who lost their lives climbing nearby. 

 

 

 

Eine der letzten Häuseransammlung, die man noch Ortschaft nennen könnte, ist La Bourg. Das Dorf wirkt gefährdet ob der Geröllmassen, die sich über ihm auftürmen.
Unsere Straße hat das Flusstal bereits verlassen und windet sich den Berghang hinauf.

La Bourg is one of the last clusters of houses which can be called a village. It looks in great danger of rock slides from above.
By this point our road has left the river valley and winds higher along the side of the mountain slope.

 

 

 

 

 

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Mit dem Anstieg der Straße werden die Schneegipfel des Nationalparks sichtbar. Sie erreichen mit der Barre des Écrins eine Höhe von 4102m. Somit ist die Barre der südlichste Viertausender der französischen Alpen. Die hier sichtbaren Gipfel sind etwa 3500m hoch.
1408m hoch liegen die Häuschen des Dorfes Rif du Sap, das 1950 von einer Lawine schwer beschädigt wurde. Heute werden die verbliebenen Gebäude nur noch im Sommer bewohnt.

As the road climbs up the snowy peaks of the National Park come into view. The highest peak in the park is the Barre des Écrins, (4102m), which also makes it the southernmost 4000m peak of the French Alps. The peaks visible here are about 3500m.
The houses of the tiny village of Rif du Sap are at about 1408m. In 1950 the village was badly damaged by an avalanche. Nowadays the houses are only occupied in the summer months.

 

 

 

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Die letzten 5km der Straße sind für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Wir sind froh, dass zumindest unser Bus keine Gewichtsprobleme hat und knipsen ihn vor der wilden, graubraunen Bergkulisse.

The last 5km of the road are off limits for vehicles over 3.5t.  We don’t have to watch our weight too much with our bus and we photograph it with the wild mountain scenery as backdrop.

 

 

 

Die Straße ändert schließlich ihre Richtung und führt gen Norden. Als sich dieser breite Wasserfall, "Voile de la Mariée", Schleier der Braut, genannt, in unser Blickfeld schiebt, haben wir den höchsten mit einem Fahrzeug erreichbaren Punkt der Valgaudemar-Strecke erreicht.

Towards its end the road veers to the north. When this fine waterfall, the "Voile de la Mariée", (The Bride’s Veil), comes into view we are practically at the highest point reachable on the Valgaudemar road.

 

 

 

 

 

Anfang Mai sind auf einer Höhe von 1650m die letzten Schneereste noch nicht weggeschmolzen, doch die freiliegenden braunen Winterwiesen werden bereits von winzigen Krokussen und ersten grünen Grasspitzen mit einem Hauch Farbe überzogen.

At 1650m in early May snow remains have not yet melted away, but the brown wintry meadows are already well covered by small wild crocuses and  early grass shoots give a shimmer of colour.

 

 

 

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Wie auf einer großen natürlichen Terrasse befindet sich hier die Berghütte Giobernay. Noch ist sie geschlossen, doch ihre schiere Größe vermittelt eine Ahnung davon, was hier zu anderen Jahreszeiten los ist.
Richtung Süden blickt man auf den vielzackigen Gipfel des über 3400m hohen Sirac, rechts im Bild ist wieder der Brautschleier zu erkennen.

The Giobernay  Mountain Refuge is on the edge of a large natural terrace. It is closed when we are there but its size gives an impression of how busy it must be here at other times of the year.
Towards the south the multiple crags of the 3400m Sirac remind me of a huge prehistoric stone axe. On the right the Bride’s Veil Waterfall again.

 

 

 

Richtung Norden ragt der Gipfel des Les Bans empor; ca. 10km weiter nördlich liegt das Zentrum des Nationalparks, das Pelvoux-Massiv mit dem höchsten Berg des Parks, der Barre des Écrins. Von dieser Hochterrasse aus führen viele wunderschöne Wanderwege in die an Seen, Wasserfällen, seltenen Pflanzen und Tieren (hier lebt noch der Steinadler) reiche Natur, eine der ursprünglichsten der gesamten französischen Alpen.

Towards the north the Les Bans peak can be seen. About 10km further on is the centre of the National Park, the Pelvoux Massif, with the highest peak in the park, the Barre des Écrins. From the high plateau where we are hiking routes are sign-posted among lakes, waterfalls and nature rich in rare plants and animals - e.g. there are Golden Eagles here. It is one of the most untouched areas of the whole French Alps.

 

 

 

Doch wir beenden hier unseren Abstecher in den Nationalpark, da wir unsere Fahrt nach Süden wieder aufnehmen wollen. Ca. 25km lang fahren wir jetzt das Valgaudemar-Tal in entgegengesetzter Richtung ab.
Im Ort Gap finden wir einen ruhigen Stellplatz für die Nacht.

But we end our short diversion into the National Park as we want to carry on towards the south. We drive about 25km back down along the same road through the Valgaudemar Valley.
In the town of Gap we find a quiet site to spend the night in our bus.   

 

 

 

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Am nächsten Morgen setzen wir unsere Fahrt entlang des Flusses Durance fort. Da der Fluss immer wieder für verheerende Überschwemmungen sorgte, wurde er mit Hilfe einer riesigen Staumauer zurückgedrängt. Der neu entstandene, äußerst reizvolle Lac de Serre Poncon wird intensiv touristisch und zur Stromerzeugung genutzt.

Next morning our route proceeds along the River Durance. As the river was subject to repeated severe flooding a huge dam was built - finished in 1960 - to keep it under control. This created a most attractive reservoir Lac de Serre Poncon which is used intensively both by tourists and for electricity generation.

 

 

 

Am Museumsladen des Staudamms, das eine Fülle prächtiger Fossilien ausstellt, die in der Umgebung gefunden wurden, begegnet uns dieser sich ungewöhnlich fortbewegende Schweizer. Das sei die richtige Art zu reisen, bemerken wir, doch er antwortet: "Nur bei schönem Wetter!". Nach der Dauer seines Ritts durch Frankreich gefragt, sagt er, es dauere, solange es dauere. Wahrscheinlich um die zwei Monate.

At the museum shop near the dam very impressive fossils from the area are on display. There we briefly meet a Swiss tourist with an unusual means of transport. Our remark ‘that’s the right way to travel’, he counters with, ‘only in good weather’. We ask how long he plans for his ride through France: ‘It takes as long as it takes’. Probably about two months.

 

 

 

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Im malerisch gelegenen Ort Seyne les Alpes stoßen wir auf die Hinterlassenschaft eines guten alten Bekannten, nämlich auf ein Fort des rührigen Festungsbauers Vauban, den wir im Kapitel Besancon bereits genug gewürdigt haben.

In the picturesquely situated town of Seyne les Alpes we find a legacy of an old acquaintance. It is another fort designed by the famous military architect Vauban who played the main role in our chapter Besancon

 

 

 

Der hübsche Ort Seyne les Alpes mit der ihn überragenden Festung vom Tal aus betrachtet.

The pretty town Seyne les Alpes with the fortress towering above it as seen from the valley.

 

 

 

Unser heutiges Ziel ist der Ort Castellane am östlichen Ende der Verdon-Schlucht. Doch zuvor lassen wir uns dazu verleiten, eine andere dramatische Schlucht zu durchqueren. Es handelt sich um die "Clues de Barles", die beeindruckende überhängende Felsstürze (li), schmale Brücken und niedrige Tunnels zu bieten hat. Wir bangen ein wenig um unseren Bus, als wir die Höhenbegrenzung für den Tunnel (re) lesen: 2,8m! Unser Fahrzeug misst 2,7m. Für welche Dachbreite wohl die 2,8m gelten? Nun, es ist gut gegangen, die "Schlumpfmütze" unseres Californias sitzt noch drauf.

Today’s goal is the town of Castellane at the eastern end of the Verdon Gorge. But on the way we drive through another dramatic gorge, the ‘Clues de Barles’. Impressive overhangs (l), narrow bridges and low tunnels are on offer. When we see a height limit of 2.8m we hope they have measured correctly and for a wide enough road as our bus is 2.7m high. But we didn’t hear any loud scraping noises so apparently it was sufficient.

 

 

 

Mehrmals verlassen wir die schnellen Talstraßen und fahren einsame Passwege hinauf. Am "Col de Fanget" erhalten wir einen prächtigen Ausblick auf die Provence-Alpen.

On the way not far from Seyne les Alpes we drive across a pass "Col de Fanget" and enjoy the magnificent view out towards the Provence-Alps.

 

 

 

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