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 E & BJ Capper Nagold 2005

 

13.5.2005

Sintra, Portugal

Königliche Resindenz

Royal Residence

Sintra - eine Kleinstadt in der Nähe Lissabons, 10km von den schönen Atlantikküsten entfernt - beherbergt inmitten exotischer, üppiger Wälder viele alte Villen und Herrschaftshäuser aus der Zeit, in der Portugal Weltmacht war, sowie mehrere berühmte Paläste.
In seinen Gebäuden findet man die weltgrößte Ansammlung farbiger, glasierter Kacheln (Azulejos), die auch das Dach des rechts abgebildeten Schlösschens schmücken.

Sintra is a small town near Lisbon, 10 km away from the beautiful Atlantic coast. Surrounded by exotic and luxuriant woods, it contains many old villas,  noble homes and famous palaces  from the period when Portugal was a world power.
The buildings contain the world’s largest collection of  coloured glazed tiles called Azulejos. These  decorate the roof of the noble villa in the picture.

Das Städtchen Sintra gehört mit seinen exotischen Wäldern, den Schlössern, Villen und alten Gassen zum Weltkulturerbe der UNESCO.

The town of Sintra with its woods, villas, palaces and old streets belongs to the UNESCO World Heritage list.

 

 

 

 

 

Hier erblicken wir - von den Eingangsstufen des Nationalpalasts aus - einen Teil des alten Städtchens mit seinen herrschaftlichen Häusern, die sich an die steilen Hänge der dicht bewaldeten Serra de Sintra anschmiegen. Viele der alten Gebäude stammen noch aus den Zeiten der Monarchie. Als diese 1910 von der Republik abgelöst wurde, verfielen einige Anwesen, was in den Augen mancher Betrachter den romantischen Eindruck noch verstärkt.
Auf dem Hügelkamm stehen Reste des alten maurischen Kastells. Von ihm aus soll man eine exzellente Sicht über Sintra und Umgebung genießen können.

From the steps of the National Palace we look across to part of the old town clinging to the slope of the wooded Serra de Sintra. Many of the old buildings date back to the time of the monarchy. When that ended in 1910 in favour of the republic, some of the building fell into decay, which for some people made the town even more romantic.
Up on the hill are remains of the old Moorish castle from which we understand there is a very good view out over Sintra and the surrounding area.

 

 

 

Im Zentrum Sintras befindet sich der Palacio Nacional de Sintra, über 800 Jahre lang die Sommerresidenz der maurischen und danach der portugiesischen Könige, die hierher der stickigen Hitze Lissabons entflohen. Dass der Palast maurischen Ursprungs ist, erkennt man an seiner verschachtelten Bauweise.

In the centre is the Palacio Nacional de Sintra, which for over 800 years was the summer residence of the Moorish and then the Portuguese kings, who used it to escape from Lisbon’s oppressive heat. Although originally Moorish, most of the palace  dates from the late 14th century.

 

 

 

Das Erkennungsmerkmal des Palasts, aber auch der gesamten Ortschaft sind die zwei konischen Türme, die wie riesige Sektflaschen aus dem Schloss heraus ragen. Es sind Kamine, die nach unten direkt in die großen Küchenräume übergehen. Sie wurden im 14. Jahrhundert unter König Joao I. erbaut, der weitläufige Änderungen an der alten Burg vornehmen ließ.

The main points of recognition of the palace and also of the town are the two white conical towers standing up from the palace like enormous champagne bottles or bowling pins. They are large chimneys which lead directly into the palace kitchens below. They are part of the many changes carried out by King Joao I in the 14th century.

 

 

 

 

 

Eine kleine Skulptur mit gewundenen Schiffstauen im Innenhof, auch seine Wände sind kachelnbestückt, und ein hübscher Zimmerbrunnen

A small statue with twisted ships’ ropes in a tiled inner court and a pretty indoor fountain.

 

 

 

Der ehemalige Bankettsaal, der Schwanensaal, so genannt nach den in achteckige Holzrahmen gefassten Schwanenabbildungen entlang der gewölbten Decke. Auch hier wurden Fenster und Türen mit kunstvollen Kacheln umrandet.

The previous banqueting hall takes its name ‘The Swan Hall’ from the octagonal swan pictures in the fine panelled ceiling. Here again beautiful tiles are used to decorate doors and windows.

 

 

 

 

 

Da im Lauf der Jahrhunderte immer wieder angebaut oder verändert wurde, kam es zu einem entzückenden Stilmix, was auch an der unterschiedlichen Gestaltung der Fliesen zu sehen ist.
Das mittlere Bild zeigt die berühmten blauen Kachel mit romantischen Motiven. Die Wände des beeindruckenden Wappensaals mit seiner großen Kuppel sind ganz von ihnen bedeckt. Man erhält den Eindruck von riesigen, wandfüllenden, blau-weißen Gemälden.

Extensions and changes to the buildings during the course of the centuries has led to a charming mixture of styles, evidenced to by the many different designs of tiles on walls and floors.
The middle picture shows some of the famous blue tiles with romantic motives which surround the impressive Coats of Arms room.

 

 

 

 

 

Die Decke der kleinen Schlosskapelle wurde mit maurischen Mustern bedeckt. Auf dem Boden scheint ein Teppich zu liegen - auch er ist aus bunten Kacheln.
In diesen Raum soll sich König Manuel I. begeben haben, nachdem er erfahren hatte, dass der Entdecker Vasco da Gama zurückgekehrt sei und den Seeweg nach Indien gefunden habe.
König Manuel wird auch "der Glückliche" genannt, da in seine Zeit die großen Entdeckungen fielen (z.B. Brasilien, Seeweg nach Indien), die seine Vorgänger vorbereitet hatten und die Portugal schließlich zu einem wohlhabenden Weltreich machten.

The roof of the small palace chapel is covered with Moorish tiled patterns. What appears to be a carpet on the floor proves again to be coloured tiles.
King Emanuel I went to this room after hearing that the explorer Vasco da Gama had returned from discovering the sea route to India.
King Emanuel is also called ‘the Fortunate’, as it was during his reign that the harvest of great discoveries - e.g. Brazil, sea route to India - prepared by his predecessors was gathered in. These led to the ascension of Portugal to be a wealthy world power.

 

 

 

 

 

Die großen Küchenräume unterhalb der enormen Kamine. Die Wände der Küche verjüngen sich nach oben und gehen direkt in die Kaminschlote über.

Extensive kitchen rooms underneath the enormous chimneys. The high kitchen walls slope in to become the walls of the chimneys.

 

 

 

Ein Blick in einen der Kamine, der allerdings die wahren Dimensionen nur unbefriedigend wiedergibt.

The view up into one of the chimineys, which unfortunately doesn’t really convey the large scale.

 

 

 

 

 

König Manuel ließ im 16.Jh. viele Verzierungen im nach ihm benannten manuelinischen Stil anbringen, wie z.B. diese Fensterverkleidung. Der Stil ist üppig und ausladend und voller Motive aus dem Meer und der Seefahrt. Er ist weltweit einmalig.

In the 16th century King Emanuel introduced many decorations, e.g. here the window surrounding, in the style that carries his name -  ‘Manuelinish’. The opulent   style incorporating sea and marine motives is unique in the world.

 

 

 

 

 

Maroden Charme findet man um die Plätze des Städtchens - und in den Cafés Platz für viele Touristen.

Some of the buildings in the town demonstrate rather faded charm. The cafes have plenty of tourist space.

 

 

 

Enge, steile Gassen, abblätternder, gelblicher Putz und spektakuläre Aussichten neben prächtig renovierten Villen, so zeigt sich uns dieser interessante, geschichtsträchtige Ort.

Narrow and steep alleys, flaking yellow plaster and spectacular views alongside beautifully restored villas characterize this interesting and historically rich town.

 

 

 

Wenn man nur hoch genug steigt, wird man von diesem Anblick des Königspalasts belohnt.

When you get up high enough you are rewarded by this view of the royal palace.

 

 

 

 

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture. Sintra Panorama 5.2005

Ein Panoramabild vom Schloss, dem Ort Sintra mit den ihn umgebenden Wäldern und eine Ahnung vom nahen Meer (oben und links). Bei gutem Wetter konnten die Könige von ihrer Residenz aus die mit Gewürzen und Gold beladenen Schiffe in das Hafengebiet einlaufen sehen.

A panorama picture of the royal palace, the town of Sintra with its surrounding woods and a hint of the nearby sea in the distance (above and left). In good weather the kings could watch from their residence the ships loaded up with spices and gold returning to port.

 

 

 

Als hätte Sintra nicht schon genug an verzierten, verspielten Gebäuden und überwucherten Gärten, so bietet es doch noch einen Nachschlag für romantische Seelen: den Pena-Palast, auf einer Hügelspitze über dem Ort gelegen.
Der Prinzgemahl Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha, der spätere König Ferdinand II., ließ seiner Phantasie freien Lauf und errichtete ab 1838 ein Schloss, das sämtliche portugiesischen Baustile wie ein riesiges Zuckerbäckerwerk in sich vereinigt.

As if Sintra didn’t have enough playfully decorated buildings and overgrown gardens, at the top of the hill above the town is a further helping for romanticists, the Pena Palace.
Prince Consort Ferdinand of Sachsen-Coburg-Gotha, later given the title King Ferdinand II, gave free reign to his fantasy and from 1838 on built this palace incorporating every possible Portuguese architectural style into a sort of enormous work of confectionary.

 

 

 

Die Romantiker jener Zeit waren begeistert. Richard Strauß rühmte den Tag, als er den Palast sah, als den glücklichsten seines Lebens. Auch wir sind sprachlos über den Wagemut, solchen Träumen eine Form zu geben. Puristen lästern über den Stilmix, doch gerade der macht den Palast in seiner konsequenten Umsetzung äußerst sehenswert.

The romanticists of the time were delighted. Romantic composer Richard Strauss described the day he saw the palace as the happiest of his life. We also are speechless at the daring shown in the realization of such dreams. Purists criticize the mixture of styles, but that is exactly what makes the palace so worth seeing.

 

 

 

Wir sind für einen Einlass mal wieder wenige Minuten zu spät. Wir dürfen nur bis hierhin und nicht weiter. Man sagt, dass das Innere des Palasts dem Äußeren in nichts nachstehe bezüglich fröhlicher Farbgebung und opulenter Pracht.

Yet again we manage to be just a few minutes too late to get inside, so this is where we have to stop. What a pity! We are told that the inside is just as colourful and opulent as the outside.

 

 

 

Ein bisschen maurische Kacheln, ein bisschen manuelinische Stein-Bebänderung - was muss der König Spaß gehabt haben beim Entwerfen oder Begutachten der Details.

Some Moorish tiles here, some Manuelinish stone lintels there - the king must have had great fun designing and examining the details.

 

 

 

 

 

Und damit keine Langeweile aufkommt, wird der Anbau direkt daneben ganz anders gestaltet.
Ferdinand II. soll, wen wundert’s, ein Schöngeist gewesen sein, der gern in seinem riesigen Ballsaal saß und klassischen Konzerten lauschte.
Der pazifistische Prinzregent konnte den Wirren des Bruderkriegs in seinem Land und dem Niedergang des portugiesischen Weltreichs nichts entgegensetzten.
In zweiter Ehe verheiratete er sich mit einer Opernsängerin.

To avoid boredom the neighbouring extension is carried out in a different style again.
Ferdinand II, not surprisingly, was an aesthete who loved sitting in his enormous ballroom listening to classical concerts.
The pacifist King-Consort and later Regent for his son was not able to counter the confusions of Civil War in his country nor to prevent the decline of Portugal from being a world power.
His second marriage was to an opera singer.

 

 

 

 

 

Auch die schönen Parks und exotischen Wälder sind ein Werk Ferdinand II. Ursprünglich waren die Hügel um Sintra kahl, doch Ferdinand ließ 3000 Bäume anpflanzen, Grotten, Teiche und Tunnel graben, die dem ganzen überwucherten, häufig nebelverhangenem Gelände etwas Weltentrücktes verleihen.

The beautiful park and exotic woods are also the work of King Ferdinand II. The hills above Sintra were previously bare, but Ferdinand had 3000 trees planted, had grottoes, ponds and tunnels built, and gave the whole overgrown and often misty terrain something of an unearthly quality.   

 

 

 

Man sagt den Portugiesen eine gewisse Traurigkeit, eine rückwärtsgeneigte Sehnsucht nach, Saudade genannt, die sich vielleicht aus dem Verlust des "goldenen" Zeitalters nährt. Hier in Sintra kann man am ehesten einen Zipfel dieses mystischen Gefühls erhaschen.

The Portuguese are said to have a certain melancholy, called Saudade, which maybe stems from the loss of the ‘Golden Era’. Here in Sintra you may be able to get some sense of this ephemeral mood.

 

 

 

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