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 E & BJ Capper Nagold 2007/08

 

22. - 23.6.2007

Narvik - Saltstraumen

 

Die E6 führt uns heute direkt ins Zentrum Narviks. Unser Reiseführer (Baedeker) spricht von "wenig ansprechenden Zweckbauten", und man muss ihm recht geben. Die Stadt wurde im 2. Weltkrieg völlig zerstört und in den 1950er Jahren wieder aufgebaut.
Auf der Suche nach einem Internetcafe schlendern wir die Kongens Gate entlang, eine der Haupteinkaufsstraßen Narviks.

The E6 leads us directly into the centre of Narvik. Our Baedecker travel guide talks about ‘not very appealing functional buildings’, and we have to admit the truth of that. The town was completely destroyed in the 2nd WW and rebuilt in the 1950’s.
Looking for an internet cafe we wander along Kongens Gate, one of Narvik’s main shopping streets.

 

 

 

Die Bemühungen der Bewohner, die Nachkriegsbausubstanz etwas aufzulockern, schlagen sich in vielen lustigen und verspielten Skulpturen nieder.

The inhabitants’ efforts to brighten up the post-war architecture can be seen in the entertaining and playful sculptures.

 

 

 

An einer zentralen Grünanlage befinden sich links im Bild das Rathaus der Stadt und rechts das Kriegsmuseum.

The Town Hall (l) and the War Museum (r) are situated around a small central park.

 

 

 

Türme und Spitzen. Links sieht man den Turm der schwedischen Seemannskirche, die die enge Verbindung der Stadt mit Schweden demonstriert; rechts das spiegelnde Denkmal für die norwegischen Panzerschiffe "Norge" und "Eidsvold", die sich im April 1940 bei der Invasion Narviks durch die Deutschen den Zerstörern in den Weg stellten und versenkt wurden.
Neben weiteren 28 Kriegsschiffen, hauptsächlich aus Großbritannien und Deutschland, ruhen sie im Narviker Hafenbecken.

Spires and towers. On the left is the tower of the Swedish Sailors’ Church, which demonstrates the close connections of the town with Sweden.
On the right is the glittering memorial to the Norwegian armoured ships ‘Norge’ and ‘Eisvold’. which went out to encounter the German destroyers during the invasion of Narvik in April 1940 and were sunk.
Together with 28 other fighting ships, mostly British and German, they now lie on the seabed of  Narvik’s  harbour.

 

 

 

Es war dieses Hafen- und Bahnhofsgebiet, das das große Interesse der kriegsführenden Parteien weckte und zum Untergang der Stadt führte. Es teilt die Stadt praktisch in zwei Teile. Über lange Schienen- und Fördersysteme wird das aus Schweden ankommende Eisenerz ins Hafengebiet transportiert (hinten rechts).
Im Winter war die Eisenerzverschiffung über Narviks eisfreien Hafen die einzige Möglichkeit, die Erzlieferungen aus dem ergiebigen Kiruna in Schweden aufrecht zu erhalten. Die geplante Besetzung der Stadt durch Briten und Deutsche erfolgte praktisch am gleichen Tag und führte zu den verheerenden Kämpfen im Hafenbecken. Die Briten gewannen schließlich die Schlacht um Narvik und vertrieben die restlichen Deutschen in die Berge, doch dann begann die Invasion Frankreichs, und die britischen Soldaten wurden dorthin abgezogen. Die Deutschen übernahmen Narvik und blieben dort fast bis zum Kriegsende.

It was this port and railway terminal area that aroused the great interest of the warring parties and led to the downfall of the town. It divides the town practically into two parts. On long rail and conveying systems the iron ore from Sweden is transported into the harbour area (background on left).
In winter exporting the iron ore via Narvik was the only possible route to maintain supply of ore from the the productive mines at Kiruna, Sweden. The planned occupations of Narvik by Britain and Germany happened practically on the same day in April 1940 and led to devastating fighting in the harbour. The British finally won the struggle for Narvik and drove the remaining German forces into the mountains, but then the German invasion of France began and the British soldiers were transferred there. The Germans took over Narvik and remained there almost until the end of the war.

 

 

 

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Auf dieser Panoramaaufnahme kann man die Ausmaße der riesigen Erzverschiffungsanlage besser erkennen. Das Stadtzentrum liegt hinter dem rechten Frachtschiff.

Heute hat die Bedeutung Narviks für die Verschiffung stark abgenommen, da einige Entwicklungsländer, z.B. Brasilien, Eisenerz wesentlich billiger fördern können. Nur noch 300 Personen finden Arbeit im Erzhafen.
Dafür erfährt eine spezielle Tourismusbranche Auftrieb, nämlich das Wracktauchen. Narvik gilt unter Tauchern als eines der besten Schiffswrackgebiete Nordeuropas. Doch nicht alle 30 hier ruhenden Wracks dürfen besichtigt werden. Manche sind noch voller Munition, und die beiden norwegischen Schiffe gelten als Kriegsfriedhof.
Ob das Wrackteil, das sich im Bild aus der Mitte des Fjords erhebt, zu den Kriegsresten zählt, konnten wir nicht klären.

In this panorama picture the huge scale of the docks for ore shipment can be seen better. (Picture can be enlarged.) The town centre is behind the freighter on the right.
Nowadays the importance of Narvik as a shipment port is substantially reduced as some developing countries such as Brazil can mine iron ore much more cheaply. Only 300 people are now employed in the harbour.
On the plus side a special branch of tourism has developed, wreck diving. For divers, Narvik is one of the best shipwreck diving localities in northern Europe. But not all of the 30 wrecks are allowed to be visited. Some are still filled with ammunition and the Norwegian ships are classified as war graves.
We haven’t found out if the part of a wreck that can be seen in the centre of the picture is from the war. We presume so.

 

 

 

Die endlosen Tage bescheren Norwegen auch nördlich des Polarkreises ein enormes Pflanzenwachstum und schier überquellende Blumenwiesen (hier am Ofotfjord).
Das Foto wurde aus dem fahrenden Auto aufgenommen, weshalb die Pflanzen im Vordergrund verschwommen wirken - ein hübscher Effekt, wie wir meinen.

The endless days cause enormous plant growth in Norway, even north of the Arctic Circle, and flourishing fields of flowers, (here by the Ofotfjord).
The photo was taken from the moving car. A river of yellow, white and green flows past us.

 

 

 

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Die E6 wird manchmal etwas abschätzig beurteilt, gilt sie doch als die zweispurige Autobahn Norwegens. Will man das Land durchqueren, kann man ihr praktisch nicht entgehen.
Im Hochsommer mag sie auch viel Verkehr führen, doch heute, im Juni, erleben wir sie südlich von Narvik in fast leerem Zustand - und sie führt durch eine wunderschöne, fremdartige Landschaft. Am Efjord spiegeln sich im glasklaren Wasser ungewöhnliche Bergzüge, kleine Inseln und bunte Fischerboote.

The E6 is often described disparagingly and referred to as Norway’s two-lane motorway. If you want to travel the length of the country you almost can’t avoid it.
In summer it is apparently full of traffic, but now, in June, we enjoy it as it leads us through beautiful and unusual landscape. Unusual mountain shapes, little islands and colourful boats are reflected here in the crystal clear water of Efjord.

 

 

 

Ein kleines Ruderboot schwebt über den küstennahen Algen.

A small dingy floats airily above the seaweed on the sea shore.

 

 

 

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Fast kann man erahnen, wie durch den Druck tausende Meter dicker Eisschichten diese Bergformen "zurechtgeschliffen" wurden.
Rechts im Hintergrung erkennt man die Brücke, mit deren Hilfe die E6 den Efjord überwindet.

It is interesting to think how the pressure of thousand metre thick layers of ice planed the mountains down to their present forms.
On the right in the background the bridge can be seen over which the E6 crosses the Efjord on its way south.

 

 

 

Der markante Stortinden mit seinem riesigen Gletschertrog und eines der hübschen gespiegelten Fischerboote, die man ähnlich in ganz Norwegen sieht.

The dramatic form of Stortinden with its huge glacial bowl and a prettily reflected Norwegian fishing boats.

 

 

 

John wollte dieses Bild anfangs kopfüber ins Netz stellen, da das Bild Potential besitzt, um zu verwirren. Doch so, richtig herum, lässt sich wohl erkennen, dass die kleine Insel inmitten der gespiegelten Bergspitze schwebt.

Initially I thought of presenting this picture upside down as a puzzle, but on reflection ...

 

 

 

Wo die abgeschliffenen Berge nicht direkt ins Meer stürzen, bildeten sich zwischen ihnen grüne, urtümliche Täler (hier bei Huglhornet).

Between the eroded mountains (near Huglhornet) is a fresh green valley.

 

 

 

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Wenn irgend möglich graben die Norweger zugunsten einer ununterbrochenen Befahrung der E6 Tunnel oder spannen Brücken. Hier bei Skarberget war das nicht mehr machbar. Der mächtige Tysfjord schiebt sich tief ins Landesinnere hinein.
Die Fähre nach Bognes wartet schon auf uns.

Almost everywhere the Norwegians have dug tunnels or built bridges to ensure unbroken travel on the E6. Here at Skarberget is an exception where the mighty Tysfjord cuts deeply into the land.
The ferry to Bognes is already waiting for us. We pay about €25 for car and caravan.

 

 

 

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Wie gewaltig der Tysfjord ist, kann man hier sehen; die Tiefe lässt sich nur erahnen. Seit 18 Jahren überwintern riesige Heringsschwärme in diesem Fjord, bedingt durch veränderte Meeresströmungen. Diesen Schwärmen folgen bis zu 700 Orcas, denen hier ein prächtiges Mahl gerichtet wird. Seit einigen Jahren folgen den Orcas Touristen: in Schiffen, Schlauchbooten oder Kajaks. Manche Wagemutigen lassen sich in Taucheranzügen zwischen den Orcas treiben; der Mensch steht, das muss man dann glauben, nicht auf dem Speisezettel der Killerwale.
Es gibt Anzeichen dafür, dass sich die Heringsschwärme wieder fürs Verbleiben im offenen Meer entscheiden: Ein beunruhigender Gedanke für die ehemaligen Walfänger, die diese Orca-Sichtungen anbieten.

The picture shows something of the grandeur of Tysfjord. Changes in ocean currents have resulted in huge shoals of herring spending the winter here in the last 18 years. Up to 700 orcas follow the shoals, which provide them with rich fare. For some years now the orcas are in turn followed by tourists, in ships, rubber dingies and kayaks. Some of the very daring ones even dive down in their diving suits between the orcas; people - you have to trust it in that situation -  are not on a killer whale’s menu.
There are signs that the herring shoals are starting more to stay out in the open sea. A disturbing thought for former whalers who have now changed their business model to offering orca-watching trips.

 

 

 

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Der Tysfjord ist ein Seitenarm des Vestfjords. Links im Bild mündet er in diesen. Folgerichtig handelt es sich bei der schneebedeckten Bergkette im Hintergrund um das Südende der Insel Hinnoya und wahrscheinlich die Lofoten. Da werden bei uns schöne Erinnerungen wach!

Tysfjord is an arm of Vestfjord and on the left of the picture they join each other. The snow-covered mountains in the background are on the southern end of the island of Hinnoya, probably with Lofoten at the left-hand end. That awakes happy memories!

 

 

 

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Nochmals ein wenig näher: die Einmündung des Tysfjords in den Vestfjord und dahinter Hinnoya.

Now a little closer, the mouth of Tysfjord where it joins Vestfjord, with Hinnoya in the distance.

 

 

 

An diese Stelle standen wir vor 14 Tagen schon einmal, vor unserem Lofotenbesuch, und knipsten den Vestfjord mit den schneebedeckten Vesteralen, Hinnoya und den Lofoten  im Hintergrund. Heute beleben interessante Wolkengebilde den Himmel.

We stood at the same spot 14 days earlier, before we visited the Lofoten Islands, and photographed the Vestfjord with the snow-covered mountains of Vesteralen, Hinnoya and Lofoten. Today the sky contributes fascinating clouds to our picture.

 

 

 

Mitten aus der üppiger werdenden Vegetation erheben sich spektakuläre Felswände: hier der Krakmotinden...

Spectacular rocky crags soar above the now more profuse vegetation - here Krakmotinden ...

 

 

 

...und da eine schwungvolle Spitze des Vestrefjells.

... and an elegantly curling peak belonging to Vestrefjell.

 

 

 

Bei Fauske zweigen wir von der E6 ab, um in der Nähe Bodös den größten Gezeitenstrom der Welt zu bewundern.
 Zwischen den beiden Inseln in der Bildmitte liegt ein 2,5km langer und 150 m breiter Sund, geologisch betrachtet ein Nadelöhr, der zwei große Fjorde verbindet, nämlich den Saltfjord mit dem Skjerstadfjord. Über den Sund spannt sich eine Brücke, von der aus man die Verwirbelungen des Gezeitenstroms gut beobachten kann.

At Fauske we turn off the E6 to look at the world’s mightiest tidal current at Saltstraumen, near Bodo.
Between the two islands in the centre of the picture is a 2.5km long and 150m wide (narrow) channel connecting two large fjords, Saltfjord and Skjerstadfjord. A road bridge crosses the channel, and from it one can watch the tidal current with its whirlpools. 

 

 

 

Von der Brücke aus blicken wir nun auf den Saltstraumen, den mächtigen Gezeitenstrom. Wo sich die schmale Passage hinten in der Bildmitte öffnet, beginnt der Saltfjord.
In den sechs Stunden zwischen Ebbe und Flut werden 400 Millionen Kubikmeter Wasser mit einer Geschwindigkeit von 40km/h durch den 150m breiten und 30 m tiefen Sund gepresst. Dabei entstehen riesige Verwirbelungen und Strudel, die Durchmesser von 10-15m erreichen können. Das Ganze wirkt wie ein riesiger gurgelnder Strom, der allerdings mit Einsetzen der Ebbe seine Richtung ändert und dann vom landeinwärts liegenden Skjerstadfjord in Richtung Saltfjord und offenes Meer fließt.

From the bridge we look down at the strong Saltstraumen current. In the centre of the picture the passage opens out into Saltfjord.
In the six hours between high and low tide 400 million cubic metres of water flow at up to 40 km/h through the 150m wide and 30m deep channel. The turbulent current creates whirlpools up to 15m across. Altogether it forms a gurgling river that flows towards us (and into the Skjerstadfjord behind us) with the upcoming tide, and then turns and empties with the outgoing tide towards Saltfjord and the open sea.

 

 

 

Von der Höhe der Brücke aus betrachtet, finden wir den Mahlstrom weniger spektakulär als erwartet. Zoomt man sich allerdings an ihn heran (oder schaut ihn vom Ufer aus an) sieht man, welche Ausdehnung und Tiefe die Strudel besitzen. Es wirkt, als habe jemand aus einer riesigen Badewanne den Stöpsel gezogen.

From the elevation of the high bridge we find the current initially less spectacular than expected. Then if you zoom in on it (or look at it from the banks of the channel) you recognize how powerful and deep the vortices are.
This sort of whirling current rotating like a grindstone is the origin of the English word ‘maelstrom’ (‘grinding current’).

 

 

 

Uns stockt ein wenig der Atem, als sich dieses kleine Boot mitten in die Verstrudelungen hinein begibt, bilden sich doch manchmal riesige Tröge (rechts unten).
Das Angeln soll hier exzellent sein, anscheinend fängt jeder etwas, der eine Leine ins Wasser halten kann. Manchmal muss man die Fische auch nur einsammeln: Bei bestimmten Wetterverhältnissen schwimmen die Tiefseefische im 500m tiefen Saltfjord näher an die Oberfläche, wo sie von den Strudeln erfasst, in die Höhe gerissen und durch den plötzlichen Druckabfall getötet werden. Sie treiben dann auf der Wasseroberfläche.

Der örtliche Campingplatz, wo wir mit Mühe und Not noch ein Plätzchen ergattern konnten, ist Ende Juni bereits überfüllt. Es gibt allerdings noch Ausweichflächen. Doch Flotten von Wohnmobilen drängen sich auf verbotenen Plätzen unter den Brückenenden. Das Gebiet ist ein Eldorado für Angler. Nicht wenige Norweger ärgern sich darüber (und wir entwickeln langsam ein gewisses Verständnis dafür), dass die Ausländer mit leeren Tiefkühltruhen anreisen und mit kostenlosen Meeresfischen gefüllten wieder ab. Zusätzlich tun sie fast alles, um das Bezahlen von Campingplatzgebühren zu vermeiden.

We are surprised to see this little boat venturing out despite the power of the current. What happens if it gets near one of the whirlpools with a proper cavity in the water surface? (See on the right).
Fishing is apparently excellent here. Any one who puts a line into the water catches something. Sometimes fish just have to be collected up: under certain weather conditions the deep-sea fish from the 500m deep Saltfjord swim nearer to the surface and get caught by the current. Apparently they get swept up to the surface and are killed by the sudden drop of pressure. Sometimes they are found floating on the surface.

At the local camping site we have some trouble finding a space. At the end of June the main site is already almost full, but there are overflow areas. However hordes of mobile homes occupy areas under the ends of bridges which are actually forbidden. The area is a paradise for anglers. Quite a few of the Norwegians get annoyed by the situation, and we start to understand them better, that foreigners come with an empty deep freezer, fill it up with free fish from the sea, and then on top of that do everything to avoid paying camping fees.

 

 

 

Wenige Meter vom Saltstraumen entfernt - und bei hohem Gezeitenstand direkt in ihm - steht diese hübsche Fischerhütte. Ob man dann aus dem Fenster heraus angeln kann?

A few metres from Salstraumen stands this pretty fisherman’s hut. Maybe under good conditions at high tide you can even fish out of the window!

 

 

 

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