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 E & BJ Capper Nagold 2006/2007

 

2.- 4.5.2006

Cristian, Sebeş, Câlnic
(Grossau, Mühlbach, Kelling)

Kirchenburgen 1

Fortified Churches 1

Wenige Kilometer westlich von Sibiu liegt an der gut ausgebauten Nationalstraße eine kleinere Ortschaft, Cristian, oder deutsch Großau, genannt. Wir besuchen sie, da ein in unserem Heimatort Nagold lebender Bekannter vor vielen Jahren von Großau in die BRD ausgewandert ist und wir versprochen haben, aktuelle Bilder von hier mitzubringen.
Wir biegen von der Hauptstraße ab und befinden uns sogleich inmitten typisch siebenbürgischer Dorfidylle. Entlang der wie auf einer Perlenschnur aufgereihten, zur Straße hin verschlossen wirkenden Wohnhäuser zieht ein Pferd einen Wagen. Staub wirbelt auf, denn die Wege sind nicht befestigt.

A few kilometres west of Sibiu on the well developed  main road is the small town of Cristian, (in German Grossau). Someone we know at home in Nagold who emigrated from there to Germany many years ago asked us to bring back pictures of it.
We turn off from the main road and find ourselves immediately in the typical Transylvanian Saxon village idyll. Strung out along the dusty, unmade road is the line of village houses, each closed and well-protected by wall and gate. Horse and cart pass slowly and sedately.

 

 

 

Cristian ist bekannt für seine zahlreichen Storchennester. Lauthals wird auf diesem Telegrafenmast geklappert, was der Storchenschnabel hergibt.

Cristian is well-known for its numerous stork nests. Here the flight-arrival of one of the pair is celebrated enthusiastically and loudly.          

 

 

 

Im Zentrum des Ortes stoßen wir auf diese beachtenswerte Kirchenburg. Sie liegt direkt am Flüsschen Zibin, das auch durch Sibiu fließt und im Lauf der Jahrhunderte für einige Überschwemmungen und Zerstörungen gesorgt hat.
Cristian gehörte wohl zu den Orten, die während der ersten Umsiedlungswelle deutscher Siedler Ende des zwölften Jahrhunderts gegründet wurden. Schon bald wurde eine romanische Kirche gebaut, von der noch Reste sichtbar sind. Den mehrfachen Türkenangriffen im Mittelalter ist es zu verdanken, dass die Kirche mit starken Wehrtürmen und Rundmauern umgeben wurde, zwischen die sich die Bevölkerung bei einem Angriff zurückziehen konnte.
Der Kirchturm erhielt sein heutiges Aussehen nach einem Erdbeben um 1800. Damals wurden auch die vier Türmchen aufgesetzt, die aussagen, dass der Ort die Blutgerichtsbarkeit besitzt, was jedoch laut einiger Urkunden nicht der Fall gewesen sein soll.
Das Pförtnerhäuschen (im Bild unterhalb des Kirchturms) über dem ursprünglichen Eingangstor wird gerade innen renoviert. Der achteckige Wehrturm rechts daneben befindet sich bereits im Innern des Kirchhofs. Aus ihm konnten bereits eingedrungene Feinde mit Pech begossen werden.

In the centre of the town we reach this remarkable fortified church. It stands directly on the banks of the same small river Zibin that also flows through Sibiu. Over the centuries river floods have been the cause of repeated damage.
Cristian was probably one of the settlements founded by the first wave of German settlers at the end of the 12th century. A Romanesque church was soon built, of which some remains are still visible (see below). To counter the repeated Turkish attacks in mediaeval times the church was fortified with strong defensive towers and surrounding walls, behind which the population could seek protection in case of an assault.
The church tower was given its present appearance after an earthquake around 1800. At that time the four small towers were also added, indicating that the town had the right (although some old documents deny this) to hold Blood Courts at which sentences to death or  mutilation were possible.
The gate house above the original entrance, below the church tower in the picture, is currently being renovated. The octagonal defensive tower on its right is within the walled enclosure. From it hot pitch could be poured down onto attackers who had breached the outside walls.

 

 

 

Etwas mühsam suchen wir einen offenen Eingang zur Kirchenburg und finden ihn neben der Hauptstraße.
Als wir eintreten, stehen wir in einem blühenden Pfarrgarten. Vor einer Mauer steht eine Bank, auf der zwei ältere Herren sitzen. "Sprechen Sie deutsch?", werden wir sofort von ihnen im angenehmen Siebenbürger Sachsen-Dialekt angesprochen. Es handelt sich um zwei der wenigen noch in Großau verbliebenen Deutschen (1974 lebten noch 2640 Siebenbürger Sachsen in Großau, 1996 noch 70)
Den aus verschiedenen Gründen in Rumänien zurückgebliebenen Sachsen (z.B. wegen  familiärer Bindungen  zu  Rumänen) fällt häufig die Aufgabe zu, sich um die aufgehäuften Kulturgüter aus beinahe 900 Jahren Anwesenheit der Siebenbürger Sachsen, besonders um die zahllosen Kirchenburgen (es sollen über 170 sein) zu kümmern, eine schon finanziell aussichtslose Sache. So sind die Kirchenburgen ständig vom Verfall bedroht, selbst wenn sie, wie z.B. Cristian, von deutschen Verbänden oder Kirchengemeinden unterstützt werden.

We walk most of the way round the walls until be find an open entrance near the main road.
On entering we find ourselves in a flowering vicarage garden. Sitting on a bench against a wall are two older men. "Sprechen Sie deutsch?" (“Do you speak German?”), we are immediately asked by Herr H. in the pleasant, slightly sing-song  Transylvanian Saxon dialect. The two belong to the small remaining German population of Cristian. (In 1974 there were 2640, in 1996 just 70.)
The few Germans  who remain in Romania, typically because of family ties to non-Germans,  now often have the task of being caretakers of the cultural heritage, particularly of the over 170 fortified churches, accumulated during the almost 900 years of Transylvanian Saxon presence in Romania. For financial reasons the task seems hopeless, as so many of the fortified churches are  threatened with decay, even where, as in Cristian, they receive support from German  organizations or church congregations.

 

 

 

 

 

Herr H. lässt es sich nicht nehmen, uns herumzuführen und auf interessante Details aufmerksam zu machen. Er selbst schätzt die Zahl der verbliebenen Siebenbürger Sachsen in Großau auf 1-2% der ursprünglichen Zahl. Wehmütig meint er, es sei abzusehen, dass innerhalb weniger Jahre praktisch keine Deutschen mehr in Großau leben werden.
Leider ist der "Österreicher", wohl der Verwalter der Kirche, gerade nicht anwesend, so dass wir das beeindruckende Kircheninnere nur durch ein verschlossenes Gitter betrachten können. Die mächtige Hallenkirche wird von 6 achteckigen, bunt gestrichenen Pfeilern gestützt. Die Bänke ohne Rückenlehne waren für die Frauen gedacht, damit die kostbaren Rückenbänder der Trachten nicht zerknittert wurden.

Herr H. is pleased to show us around and to point out many interesting details. He himself estimates the number of Transylvanian Saxons in Cristain at 1-2% of the original number. Melancholically he says that in a few years there will be almost no Germans left at all.
Unfortunately the ‘Austrian’, presumably the official caretaker of the church, is not there, so we can only view the impressive church interior through a closed grating. Six hexagonal, colourfully painted columns support the nave. The backless benches were for the women, so that the backs of their costly traditional costumes did not get crumpled.     

 

 

 

 

 

Diese Kirchenburg besitzt etwas in Siebenbürgen Seltenes, nämlich noch sichtbare Reste der alten romanischen Kirche. Unterhalb des Glockenturms stoßen wir auf uralte Rundbögen, die anfänglich offen waren, nach den Tartareneinfällen jedoch geschlossen wurden.

This church has something which is rare in the Transylvanian fortified churches - visible remains of the old Romanesque church. Under the bell-tower we see ancient rounded arches. These were originally  open, but were closed after Tartar attacks.   

 

 

 

Wir besteigen gemeinsam den hohen Kirchturm und betrachten den Ort von oben. Am Ufer des Flüsschens Zibin steht das große alte gelbgetünchte Schulhaus (links) . Im Hintergrund geht die "Große Aue", die weite, fruchtbare Ebene, in die Berge der Karpaten über.

We climb the high church tower together and get an aerial view of the town. On the bank of the River Zibin stands the large, old schoolhouse (l). In the background the “Great Meadow”, the wide, fertile plain, leads away into the Carpathian mountains.                      

 

 

 

Im Kirchhof steht ein Erinnerungsstein, in den die Namen der nach dem 2. Weltkrieg in die sowjetischen Arbeitslager (als Teil deutscher Reparationszahlungen) Deportierten eingraviert sind.
Auch ein Ahnherr unseres Nagolder Bekannten scheint hier aufgeführt zu sein. Großau war - wie noch drei andere Siebenbürger Dörfer -  eine sog. "Landlergemeinde". Zwischen 1735-1738 wurden 160 Emigranten aus dem Salzkammergut hier angesiedelt. Im Zuge der Gegenreformation wurden diese protestantischen Österreicher dazu gezwungen, ihre katholische Heimat zu verlassen, was damals beschönigend "Transmigration" genannt wurde.

In the churchyard stands a memorial with the names of those deported  from the town to Soviet Union work camps after the 2nd World War as part of the German reparation payments.                        

 

 

 

 

 

Hinter einem Tor im innersten Befestigungsring wird uns der ehemalige Leichenwagen gezeigt, der von einem Pferd gezogen wurde. Bei Begräbnissen zogen die trauernden Dorfbewohner hinter dem Wagen durch das große Eingangstor in den Kirchhof ein. Seit vielen Jahren wird er nicht mehr benützt. Ein schlichter Karren mit Gummireifen erfüllt heute seine Aufgabe.

In a storeroom set against the inner defensive walls we are shown this former horse-drawn hearse. At funerals the mourners used to walk behind it through the large entrance gate into the churchyard. It has now been out of use for many years and a simple cart with rubber tyres has taken over its job.

 

 

 

Und auf noch etwas macht uns unser Führer aufmerksam, das nur noch an wenigen Kirchen anzutreffen ist: die ehemalige Pestkanzel am Pfarrhaus, das 1550 errichtet wurde. In ihr stand der Pfarrer und predigte für seine im Hof versammelte Gemeinde, in der Hoffnung, so vor Ansteckung bewahrt zu bleiben. 1553 wurde der Ort durch Cholera und Pest verwüstet, zu vier weiteren Epidemien kam es zwischen 1706 und 1755.

Our guide points out another unusual and interesting feature: the former Plague Pulpit, built  onto the vicarage wall in 1550. The priest stood in  it to preach to his congregation, hoping to  avoid infection. Soon after in 1553 the village was ravaged by cholera and plague. Later, between 1706 and 1755, there  were four further  epidemics .                 

 

 

 

 

 

Am Ende unseres Rundgang bittet uns der Freund von Herrn H., ihn ein Stück weit Richtung Sibiu mitzunehmen. Auch er spricht von den gravierenden Veränderungen und Schwierigkeiten der neueren Zeit. Alles werde so teuer.  Die staatliche Mindestrente  beträgt ca. €25 pro Monat. Seine  Rente reiche nur für Grundnahrungsmittel. Da er Land 7km von der aufstrebenden Stadt Sibiu entfernt besitze, hoffe er immer noch, dass eine Firma Interesse an seinem Land gewinne und ihm ein sorgenfreies Alter beschere. Einmal hätte eine österreichische Fabrik angefragt, doch es sei nichts aus einem Verkauf geworden.
Während wir im Supermarkt Metro, den man durch die Autoscheibe hindurch erkennen kann, zu durchaus westlichen Preisen einkaufen gehen, müssen wir daran denken, wie hart es für viele Bewohner des heutigen Rumäniens sein muss, derart vom Fortschritt und Wohlstand abgeschnitten zu sein. In keinem von uns bisher bereisten Land ist uns der Zusammenprall von neuem Reichtum und unglaublicher Armut (selbst wenn man die wahrhaft bettelarmen Roma nicht dazunimmt) so krass erschienen. Man muss kein Prophet sein, um riesige gesellschaftliche Spannungen für die Zukunft vorauszusehen.

After our guided tour, Herr H.’s friend asks us to give him a lift on our way into Sibiu. He also tells us about the serious changes and difficulties in recent times. Everything is getting more expensive. The minimum state pension is about €25 per month. His pension is only enough for basic staple food. He might be able to sell his land about 7km from the growing town of Sibiu to get money to live on in old age, but so far has not been successful.
While we shop at the Metro supermarket, visible through the car window, and find prices not very different from home, we have to think how hard it must be for many people in Romania today, if they are cut off from progress and even modest prosperity. The gap between new wealth and poverty, even excluding the utter poverty of some of the Roma population, is enormous, and it is clear that this will cause huge social tension in coming years.     

 

 

 

 

 

Wie Hohn klingen manche der Anschriften auf den alten öffentlichen Gebäuden (links in Großau, rechts in Sebes). Dass der Einsatz der Siebenbürger Sachsen von der Geschichte nicht belohnt wurde und ihr Aufenthalt hier wohl eine zu Ende kommende Phase sein wird, scheint heute offensichtlich.
Auch die Hoffnung, "Bildung ist Freiheit", erwies sich als trügerisch. Nachdem die Siebenbürger Sachsen nach dem zweiten Weltkrieg um ihren Besitz und ihr Bürgerrecht gebracht worden waren (ex-lex-Stellung), suchten sie Zukunftschancen in einer guten Ausbildung ihrer Kinder. Doch gerade die sog. Intelligenzija wurde von den Kommunisten besonders hart verfolgt.

 The inscriptions in German on some of the buildings seem to have a mocking undertone. On the left in Cristian “Thanklessness is the world’s reward’: history does not seem to be rewarding the industry and presence of the Transylvanian Saxons here over many centuries - a period which is probably soon coming to an end.
On the right on a school building in Sebes “Education is Freedom”. This also proved deceptive. In 1945 the German-speaking population of  Cristain, for example, lost citizenship and voting rights, and almost all agricultural land was confiscated. Especially the intelligentsia were targeted by the communists.                                               

 

 

 

 

 

55 km westlich von Sibiu, an der Kreuzung zweier wichtiger Straßen, liegt das aufstrebende Städtchen Sebes, zu deutsch Mühlbach, in dem bereits die Daker und danach die Römer wohnten, bevor sich Anfang des 13. Jh. die Siebenbürger Sachsen ansiedelten.
Den Platz vor der großen Kirche schmückt ein neuer Marmorbrunnen, und viele umliegenden Häuser sind schön renoviert.

55 km to the west of Sibiu, at the junction of two important roads, lies the aspiring town of Sebes. Historically it had been home to Dacians and then Romans, before it was settled by Transylvanian Saxons at the start of the 13th century.
The square in front of the church is decorated by this modern marble fountain, and many of the surrounding buildings have been nicely renovated.     

 

 

 

Von großer kulturhistorischer Bedeutung ist die gewaltige evangelische Kirche. Als wir sie besichtigen wollen, erscheint ein junger Mann mit einem riesigen Schlüssel und lässt uns hinein.

The imposing Protestant church is culturally and historically important. When we go to see if we can visit it, a young man quickly appears with a huge key to let us in.

 

 

 

 

 

Das Innere der Kirche besticht durch eine bemerkenswerte Mischung aus romanischen und gotischen Elementen. Die ursprünglich romanische Basilika beeindruckt durch massive Pfeiler und Rundbögen. In gotischen Zeiten erhielt das Dach ein Rippengewölbe. Die alte romanische Apsis wurde zu einer polygonalen gotischen umgebaut, und der Chor wurde noch einmal so lang wie das gesamte Hauptschiff.

The church interior is a blend of Romanesque and Gothic elements. From the original Romanesque basilica there are the impressive and massive pillars and rounded arches. The high vaulted ceiling is from the Gothic period. The Romanesque apse was rebuilt into a polygonal Gothic one, and the choir was lengthened to be as long as the main nave.

 

 

 

 

 

Der Chor erinnert an die reiche Ausschmückung der Prager Parlerschule (siehe die St. Veitskathedrale, Prag oder die St. Barbara-Kirche, Kutna Hora). Vielleicht kannte der Baumeister sie.
Das Prunkstück der Kirche ist jedoch der 13m hohe Flügelaltar von Veit Stoß, der höchste in Siebenbürgen. Er stammt aus dem Jahr 1516.

The richly decorated choir is reminiscent of the Prag Parler School, (as in the St. Vitus Cathedral, Prag, and the church of St. Barbara in Kutna Hora). Perhaps the architect had contact with   them.
The pearl of the church is the 13m high winged altar by Veit Stoss. It is the highest in Transylvania and dates from 1516.             

 

 

 

 

 

Um den Platz herum finden sich noch die alten Fleischerlauben und Stücke der ehemaligen Stadtbefestigung, in die die Häuser teilweise integriert wurden. Vor den alten Mauern posieren auf obigem Bild zwei Models für Modeaufnahmen.

Around the square, old butchers’ arcades can still be seen and also parts of the former town wall; in some cases these are integrated into the houses. In the picture above the old walls are being used as backdrop in a fashion picture shooting.                                             

 

 

 

Wir sind mal wieder am Suchen, und zwar die Rote Schlucht (Rapa Rosie), 4km vor Sebes gelegen. Wie häufig in Rumänien finden wir aufgrund der schlechten Beschilderung das Gesuchte nicht, dafür aber etwas anderes. Hier eine lange Kaskade sanfter Fischteiche, eingebettet in eine liebliche hügelige Landschaft.

We go looking for the Red Gorge (Rapa Rosie), which  is apparently about 4km from Sebes. A frequent experience for us in Romania: because of bad signs we can’t find what we are looking for, but do find something else, in this case a long sequence of peaceful fishponds, set in gentle rolling countryside.                                   

 

 

 

Dass die Weiher fischreich sein müssen, bezeugt diese Ansammlung von Fischreihern, von denen jeder einzelne im gleichen Winkel zur Sonne steht.

This picture of the herons by one of the ponds, each poised patiently and all standing in the same direction, demonstrates that there must be plenty of fish.

 

 

 

 

Wir fahren an diesem frühen Abend noch ein Stückchen weiter und suchen die "Kirchenburg" in Calnic (deutsch Kelling), die Teil des UNESCO Weltkulturerbes ist.
 Das Besondere an dieser Festung ist, dass sie nicht um eine Kirche erbaut wurde, sondern um den Wohnturm eines Grafen.

 Die Anlage, die dominierend im Ortskern steht, ist nicht zu übersehen, doch selbst als wir direkt davor geparkt haben, erscheint augenblicklich eine junge Frau, um uns zu zeigen, wo die Festung steht. Natürlich will sie für diesen überflüssigen Dienst Geld, und wie man sieht, wird John schwach.
Auf dem kleinen Bildausschnitt darunter kann man erkennen, dass sich früh übt, was ein guter Bettler werden will.
Genervt von den zahllosen penetranten Bettelaktionen, denen wir ausgesetzt waren, sind wir schließlich dazu übergegangen, die ausgestreckten Hände mit einzeln verpackten Bonbons zu füllen. Meist gaben sich die Leute damit zufrieden.

There is still some time this evening, so we drive a bit further to look at the church at Calnic, which is one of the fortified churches included in the list of UNESCO World Cultural Heritage sites.
The special thing about this fortification is that it was built not just to include the church, but also to include a Count’s tower dwelling.

The complex dominates the centre of the small town and cannot be overlooked. Nevertheless, even when we have parked the car right in front of it, a young woman comes over promptly with her pram to tell us where to go in. Of course she wants payment for this unnecessary service, and, as you see, I weakened.
As seen more clearly in the detail taken from the main picture, successful beggars get their training in young years!
The obtrusive begging got on our nerves, so we made a habit of buying packs of sweets to put singly into begging hands. People were often content with that.              

 

 

 

 

 

Das Innere der trutzigen Wehrburg erscheint erstaunlich grün und friedlich.

Inside the fortifications it is astonishingly green and peaceful.

 

 

 

 

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture. Calnic 5.2006

Mit Hilfe dieses Panoramabildes, (aus 8 Einzelbildern zusammengesetzt), versuchen wir aufzuzeigen, was sich im Innern der Mauern tatsächlich befindet. Der klobige Turm links war der Wohnturm des Grafen von Kelling, der sich diesen 1260 dreigeschossig erbauen ließ und ihn mit wehrhaften Mauern umgab. Der letzte Graf übergab die Festung 1430 an die Gemeinde, die einen weiteren inneren und äußeren Befestigungsring errichtete und auf den Fundamenten der kleinen Kapelle eine neue bauen ließ.

With this panorama picture (composed of 8 separate pictures), we try to convey the impression of what is inside the walls. The bulky tower on the left was the dwelling of the Count of Calnic (in German ‘Kelling’), which he had built as a three-storied tower in 1260 and surrounded with defensive walls. The last Count handed the whole stronghold over to the town authorities, who built further inner and outer defensive rings (see below) and built a new chapel on the foundations of the previous one.            

 

 

 

Das Innere der Kapelle ist anrührend schlicht und sehr protestantisch deutsch. Man glaubt nicht, sich im Herzen Rumäniens zu befinden.

The interior of the chapel is touchingly simple and very German Protestant in style. (The Bible text is in German: ‘Behold, I am with you always until the end of the world’.) It is surprising to remember we are in the middle of Romania.                 

 

 

 

Im ehemaligen Wohnturm befindet sich heute ein Museum, das örtliche Kunst- und Kulturgüter ausstellt.

In the former dwelling tower there is now  a museum displaying local modern and historical arts and crafts.

 

 

 

Kunstvoll verziert sind diese alten Lederjacken. Die Winter sind hier bitterkalt und gehen meist plötzlich in einen heißen Sommer über.
Die Campingplatzbesitzerin in Aurel Vlaicu meint, in Rumänien würden Frühling und Herbst, wie wir sie gewohnt sind, praktisch fehlen.

These old leather jackets are artfully decorated. The  continental winter here is bitterly cold and comes quickly after the hot summer.
The manageress of the Aurel Vlaicu camping site (a very useful source of information for us!) says that Spring and Autumn - as we are used to them  - are almost non-existent in Romania.

 

 

 

 

 

Ein weiterer Blick auf Festung und Umgebung.

A further view of fortification and surroundings.

 

 

 

Hier sieht man, wie um den ursprünglichen mittleren Ring eine weitere Mauer sowohl innen wie außen hochgezogen wurde. Zwischen die beiden inneren Mauern wurden Vorrats- und Wohnräume für die Zeiten der türkischen Belagerungen gebaut. Zwischen mittlerem und äußeren Ring befand sich ein Graben.

Here you can see how further rings were built both inside and outside the original wall. Between the middle and inner walls storerooms and dwellings were built to be used during times of Turkish sieges. Between middle and outer walls was a ditch.

 

 

 

Auch wenn die Felder vielerorts noch mit Pferden und Ochsen beackert werden, so zieht der technische Fortschritt langsam, aber sicher auch in die rumänischen geschichtsträchtigen Dörfer ein.

Although much of the field work is still done with horses (often) and oxen (less often), technical progress is slowly but surely coming even into such historic villages. 

 

 

 

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