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 E & BJ Capper Nagold 2006/2007

 

28.4. - 4.5.2006

Hunedoara,
Aurel Vlaicu & Densu
ş

Anfang einer Rumänien-Rundreise

Start of trip around Romania

Einleitung:

 "Wie kommt ihr auf Rumänien?!", das war meist der entsetzt-besorgte Ausruf unserer Freunde, wenn wir ihre Frage nach unserem diesjährigen Rundreiseziel beantworteten. Ja, wie sind wir darauf gekommen? Eine interessante Tschechienreise im Herbst letzten Jahres hatte in uns den Verdacht genährt, dass noch so mancher kulturelle und landschaftliche Schatz im erweiterten Osteuropa zu heben sein müsste, und einige auf der CMT(Touristik)-Messe in Stuttgart eingesammelten Hochglanzprospekte der rumänischen Zentrale für Touristik taten ein Übriges. Wildromantische Burgen klebten an den imposanten Hängen der schneebedeckten Karpaten, aus den Schilfmeeren des Donaudeltas flüchteten Pelikane, und fremdartige, pilzköpfige Kirchen waren innen wie außen farbenfroh bemalt.
Treu unserem bewährten Motto, uns anhand der Unesco-Welterbestätten durch ein Land führen zu lassen, entdeckten wir deren sieben an der Zahl: sechs Kultur-, und ein Naturerbe, die die gesamte Fläche gut abdecken, sich in den Berggebieten jedoch häufen. Das versprach eine machbare und spannende Reise. Dass der rumänische Fremdenverkehrsverband mit viel mehr Welterbestätten wirbt, wunderte uns anfangs, bis wir feststellten, dass drei der Welterbe sich aus 6-7 einzelnen, über teilweise große Gebiete verstreute Objekte zusammensetzen. Die meisten davon zu erforschen, könnte zu einer wahren Herausforderung werden. Wir wollten uns dafür 5-6 Wochen Zeit lassen.

Introduction:

“Why do you want to go to Romania?!”, was the worried and puzzled reaction of friends when they asked us about our this year’s travel plans. Yes, why did we choose it?
An interesting trip to the Czech Republic in Oct./Nov. last year made us generally more aware of the cultural and natural treasures in eastern Europe and then the colourful Romanian tourist authority brochures collected during a visit to the Stuttgart CMT Tourist Exhibition did the rest. Wild, romantic castles cling to the imposing slopes of the snow-covered Carpathians, pelicans fly up from the reed-covered waters of the Danube Delta, and strange-looking mushroom-towered churches are covered with paintings, not only inside but outside as well.

True to our trusty method of approaching the visit to a country using Unesco World Cultural Heritage sites as starting point, we find there are 7 listed in Romania. Six are cultural and one is natural and they are fairly well spread-out around the country, with more of them in the central mountainous area. That promises a doable and interesting trip. The fact that the Romanian tourist brochures talk about far more World Cultural Heritage sites confuses us at first, until we realize that three of the listed sites each cover 6-7 locations spread out over wide areas. It is quite a challenge to try to visit most of them and we plan on being away for about 6 weeks. 

Was allerdings in keinem Prospekt zu finden ist, sind Nahaufnahmen der rumänischen Straßen. Und da wir diese über 4000 km befahren haben, stellen wir diese Aufnahmen einer gewöhnlichen Straße und eines eher ungewöhnlichen Warnschildes (dessen Kilometerangabe man locker um zwei Nullen hätte erweitern können) als sog. (holpriges) verbindendes Element an den Anfang unseres Berichts. Es wird sich nicht vermeiden lassen, im weiteren Verlauf hin und wieder auf die Straßenzustände zu sprechen zu kommen, zumal sie das Ausmaß und die Mühsal unserer Erkundungsfahrten mit dem PKW ganz entscheidend beeinflussten. (Mit dem Wohnwagen haben wir uns übrigens auf das Befahren der größeren Nationalstraßen begrenzt.) Doch es sind auch Bemühungen sichtbar, die Straßenbeläge zu verbessern.

Davon wissen wir noch nichts, als wir Ende April nach zwei angenehmen Reisetagen die ungarisch/rumänische Grenze bei Mako passieren. Laut der rumänischen Einreisebestimmungen, die die Einfuhr frischer Lebensmittel verbieten, zittere ich um den Inhalt meines Kühlschranks im Wohnwagen, doch die Zöllner zeigen keinerlei Interesse an Gouda oder Schwarzwälder Schinken, noch an Kamera und Laptop, dafür werden wir sogleich von hilfsbereiten Rumänen umringt, die unsere Euro in rumänische Lei tauschen wollen. Sie möchten wohl unsere Verwirrung ausnützen, da die Regierung Anfang des Jahres vier Nullen der Währung gestrichen hat, d.h. 10000 alte Lei sind jetzt 1 neuer Leu, welcher ungefähr 30 Cent wert ist. Allerdings sind alte und neue Scheine im Umlauf, so wie auch Preisschilder den alten oder neuen Wert tragen können. Erst 2007 sollen die alten Scheine aus dem Verkehr gezogen werden.

It may seem an unusual topic to start a report with, but  what none of the Tourist Office brochures show are close-ups of the Romanian roads. We drove about 4000 km on them and show a picture of a not unusual one. Also of a rather unusual sign warning of uneven roads. You can mentally add a couple of zeros to the km distance shown. Comments about the roads will be unavoidable as they were often a significant factor adding to the duration and arduousness of our various trips of exploration in the car. (With the caravan we limited our travels to the more major roads.) Efforts to improve the roads are being made, but there is still a lot to be done.

But we don’t yet know any of that as, after two good days of travel, we cross the Hungary/Romania border near Mako. Having read in our motor club travel information about Romanian import restrictions on various fresh food products (and the requirement to declare items of value), we are rather unsure about the contents of our caravan fridge, but the customs officials seem interested in neither Gouda, nor Black Forest ham and neither laptops, nor cameras.  
We are immediately surrounded by helpful Romanians with fists full of wads of currency, who are eager to change our Euros. We fortunately refuse as we would have been sitting ducks for any tricks. At the beginning of the year the government got rid of 4 zeroes in the currency. 100000 old Lei became 10 Leu, worth about 3 Euros. Both types of note are still in circulation and prices are quoted in one or other or both. Very confusing - even after weeks of practice.

 

 

 

Die rumänische Touristikzentrale verschickt auch eine schöne Landeskarte mit den registrierten Campingplätzen, 49 an der Zahl für das gesamte Land. Erst später erfahren wir, dass es nicht wenige davon gar nicht (mehr) gibt. Doch heute haben wir Glück. Nach 230 Kilometern Fahrt auf furchterregenden Straßen (nie wieder haben wir uns eine so weite Strecke für einen Tag vorgenommen, da 30km/Stunde Durchschnittsgeschwindigkeit zu unserer Richtlinie wurde), werden wir auf diesem Campingplatz am Rande des Dorfes Aurel Vlaicu, das direkt an der E68 Richtung Sibiu liegt, von der niederländischen Leitung herzlich empfangen. Das sympathische Ehepaar hatte nach Beendigung seiner Arbeit bei einem holländisch/rumänischen Hilfswerk diesen Bauernhof gekauft, Toiletten und Duschen eingebaut, das Feld hinter dem Haus aufgeschüttet und eine befahrbare Piste legen lassen. Am zweiten Abend stoßen wir mit den beiden auf Johns Geburtstag an. Gemeinsam über Karten und Prospekten brütend, weisen sie uns in dieses doch sehr fremdartige Land ein und geben uns so manchen hilfreichen Tipp.

The Romanian Tourist board had sent a nice map with a list of the 49 registered camping sites in the country. Later we learn that quite a few of them no longer exist. But today we are in luck. After 230 km on ‘main’ but bad roads (after that experience we significantly reduce the distance we expect to travel in a day, often not much more than 30kmh), we reach this camping site in the village of Aurel Vlaicu, just next to the E68 on the road eastwards towards Sibiu. (Also listed in our ADAC road travel club guide).
We are heartily welcomed by the Dutch people who run the camping site. When their work for a Dutch/Romanian charity organization ended, this likeable couple bought this farm, installed toilets and showers, filled in the marshy field behind the farm buildings (which now include a small restaurant) and built a good concrete access road for the campers. On our second evening there they join us for a drink to celebrate my birthday. We study maps and brochures together and they give us a lot of starting tips and help in this - for us - rather outlandish country.

 

 

 

Am folgenden Sonntag Abend erscheinen zwei Pferdekarren mit sensenbewaffneten Männern und ihren kleinen Söhnen. Es handelt sich um den hiesigen "Mähdienst", der die Campingplatzleiterin gebeten hat, zu dieser ungewöhnlichen Zeit noch mähen zu dürfen, da den Pferden das Futter ausging. Wie ein Kind, das brav die Beine hebt, damit die Mutter unter seinem Stuhl staubsaugen kann, schieben wir unseren Wohnwagen nach hinten.
Fasziniert beobachten wir, mit welcher Schnelligkeit und scheinbaren Leichtigkeit die Grasbüschel den Sensen zum Opfer fallen und sogleich zusammengerecht werden. Schon macht sich das hungrige Pferd darüber her. Ein einzelnes Pferd, das erfahren wir heute, benötigt jeden Tag eine ganze Wagenladung Heu als Futter. Uns wird klar, welch ausgedehnte Gebiete in einem pferdereichen Land wie Rumänien benötigt werden, um die Ernährung der Tiere sicherzustellen.

On the following Sunday two horses and carts appear, with two young men armed with scythes and with their young sons. This is the local mowing service, which has asked the camping site lady manager if they can do their stuff at this unusual time as they need grass for their horses. Like a good child lifting up its legs to let Mum hoover underneath its chair we push our caravan backwards out of their way.
We are fascinated by the speed and precision with which the grass is scythed and raked together. Here one of the horses enjoys the freshly-cut grass. We are told that one horse eats a whole wagon-load of hay each day, so that means a lot of space is needed to provide hay in this horse-rich country!

 

 

 

Die Rumänen leben mit einer Unzahl von Tieren zusammen. Diese muntere Gänseschar befindet sich hinter einer kleinen Einzäunung direkt an der Hauptstraße des Dorfes. Es scheint unmöglich, die strengen Stallpflicht-Vorschriften der EU zur Eindämmung der Vogelgrippe durchsetzen zu können. Allerdings leben die Tiere hier wohl natürlicher als ihre zusammengepferchten Artgenossen in den europäischen Hochleistungs-Zuchtfabriken.

Rural Romanians live with numerous animals. This cheerful family of geese was inside a small wire enclosure on the fresh grass directly next to the main road through the village. It seems unrealistic to expect  strict EU regulations about living quarters for livestock to be applied here. At any rate the animals seem to live more naturally than in European poultry factories.

 

 

 

Unser Campingplatz in Aurel Vlaicu befindet sich am linken unteren Rand Siebenbürgens, auch Transsilvanien genannt, das Land "jenseits der Wälder". Innerhalb des riesigen Karpatenbogens auf einer Höhe zwischen 300-800m gelegen, war und ist es ein riesiger Schmelztiegel der unterschiedlichsten Ethnien wie Rumänen, Ungarn, Siebenbürger Sachsen, Szeklern und Roma. 
Auf den ersten Blick wirkt Siebenbürgen wie eine stark mittel- und westeuropäisch beeinflusste Kulturlandschaft. Hunedoara (deutsch: Eisenmarkt), eine Stadt in etwas 45 km südwestlicher Entfernung, beherbergt ein geschichtsträchtiges Burgen-Kleinod, das auf Werbebroschüren häufig auf der Titelseite prangt.
Es handelt sich um das Schloss der Corvinen, Schloss Corvinesti, eines der bedeutendsten, ja das größte nicht kirchliche gotische Bauwerk Siebenbürgens. Am Rande des Stadtzentrums gelegen, erhebt es sich malerisch vor grünen Hügeln.

Our camping site is in the left lower corner of Transylvania, for the Romans the land ‘beyond the forests’. Within the enormous arc of the Carpathians at heights between 300m and 800m, this was and is an enormous melting pot of different ethnic groups: Romanians, Hungarians, Transylvanian Saxons, Transylvanian Magyars (Szekler), and the Roma people.
The first impression of Transylvania is of a cultural landscape strongly influenced by Central and Western Europe. Hunedoara, a town about 45km to the south-west, is the home of a gem of a historic castle - often featured on the cover of the glossy travel brochures.
It is the Hunyad Castle, the ancient seat of the Hunyadi or Corvin family, which is one of the most significant and also the largest of the gothic buildings (apart from churches) in Transylvania. It is situated at the edge of the town centre and rises up in front of picturesque green hills.

 

 

 

Da wir gegen die Sonne knipsen, besteigen wir, um bessere Fotos zu erhalten, den Hügel hinter dem Schloss und sind erstmals sprachlos. Auf keinem Werbeprospekt war die Burg aus dieser Perspektive zu sehen, und das aus gutem Grund, wie wir jetzt erkennen.
Zwar wirkt der Burgkomplex äußerst malerisch und gut erhalten, doch um ihn herum befindet sich die einst größte, heute verrottende Eisenhütte Rumäniens. Der Kommunismus hatte aus dem Agrarland einen Industriestaat geformt, dessen Betriebe wegen ausbleibender Investitionen völlig marode waren und teilweise noch sind.
Schon bei der Fahrt nach Hunedoara (ca. 71000 Einwohner) fährt man durch eine endlose, trostlose Industrielandschaft. Teilweise werden die Fabrikruinen jetzt abgerissen. Hoffnung geben große neue Schilder, die vor einigen der alten Gebäude angebracht wurden: Mittal. Der größte Stahlkonzern der Welt scheint hier investieren zu wollen.

As we are taking photos almost into the sun, we decide to climb the hill behind the castle to get the view from the other side and are initially lost for words. We didn’t see this view in any of the coloured travel brochures, and the reason is understandable!
The castle complex itself appears well preserved and is very  picturesque, but around it is Romania’s once largest and today dilapidated ironworks. During the communist era the once agricultural country was dragged into industrialism. With the collapse of trade with communist neighbours investment dried up and many industrial plants became derelict and are often still so today.
Our drive to Hunedoara (pop. ca. 71000) led us through endless, desolate industrial areas. Symbols of hope are the new signs on some of the old buildings showing that they have been taken over by Mittal, the largest steel concern in the world.

 

 

 

Zurück zum Schloss. Im 14. Jh. als Wehrburg errichtet, schenkte es Sigismund der Luxemburger 1409 dem Knesen Voicu für seine Verdienste im Kampf gegen die Türken. Dessen Sohn Iancu von Hunedoara (Johann von Hunyadi) und sein Enkel Matthias Corvinus, der spätere König Ungarns, ließen nach der Erfindung der Feuerwaffen, denen keine Festung mehr standhalten konnte, die Burg zu einem Residenzschloss umbauen.

Back to the castle. Built as a fortress in the 14th century, it was given by Sigismund of Luxembourg to the ancestor of the Hunyadi family in 1409 for his military services against the Turks. His son Iancu of Hunedoara (John Hunyadi) and grandson Matthew Corvinus, later king of Hungary, rebuilt the castle into a residential palace after the introduction of firearms made castle defences ineffective everywhere.

 

 

 

Eine mächtige Brücke überwindet die Schlucht des heute leider stark mit Plastikmüll verunreinigten Flüsschens. Neben anderen Burgen in Siebenbürgen wird auch diese als "die echte Burg Draculas" gehandelt, allerdings hat Dracula sie nicht besessen, doch er war mehrmals hier zu Besuch und auch in Gefangenschaft. Der rumänische Prinz Vlad Tepes, genannt Dracula, bat Matthias Corvinus um Unterstützung im Kampf gegen die Türken, dieser beging jedoch Verrat an ihm und ließ ihn mehrfach, auch hier, einkerkern.

A mighty bridge leads over the deep gorge through which a small river flows, unfortunately through piles of plastic rubbish. Along with other castles of Transylvania this one is also cited as the ‘real’ Dracula castle. But Vlad Tepes, called Dracula, never owned it, although he visited it several times and was even imprisoned here. Vlad Tepes, a Romanian national personality renowned for his alleged cruelty (see e.g. Wikipedia) asked Mathhias Corvinus for support against the Turks, but was instead betrayed by him and imprisoned. 

 

 

 

Um den überschaubaren Burghof herum gruppieren sich die ehemaligen Wohn- und Repräsentationsräume des Geschlechts der Corvinen. In den oberen Räumen des rechten Gebäudes befindet sich heute ein Museum, links sieht man unterhalb des Turms, dessen steiles Dach teilweise keine Schindeln mehr trägt, den Eingang zum Rittersaal.

The previous living and representative quarters of the Hunyadi/Corvinus family are grouped around the courtyard. In the upper rooms on the right there is nowadays a museum. To the left of centre is the entrance to the Knights’ Hall. Above it, the tower has now lost most of its tiles. Around it is a protective wire net to catch the falling material.

 

 

 

Ein Blick in den berühmten, mit Granitsäulen geschmückten Rittersaal.

A view into the famous granite-pillared and vaulted  Knights’ Hall.

 

 

 

 

 

In der Galerie des Museums befindet sich dieses steinerne Wappen der Corvin-Familie. Man nimmt an, dass der Rabe (corvinus) im Wappen namensgebend für das Geschlecht der Hunyadi war.
Im bunten Fensterglas rechts sieht man ein Abbild von Johann von Hunyadi (ca. 1387 - 1456), dem Vater von Matthias Corvinus (1443-1490), der nach dem Tod des Vaters mit 15 Jahren zum König von Ungarn gekrönt wurde.
 Obwohl die Burg später mehrmals niederbrannte, sind doch viele Teile noch original aus der Zeit des Johann von Hunyadi erhalten geblieben.

In the museum gallery is the coat of arms of the Hunyadi/Corvinus family, (who presumably took their family name from the Latin word ‘corvus’ = crow).
The stained glass window on the right shows John Hunyadi (ca. 1387 - 1456), the father of Matthew Corvinus (1443-1490), who after his father’s death was crowned King of Hungary at age 15.
Although the castle was later burned down several times, many original parts of it have still been retained from the time of John Hunyadi.

 

 

 

Anklicken zum Vergrößern / Click for larger picture. Hunedoara 5.2006

Ein Panoramabild von der Burg und der sie umgebenden Stadtlandschaft. Wenn man das Bild vergrößert, erkennt man vielleicht, dass es sich bei den Industriebauten um Ruinen handelt. Rechts befindet sich der alte Stadtkern mit einer schönen orthodoxen Kirche, dahinter stehen - gnädig verdeckt von üppigen Bäumen - recht trostlos aussehende Plattenbauten, am Horizont dehnen sich die Abraumhalden der alten Erzbergwerke.

A panorama picture of the castle and the surrounding town landscape. If you expand the picture you may be able to recognize that the industrial buildings are in ruins. On the right is the old town centre with a fine Orthodox church; behind that, mercifully shielded by trees, the desolate-looking communist-style precast concrete blocks of flats. On the horizon are old ironworks slag heaps.

 

 

 

Überall in Rumänien lohnen sich Um- oder Abwege von den Hauptstraßen, da man sonst zu viele Schätze übersieht, auch wenn man häufig mühsam herumsuchen muss. Lässt man die ausgedehnte Industrielandschaft um Hunedoara hinter sich, so stößt man bei Densus im Hatzeger Land auf diese wohl älteste Kirche Rumäniens, ein wahres Kleinod und  Konglomerat verschiedenster Epochen. Man nimmt an, dass sie entweder einen Umbau eines heidnischen Tempels darstellt oder dass sich ihre Bauherren mit Baumaterial (Grabplatten, Säulen) aus der nahe liegenden römischen Hauptstadt Sarmizegetusa eindeckten. Auch ihr Inneres ist äußerst ungewöhnlich. Der Glockenturm ruht auf vier riesigen, senkrecht gestellten antiken Grabplatten, auf denen sich Inschriften in griechisch, kyrillisch und lateinisch finden, die Wände sind in byzantinischem Stil bemalt. Die kleine örtliche orthodoxe Gemeinde hält auch heute noch ihre Gottesdienste darin ab.

As everywhere in Romania diversions from the main road are often rewarding, and without them you would miss out on many treasures. We leave the extensive industrial landscape around Hunedoara behind us, and after some searching find our way to Densus in the Hateg district.
Here there is a remarkable church, a conglomeration of various epochs and maybe the oldest one in Romania, although this is highly disputed. It is thought that it is either a heathen temple reused as a church or, more likely, that its 13th century builders, building on the site of a 10 - 11th century church, made use of building elements (gravestones, pillars) from the nearby Roman capital of Sarmizegetusa.
The inside of the  church is also very unusual. The bell-tower is supported by 4 immense antique gravestones standing up vertically, on which there are inscriptions in Greek, in Cyrillic characters, and in Latin. The walls are painted in the Byzantine style. The small local Orthodox church congregation still holds its church services here.

 

 

 

Hier manche der äußeren Details. Ein elegantes Fenster unter einem ungewöhnlichen Fries (links) und einer der 2 liegenden Löwen, die das steinerne Kirchendach schmücken (rechts).

Here are some of the exterior details. An elegant window under an unusual decorative frieze (left) and one of the 2 ‘lions couchant’ decorating the roof (right).

 

 

 

Und der Blick von hinten. Besonders bemerkenswert sind die alten Säulen, die als Mauerstützen auf der linken Seite eingesetzt wurden.

Die Kirche in Densus ist jetzt einer der Kandidaten, die für die Aufnahme in die Unesco Welterbeliste vorgeschlagen wurden.

And here the view from the back. Note especially the old pillars being reused as buttresses of the church walls on the left.

The church in Densus is now one of the candidates being considered for inclusion on the Unesco World Cultural Heritage list.

 

 

 

 

In einer kleinen Ortschaft werden wir Zeugen eines beeindruckenden Hahnenkampfs. (Der Hahn links wird Sieger nach Punkten).

In a small village we are witnesses to an impressive cock-fight. (Cock on the left won by a submission.)

 

 

 

Bei unserer Heimfahrt fahren wir durch den Ort Orastie, dessen riesige Kirche uns ins Auge sticht. Wir halten an und geraten unvermittelt in einen rumänisch-orthodoxen Gottesdienst. In der dunklen, völlig bunt ausgemalten, mit viel Gold kunstvoll verzierten Kuppelhalle stehen zahlreiche Menschen, hauptsächlich Frauen, an den Wänden entlang, in der Mitte befindet sich, wie ein großer Stilbruch wirkend, ein Tisch mit einer riesigen Plastikwanne, gefüllt mit Wasser, daneben zahllose Plastik- oder Glasflaschen. Der Priester umrundet während einer langen, gesungenen Liturgie immer wieder den Tisch, es herrscht ein Kommen und Gehen sowie ein fast ununterbrochenes Bekreuzigen. Wir nehmen an, dass das Wasser mit diesem religiösen Akt geheiligt werden soll und anschließend von den Gläubigen in Flaschen zu den Alten und Kranken nach Hause gebracht wird.

On the way back, driving through the town of Orastie, we are struck by this large church. We stop to look inside and find ourselves in a Romanian Orthodox church service. In the dark but colourfully painted and gold-glittering cupola-covered hall many people - predominantly women - are standing and sitting, mainly around the walls.
We are surprised at what seems like a breach of style. On the table or altar in the middle is a very mundane-looking plastic container, rather like a large babies’ bath, filled with water. Standing next to it are numerous plastic and glass bottles. The priest leading the long, sung liturgy circles the table frequently. There is a continual coming and going of the congregation, who are vocally and visibly very involved in the liturgy and frequent cross themselves.
We assume that the water is being blessed during the service and will then be taken away for the sick and old and for use in the homes of the congregation.   

 

 

 

Bei unserer anschließenden Erkundung der Stadt entdecken wir die rumänischen Äquivalente großer westlicher Nahrungslieferanten.

Looking around the town afterwards we discover some Romanian equivalents of well-known Western food companies.

 

 

 

Die niederländische Leiterin des Campingplatzes knipst den kleinen rumänischen Jungen auf seinem Pferd, der das geschossene Bild begeistert betrachtet. Für viele Rumänen auf dem Lande scheint ein digitales Bild noch etwas Ungewöhnliches und Erfreuliches zu sein, so dass auch wir rasch dazu übergehen, Leuten die von ihnen gemachten Bilder (wir knipsen meist nur nach Anfrage) zu zeigen.

A picture at the campsite again. The Dutch lady manager photographs the young Romanian boy on his horse and he is eager to see the picture. Country people in Romania seem to be pleased to see the digital pictures taken of them, so we usually follow this example when we photograph people (usually only after first asking if we may do so!)

 

 

 

Im Abendlicht grasen neben unserem Campingplatz friedlich Pferde. In der Ferne wölbt sich das Apusenigebirge, ein von vier Schluchten und zahlreichen Höhlensystemen durchzogenes beliebtes Kletter- und Wandergebiet.
Anfangs waren wir überrascht von der Lage unseres Campingplatzes, hatten wir nach Ansicht der Landkarte doch angenommen, dass er inmitten von Karpatenbergen liegt, nicht derart eben wie im Rheintal. Die Flüsse, wie hier der Mures, neigen in den Karpaten dazu, riesige flache, fruchtbare Flusstäler zu schaffen, aus denen sich die Berge oftmals spektakulär erheben.

In the evening light horses graze peacefully next to the camping site. In the distance are the gentle-looking Apuseni range of mountains. Four river gorges cut through the range and it is a popular area for caving, climbing and hiking.
Initially we are surprised at the countryside around the camping site. Looking at our (not very detailed) map we had expected to be in a mountain village on the slopes of the Carpathians, but find ourselves in a flat river plain. The rivers - in this case the Mures - tend to have made huge, fertile areas in Transylvania within the surrounding circle of the Carpathians, which then - in other places much more than here - rise up dramatically from the plains.

 

 

 

Nochmals das Mures-Tal mit dem Apuseni-Gebirge kurz vor Sonnenuntergang.

The Mures valley again with the Apuseni mountains iun the background shortly before sunset.

 

 

 

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