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 E & BJ Capper Nagold 2009/10

 

3.5.2009

Annecy

Quirlige Altstadt
am See

Lively old town
by the lake

Nach unserem Besuch des Mont Blanc-Massivs wenden wir uns gen Westen. Wir haben in unserem Reiseführer (Dorling Kindersley Vis-a-Vis Frankreich) von einem schönen Städtchen gelesen, das sich um die Nordspitze des schönen Lac d'Annecy stülpt, das weitläufige Parkanlagen und eine reizvolle Altstadt besitzt und von den Bergspitzen der Französischen Alpen gerahmt wird. Der Ort heißt wie der See "Annecy" (51000 Einwohner).
Der Reiseführer hat nicht übertrieben. Nachdem es uns mit etwas Mühe gelungen ist, unseren Campingbus in der Neustadt abzustellen, stoßen wir bald auf eine weitläufige Gartenanlage, die "Champ de Mars", ein prächtiges, vielbesuchtes Erholungsgebiet für Einheimische und Touristen. Kindern werden vielerlei Attraktionen angeboten, so z.B. eine Pferdewagen-Rennbahn, die auch Eltern körperliche Ertüchtigung verschafft. (rechts).

After our visit to the Mont Blanc Massif we turn westwards again. In our travel guide, (Dorling Kindersley Vis-a-Vis Frankreich), we have read about the town of Annecy, (pop. 51000). It describes warmly how it spreads snugly around the northern end of the Lac d’Annecy, has extensive parks and a charming old town centre and is framed by French Alpine peaks.
The guide has not exaggerated. After some trouble finding a place to park our camping bus in the newer part of the town, we soon reach a large park area, the "Champ de Mars" (l), which is obviously popular with both locals and tourists on this mild Sunday in spring. Attractions for children include a racetrack for pedal-driven horse traps, which give exercise to parents as well (r).

 

 

 

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Eine schöne gusseiserne Brücke, die "Pont des Amours", verbindet die Champ de Mars mit einer weiteren Parkanlage, den "Jardins de l'Europe".
Annecy, auch "Venedig der Alpen" genannt, besitzt zahlreiche Kanäle. Hier stehen wir auf der Liebesbrücke, die sich über den Canal du Vasse spannt, und blicken Richtung See.

A fine wrought iron bridge, the "Pont des Amours" - “Bridge of Love”, links the Champ de Mars with a further park, the "Jardins de l'Europe". Here we are standing on the bridge over the Canal du Vasse, one of the numerous canals which have given Annecy the name “Venice of the Alps”.

 

 

 

Ein Blick von der Brücke in Richtung Altstadt. Obwohl die Gärten gut besucht scheinen, lässt die Nachfrage nach Booten noch zu wünschen übrig.

The view from the other side of the bridge in the direction of the old town. Although there are plenty of visitors in the gardens the boats don’t seem to be in much demand.

 

 

 

Über ein üppiges Blumenbeet hinweg schauen wir auf Teile des Hafens am Fluss Thiou, von dem aus Touristenschiffe starten, und das auf einem Hügel gelegene Schloss der Stadt, das "Château d'Annecy".
Annecy war zu gallo-römischen Zeiten ein lebhaftes Städtchen mit ca. 2000 Einwohnern. Nach dem Niedergang des römischen Reiches und den Angriffen der Alemannen wurde es im 6.Jh. verlassen, doch ab dem 12.Jh. wurde an der Flussmündung wieder ein Ort errichtet, den eine Festungsanlage, die die Burg werden sollte, beschützte. Die mittelalterliche Stadt erfuhr einen enormen Aufschwung, als sich der Graf von Genf nach einem Zerwürfnis mit dem Genfer Bischof hier niederließ. Heute beherbergt das Schloss ein sehenswertes Museum.

We look out across a magnificent spring flower-bed to a section of the harbour on the River Thiou where tourists ships start from and towards the Town Castle, the "Château d'Annecy", up on a hill.
In Gallo-Roman times Annecy was a lively town with ca. 2000 inhabitants. After the fall of the Roman Empire and the attacks of the Alemanni it was abandoned in the 6th C, but from the 12th C a settlement was founded at the mouth of the river again, protected by a fortification which later became the Château. The mediaeval town flourished enormously after the Earl of Geneva set up his residence here following a quarrel with the Bishop of Geneva. Nowadays the Château houses a museum - well worth a visit.

 

 

 

Das älteste Gebäude (12.Jh.) und zugleich das Symbol Annecys ist der "Palais de L'Isle". Wie ein Schiff scheint es mitten im Fluss Thiou zu ankern.
In den ersten Jahrhunderten war es ein befestigter Besitz mächtiger Familien, ab 1355 wurden hier Münzen geprägt, danach wurde es Regierungsgebäude und schließlich ein Gefängnis. Während des 2. Weltkriegs nutzten es die Nazis als Gefängnis für Widerstandskämpfer. Heute beherbergt es ein Museum, in dem man die früheren Zellen und Folterkammern besuchen kann.

The oldest building (12th C) and landmark of Annecy is the "Palais de L'Isle", the Island Palace. It looks like a ship that has anchored in the middle of the River Thiou.
In early centuries it was a fortification in the possession of powerful families. From 1355 it was used as a mint, later as a government building and then as a prison. During the 2nd WW the Nazis used it as a prison for resistance fighters. Today it is a museum where former cells and torture chambers can be visited.

 

 

 

Die Brücke ("Pont de la Halles"), von der aus wir das obere Bild aufgenommen haben, ist ein Anziehungspunkt für Kinder. Ein Clown bringt erfolgreich seine Luftballon-Kunstwerke ans Kind (li), und der Verkauf an Softeis läuft an diesem kühlen Frühlingssonntag bereits auf Hochtouren (re).

The bridge which we take the picture above from, ("Pont de la Halles"), is a centre of attraction for children. A clown successfully sells his balloon sculptures (l) and although it is not yet very warm on this spring afternoon sales of soft serve ice cream are going well (r).

 

 

 

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Nun blicken wir von der Pont de la Halle in die andere Richtung, zum See hin. Unzählige Restaurant säumen die Uferpromenade, links im Bild befindet sich die Kirche "St. Francois".
Neben uns steht ein braungebrannter Tourist aus Deutschland, der erzählt, dass er auf seinem Weg nach Südfrankreich schon unzählige Male an Annecy vorbeigefahren ist, ohne zu halten. Heute will er die viel gerühmte Stadt besichtigen und ist begeistert.

Now we look in the other direction towards the lake from the Pont de la Halle. The promenades on the river banks are bordered with numerous restaurants. On the left of the picture is the Church of St.Francis.
A sun-tanned tourist from Germany standing next to us on the bridge tells us that he has often passed by Annecy without stopping on his way to the South of France. Today at last he is visiting the famous town and is very enthusiastic about it.

 

 

 

Zwischen Thiou und Schloss drängen sich enge Gässchen, dicht bebaut mit hohen Steinhäusern. Unter die Arkadenbögen ducken sich Restaurants und Souvenirläden.

Between Thiou and the Castle in the background is a tangle of narrow streets lined by high stone houses. Restaurants and souvenir shops huddle under the arcades.

 

 

 

Wir stehen im Innenhof des Palais de L'Isle, auch hier findet noch eine Bar ihren Platz (li). Der geringe Abstand zwischen der Insel und den Gebäuden am Kai zeigt, wie begrenzt der Raum innerhalb der Stadtmauern war (re).

In the court of the Palais de L'Isle room has been found for yet another bar (l). The narrow gap (r) between island and buildings on the quay show how limited space is within the town walls.

 

 

 

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Der Quai de L'Isle mit der hintersten Hausecke des Inselpalais (li) und einer prächtigen weißblühenden Wisteria rechts. Im Sommer werden die zahllosen Brücken- und Kaigeländer mit großen Blumentrögen behängt und bilden wunderschöne Fotomotive. Anfang Mai stehen die Pflanzen wohl noch in der Gärtnerei.

The Quai de L'Isle with the backmost corner of the Palais de L'Isle (l) and a magnificently white flowering Wisteria on the right. In the summer flower-boxes decorate bridges and quay railings - to the joy of happy snapping photographers. Now at the beginning of May the plants are presumably still in the nurseries.

 

 

 

Eine Brücke reiht sich an die andere und gibt der Bezeichnung "Venedig der Alpen" eine gewisse Berechtigung. Vom Kai aus blicken wir Richtung See nochmals auf das Inselpalais.

One bridge after another gives some justification to the title “Venice of the Alps”. From the quay we look back towards the lake and the Palais de L'Isle.

 

 

 

Eine weitere Brücke ("Pont Morens") über den Thiou.
Die Herrschaft der Grafen aus Genf kam zu Ende, als der letzte Spross des Geschlechts, Robert von Genf, der als Clemens der VII zum Gegenpapst in Avignon gewählt worden wwar, 1394 starb. Der Ort fiel nun an das Haus Savoyen und wurde 1444 dessen Hauptstadt.

“Pont Morens”, a further bridge over the Thiou.
The rule of the Earls of Geneva came to an end when the last member of the noble family, Robert of Geneva, who had been elected to be Clement VII, the first antipope in Avignon, died in 1394. The town then came into the possession of the House of Savoy and became their capital in 1444.

 

 

 

Ein Blick von der Morens-Brücke auf den Thiou, den Kai und die Rückseite des Insel-Palais.
1535 läutete ein weltgeschichtliches Ereignis wieder eine Wende in Annecy ein. Mit dem Einzug der protestantischen Reformation in Genf beschloss der dortige Bischof, nach Annecy auszuweichen. Weitere religiöse Gemeinden schlossen sich ihm an und machten Annecy zu einem Bischofssitz und bedeutenden religiösen Zentrum. Zahlreiche prächtige Kirchen und andere kirchliche Einrichtungen bezeugen heute noch dieses "Goldene Zeitalter". Erst das 18.Jh. und schließlich die Besetzung der Stadt durch die Revolutionsarmee 1792 veränderten die starke religiöse Ausrichtung und läuteten das Industriezeitalter ein.

The view from the Morens Bridge over the Thiou along the quay and to the reverse side of the Palais de L'Isle.
In 1535 a world-historic event impacted Annecy. When the Protestant Reformation reached Geneva the bishop there decided to evade it by moving to Annecy. Other religious communities joined him and transformed Annecy into an important religious centre. Numerous magnificent churches and other ecclesiastical institutions are evidence of this “Golden Age”. It was only in the the 18th C with the occupation of the town in 1792 by the Revolution Army that the strongly religious orientation was changed and the industrial era was ushered in.

 

 

 

Verführerische Waren in den Auslagen der Geschäfte. Beim Anblick der Meringen in der Bäckerei werden wir schwach und ziehen von da an bröselnd durch die Stadt.

Tempting wares are on display. At the sight of meringue on sale in the bakery we succumb to temptation and after that continue our walk through the town leaving a white crumbly trail.

 

 

 

Die Erdgeschosse der Häuser wirken wegen der zahlreichen Gänge und Arkaden löchrig wie Schweizer Käse.

With the numerous passages and arcades the ground floors of the buildings seem to have as many holes as Swiss cheese. 

 

 

 

Die Rue Sainte Claire, die sich um den Schlossberg windet und zu den meistbesuchten Gassen zählt, führt durch das Tor Sainte Claire, ein ehemaliges Stadttor. Das Tor ist berühmt für seine Uhr, deren Glockenschlag jahrhundertelang den Rhythmus der Stadt vorgab. Hier wurden die Stadtzölle für Waren erhoben, die in die Stadt gebracht wurden. Zu Zeiten der Pest wurde das Tor für Reisende verschlossen.

The Rue Sainte Claire which winds around the castle hill and is one of the streets attracting the most visitors leads through the St. Claire Gate, formerly one of the gates to the town. The gate is famous for its clock, whose chimes have set the rhythm of the town for centuries. Here custom fees were paid for wares being brought into the town. In times of plague the gate was closed to travellers.

 

 

 

Geht man durch das Tor, steht man knapp 100m weiter vor dem nächsten, dem Tor vom Heiligen Grab ("Porte du Sepulcre").

Walking through the gate you reach the next one only 100m further on, the Holy Sepulchre Gate ("Porte du Sepulcre") leading out of the old town centre.

 

 

 

Wir  betrachten noch einmal die wunderschönen "Gärten Europas", die eröffnet wurden, nachdem Savoyen 1860 nach einem Volksentscheid an Frankreich verkauft wurde. Annecy ist seitdem stolze Hauptstadt des Département Haute-Savoie.

Here we look again at the beautiful “Gardens of Europe”, which were opened when Savoy was sold to France in 1860 after a plebiscite. Since then Annecy is the proud capital of the Département Haute-Savoie.

 

 

 

Annecy, das nun am äußeren östlichen Rand Frankreichs lag, hatte während des Industriezeitalters mit teuren Transportkosten zu kämpfen. Doch Mitte des 19. Jh. erwachte die Begeisterung der Menschen für die Schönheit der Alpen. Sie schenkt dem reizvollen Städtchen am Lac d'Annecy seitdem einen nie versiegenden Strom an Touristen.

In the new industrial era Annecy, situated as it was near the distant eastern border of France, had to contend with high transport costs. But in the middle of the 19th century people’s enthusiasm for the beauty of the Alps awoke. Since then there has been a never-ending stream of tourists visiting the charming little town.

 

 

 

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