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 E & BJ Capper Nagold 2004-2012

 

16.5.2010

Die historische Stadt

The ancient City of

Bath

Die elegante Bäderstadt Bath liegt eingebettet in die Cotswolds, eine schöne Hügelkette in Südwestengland. Während wir an einem etwas trüben Tag in die Stadt einfahren, weisen uns herrschaftliche Reihenhäuser, die die steilen Hügelflanken hinauf zu klettern scheinen, den Weg zum Zentrum.

The elegant spa town of Bath was given city status in 1590 by Elizabeth I. It lies on the edge of the Cotswolds, a pretty chain of hills in South-west England. On a rather dull day we drive into the town past stately terraced houses on the steep slope marking the way down into the centre.

 

 

 

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Das Stadtbild Baths ist geprägt von beeindruckenden Plätzen, hier dem Kingsmead Square, und georgianischen, goldgelben Fassaden. Der Ort erinnert uns etwas an Aix en Provence, das eine Partnerstadt von Bath ist.
Nachdem Bath im Mittelalter eher für seine Wollverarbeitung als für seine Heilquellen bekannt war, änderte sich das mit dem Besuch der Königin Anna 1702. Bath wurde zu einer der internationalen Topadressen der damaligen Bäderwelt. Berühmte Architekten, darunter John Wood und Sohn, errichteten auf ungewöhnlichen Grundrissen wir z.B. Halbmonden auffällige Straßenzüge.

Bath’s town appearance is marked by fine city squares, here  Kingsmead Square, and Georgian golden yellow facades. The town rather reminds us of Aix en Provence, which is one of Bath’s partner towns.
In the Middle Ages Bath was better known for its wool processing than as a health resort, but that changed with Queen Anne’s visit in 1702. Bath changed into a top international address for spa fans and high society. Famous architects, among them the John Woods, (father and son), built striking streets of buildings with unusual ‘footprints’, e.g. as a half-circle.

 

 

 

Doch bevor Bath im 18.Jh. zu einer mondänen Kurstadt wurde, gab es in seiner langen Geschichte bereits zwei weitere Phasen, während der die drei heißen Heilquellen Berühmtheit erlangten.
Die erste Phase lag in der römischen Besatzungszeit (siehe weiter unten), und die zweite begann 1066 nach der Eroberung Englands durch die Normannen. Johann von Tours ließ drei große Bäder erbauen, darunter auch das King's Bath, dessen Portal wir auf diesem Foto zeigen. Das Queen’s Bath wurde im 16.Jh. hinzugefügt.

 
Bath verlor im 19.Jh. aufgrund gestiegener internationaler Konkurrenz als Kurort wieder an Bedeutung, dennoch wurde 1889 das King's and Queen's Bath restauriert. Dabei stieß man auf das alte römische Bad, das seit vielen Jahrhunderten unter Schlammfluten begraben lag.

But before Bath developed into a fashionable health resort in the 18th C there were two earlier phases of its long history in which the three hot springs became famous.
The first phase was in the period of Roman occupation (see further below), and the second began in 1066 after the Norman conquest of Britain. John of Tours had three large baths built, among them the King’s Bath, adjacent to which the Queen’s Bath was added in the 16th C. The picture shows the portal to the King’s and Queen’s Baths.
Bath lost importance in the 19th C because of increased international competition among health resorts. Nevertheless the King's and Queen's Bath was restored in 1889 and it was then that the ancient Roman Bath was rediscovered after being buried for centuries under the layers of mud.

 

 

 

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Auf diesem Platz stoßen zwei der berühmtesten Gebäude der Stadt fast aneinander: In der Bildmitte befindet sich die Abteikirche, die einfach Abbey genannt wird, und rechts schließt sich das Museum der Römischen Bäder an.
Die spätgotische Kirche ist ein Neubau aus dem 16.Jh., der auf mehreren Vorgängerbauten fußt, die zeitlich bis ins 7.Jh. zurückreichen.

In this square two of the city’s most famous buildings almost touch each-other. Left of centre is Bath Abbey and right of centre the Roman Baths Museum.
The church was built in the Perpendicular Gothic style, building starting in about 1501. It was the latest in a series of churches here dating back to the 7th C.

 

 

 

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Das spätgotische Eingangsportal der Abteikirche ist verschlossen. Durch ein Nebenportal hätten wir die Kirche besichtigen können, doch da man Eintrittsgelder verlangt, was uns bei Kirchen immer verärgert, sehen wir von einem Besuch ab.

The portal in Perpendicular style is shut. We could have entered the church through a side portal but as there was a compulsory entrance fee, always an irritant for a church, we decide not to bother.

 

 

 

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Doch für den Eintritt in das exzellente Museum der Römischen Bäder zahlen wir gerne, obwohl wir erstaunlich lang an der Kasse anstehen müssen.

But we are pleased to pay the entrance fee for the Roman Baths Museum, although it seems to take surprisingly long at the cash desk.

 

 

 

Bereits in der Eingangshalle werden wir stilecht von einem römischen Legionär empfangen, der in wortreichem Englisch mit starkem  Akzent Führungen anbietet und dabei uns und das kleine Mädchen fasziniert.

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In the entrance hall a friendly Roman legionnaire is offering guided tours in a strong regional dialect. The little girl is fascinated and we find it entertaining as well.

 

 

 

 

 

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Wenige Schritte weiter stehen wir bereits am Beckenrand des Großen Bades (Great Bath), das 12x24m misst und 1,60m tief ist. Das mineralhaltige Heilwasser stammt aus 3000m Tiefe und hat eine konstante Temperatur von 46,5°C.
Aus römischer Zeit stammen das Becken, die Tonnengewölbe und die Dampfauslässe. Die Balustraden und Statuen wurden später hinzugefügt.

A few steps later we are standing at the edge of the Great Bath, which measures 12x24m and is 1.6m deep. The mineral-rich spa water comes up from about 3000m reaching the surface at a constant temperature of 46.5°C.
The basin, vault and steam outlets date back to Roman times. The balustrades and statues were added later.

 

 

 

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Von der gegenüberliegenden Seite aus blicken wir nun über das Große Bad auf die berühmte Abteikirche.

We look back from the far corner over the Great Bath to the nearby Abbey.

 

 

 

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Eine weitere römische Statistin räkelt sich etwas gelangweilt am Beckenrand, bis sie unser ausgefahrenes Teleobjektiv bemerkt und sich in Szene setzt.

Attired as a Roman lady she sits rather bored at the edge of the bath, but when she sees our telephoto she is pleased to co-operate and adopts a suitable pose.

 

 

 

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In einem der zahlreichen Räume des Museums befindet sich diese Rekonstruktion der antiken römischen Thermen.
Nachdem die Römer im Jahr 43 die britische Insel besetzt hatten, fanden sie bald großen Gefallen an Englands drei heißen Quellen und erbauten um sie herum diesen typischen ausgedehnten Bäderkomplex. Links im Hintergrund ist der Tempel der Göttin Minerva zu sehen. Den Ort nannten sie Aquae Sulis, die Wasser der Sulis. Bereits die Kelten hatten hier einen Schrein zu Ehren der Göttin Sulis. Die Römer, die gern auch fremde Götter in ihren Götterhimmel aufnahmen, ermunterten zu ihrer Anbetung unter dem Namen der Minerva.

This model reconstruction of the antique Roman health spa is on display in one of the numerous rooms of the museum.
After the Romans occupied Britain in 43AD they took a liking to England’s three hot springs and built this typical and extensive bath complex around them. They named the place Aqua Sulis, the Waters of Sulis. Previously there had been a shrine to the Celtic goddess Sulis here and the Romans identified her with Minerva and encouraged her worship. On the left at the back of the model is the temple of the goddess Minerva.

 

 

 

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Vom Tempelgiebel wurden bedeutende Stücke entdeckt, die hier eindrücklich präsentiert werden. Im Zentrum des Giebels befindet sich ein Gorgone, das ist eine Schreckgestalt mit Schlangenhaaren aus der griechischen Mythologie, deren Anblick Menschen in Stein verwandeln sollte. Hier soll sie wohl Minerva darstellen.

Some striking key puzzle pieces of the temple gable are on display and give a good impression of it. In the centre is what is generally interpreted as a snake-haired male Gorgon’s head. In Greek mythology the Gorgons, (from the Greek word for ‘terrible’) were usually female figures a glance at whom could turn you to stone.

 

 

 

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Neben vielen weiteren Funden wird in einer Vitrine das Haupt einer Römerin ausgestellt, das erkennen lässt, wie die Statistin am Beckenrand des Großen Bades (siehe weiter oben) zu ihrer vermeintlich römischen Frisur kam (li und Mitte).
Ein besonders kostbares Fundstück ist die vergoldete Bronzebüste der Göttin Minerva (re).

Along with other finds is the head of a Roman lady (l and m). She presumably was the hairstyle model for the real lady sitting next to the bath (shown above).
A particularly valuable and impressive item is the gilt bronze bust of the goddess Minerva (r).

 

 

 

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Die Besucher werden über teilweise verglaste Stege an den antiken Kanälen (li) und den geöffneten Unterbodenheizungen (re) entlang geführt.

Visitors are guided partly along glass pathways to see antique channels (l) and the supports of the hypocaust (under-floor heating, r).

 

 

 

Im gut erhaltenen runden Kaltwasserbecken (Frigidarium) herrscht eine fast mystische Atmosphäre.

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In the well-preserved round Frigidarium (cold water pool) there is an almost mystical atmosphere.

 

 

 

 

 

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In diesem Hof befindet sich die Heilige Quelle (Sacred Spring), deren Wasser zum Großen Bad geleitet wird. Alle drei Quellen liefern zusammen 1,25 Millionen Liter pro Tag.

Nach dem Abzug der Römer im 5.Jh.  verfielen die hochstehende Bäderkultur und die römischen Thermen. Sie wurden erst bei der Restaurierung von "King's and Queen’s Bath" im Jahre 1889 wiederentdeckt.

In this courtyard the Sacred Spring rises, whose water is led to the Great Bath. The three springs deliver together 1.25 million litres daily.

After the withdrawal of the Romans in the 5th C the high culture of bathing and of Roman thermal baths fell into decay. The remains here were not rediscovered until the restoration of the King's and Queen's Bath in 1889.

 

 

 

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Seit 1987 gehört Bath zum Unesco-Weltkulturerbe, das in seiner Begründung nicht nur die besterhaltenen römischen Bäder nördlich der Alpen würdigt, sondern auch die einheitliche, ungewöhnliche Stadtanlage.

Im 18.Jh. wurden Heilbäder international wieder modisch, und Bath entwickelte sich zu einer mondänen Bäderstadt. Während dieses Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung von 3000 auf 34000 Personen. Berühmte Architekten (z.B. John Wood und Sohn) öffneten die bis dahin üblichen rigiden Stadtbaupläne zu lockeren, in die Landschaft eingebetteten Plätzen und Straßenzügen mit weiten Sichtachsen und eigenwilligen halbmondförmigen Gebäudeformen, wie hier bei der Cheap Street zu sehen.
In einem spannungsreichen Widerspruch zu der geöffneten Stadtanlage stehen jedoch die Fassaden der Gebäude, die meist in einem klassizistischen Stil gehalten sind und mit ihren Säulen an Paläste erinnern.

Bath has been included in the Unesco World Heritage list since 1987. The justification is not only that it has the best-preserved Roman Baths north of the Alps but also the homogeneous streets and buildings of the city.

In the 18th C health resorts came into international fashion and Bath developed into a sophisticated spa. During that century the population of Bath grew from 3000 to 34000. Famous architects opened up the previous rather rigid type of town plan with streets giving fine views, pleasant squares embedded in the landscape and unusually shaped curved buildings, such as here in Cheap Street.
The building facades in neo-classical style with columns remind one of palaces.

 

 

 

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Zum Leitgedanken der Einbettung von Bath in die Natur gehören auch die zahlreichen schönen Parkanlagen, hier die Parade Gardens am Fluß Avon.

Numerous beautiful parks are part of the guiding thought of Bath being embedded in the landscape. Here we look out across the Parade Gardens next to the River Avon.

 

 

 

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Einen weiteren architektonischen Höhepunkt stellt die Pulteney-Brücke dar, die William Pulteney zur Anbindung eines neuen Stadtviertels, das seine Frau geerbt hatte, in Auftrag gab. Die Brücke ist beidseitig mit Läden bebaut und überspannt den Avon kurz vor einer Wehrstufe. Sie wurde 1773 vollendet.

Not far away is another architectural highlight, the Pulteney Bridge, dramatic in stormy evening light. It was built at the initiative of William Pulteney to join the Bathwick estate his wife had inherited to the city of Bath and was completed in 1773. The bridge has shops built on both sides of it and crosses the Avon just above a weir.

 

 

 

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Der "Königliche Halbmond" (Royal Crescent) ist ein Meisterwerk von John Wood jr. Hinter der neoklassizistischen, palastähnlichen Fassade befinden sich Reihenhäuser des aufstrebenden und sich am Adel orientierenden Bürgertums des 18.Jh. Das Gebäude öffnet sich zu einem großen Park hin, einer gern besuchten Spielwiese (hier Cricket) der Anwohner.
Bath gehört mit seiner Jahrtausende alten Geschichte, den antiken Bädern und seinem ungewöhnlichen, jedoch einheitlichen georgianischen Stadtbild zu den schönsten und interessantesten Städten Europas.

Am nächsten Tag wollen wir uns auf eine "Sentimental Journey" begeben: Wir wollen Johns altehrwürdige Schule in Clifton (Bristol) besuchen.

The Royal Crescent is a John Wood the Younger’s masterpiece. Behind the neo-classical palace-like facade are the terraced houses of the aspiring middle classes who in the 18th C were orienting themselves on the gentry. The building opens on to a large park where an enthusiastic family game of cricket is in progress.
With its millennia of history, the ancient baths and the unusual but consistent Georgian style of buildings, Bath is among the most beautiful and interesting cities of Europe.

Next day we plan a ‘sentimental journey’ to visit my time-honoured old school in Clifton, Bristol.

 

 

 

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