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 E & BJ Capper Nagold 2008/2009

 

21. - 23.5.2008

Małopolska

Kleinpolen

Little Poland

Pieniny und Holzkirchen
Binarowa
Dębno
Sękowa

Pieniny and Wooden Churches
Binarowa
Dębno
Sękowa

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Der Südosten Polens ist reich an Kultur- und Naturschätzen. Während wir rechts der Straße noch die beeindruckenden Gipfel der Hohen Tatra im Blick haben, zeichnet sich geradeaus der Umriss des Pieniny-Gebirges, eines weiteren Nationalparks, gegen den Abendhimmel ab.
An einem schönen See (der sich als der aufgestaute Fluss Dunajec entpuppt) stehen mächtige Burgruinen (rechts im Bild), die wir gleich auf unsere Besuchsliste setzen.
Die Landschaft ist gezeichnet von den Aktivitäten der südpolnischen Kleinbauern: Fast handtuchschmale, langgezogene Felder überziehen die sanft gerundeten Hügel.

The south-east of Poland is rich in cultural and natural treasures. With the impressive peaks of the Tatra Mountains still visible on the right of the road, ahead of us we see the outline of the Pieniny Mountains, which is another National Park, showing up against the evening sky.
Near a beautiful lake which proves to be a reservoir formed by damming the River Dunajec there are mighty castle ruins in the distance (r). These we immediately add to ‘to-be-visited’ list.
The countryside shows signs of the industry of Polish small farmers; innumerable narrow strips of field cover the gently hilly slopes.

 

 

 

Im Bereich der Staumauer überqueren wir den Dunajec und sind begeistert vom neuen, großzügig angelegten Campingplatz, der sich auf dieser Seite befindet. Von hier aus nehmen wir dieses Panoramabild auf, das den sich direkt an den Campingplatz anschließenden Fluss zeigt und das Dorf Sromowe Wyzne am gegenüberliegenden Flussufer.

At the reservoir dam we cross the Dunajec and are pleased at the new and generously laid-out camping site on the other side of the river. From there we take this panorama picture showing the river directly next to the site and the village of Sromowe Wyzne on the opposite bank. 

 

 

 

Die letzten Sonnenstrahlen fallen auf das Ziffernblatt des Kirchturms, der sich im alten Ortskern befindet. Auch hier erkennt man im Hintergrund die streifenförmige Anlage der Felder. Die Gipfel des Pieniny-Gebirges, die kurz zuvor noch sichtbar waren, verschwinden hinter dicken Quellwolken. Es ist der Abend vor Fronleichnam.

The last sun-rays fall on the clock-face of the church tower in the old centre of the village. Here again in the distance the way the fields are laid out in stripes can be seen. The peaks of the Pieniny Mountains, which could be seen not long before, have disappeared behind thick cumulonimbus clouds. It is the evening before the church festival of Corpus Christi.

 

 

 

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Am nächsten Morgen staunen wir nicht schlecht über die Geschehnisse am anderen Flussufer. Zur Feier des Fronleichnamfestes ziehen die Dorfbewohner nach dem Gottesdienst fahnenschwenkend und musizierend am Ufer entlang.
Die Nachfahren des Volksstamms der Goralen, die auch hier ansässig sind (siehe Zakopane), tragen ihre schönen Trachten: die Frauen Röcke mit auffälligen Blumenmustern, dazu ein schwarzes Leibchen, und die Männer weiße Hemden mit einer blauen, bestickten Jacke. Die Jungen in langen weißen, mit roten Streifen versehenen Kleidern (li) deuten wir als die diesjährigen Erstkommunianden.

Next morning we are interested to see and hear the activities on the far bank of the river. To celebrate Corpus Christi the villagers parade along the river bank with banners and music after the church service.
The descendants of the Gorals, the original inhabitants of the area (see Zakopane), wear their finest traditional costumes: the women have skirts with eye-catching flower patterns and black bodices, the men have white shirts and blue embroidered jackets. We think the boys in long, white robes with red stripes (l) are this year’s First Communicants.

 

 

 

Die gezackten, etwas über 1000m hohen Gipfel des Pieniny-Gebirges sind nicht das einzige Pfund, mit dem diese Bergregion wuchern kann. Mit dem Durchbruch des Dunajec-Flusses durch das Gebirge besitzt sie sogar etwas, das auf der Kandidatenliste des Weltnaturerbes steht.
Tief schneidet der Fluss in die Landschaft ein, seinen stark mäandernden Lauf begrenzen bis zu 300m steile Felswände. Auf Flößen, von Goralen in Volkstrachten gesteuert, kann man die dramatischsten 15km seines Einschnitts verfolgen. Die Strecke beginnt bei diesem Informationszentrum in der Nähe des Ufers.
Wir und andere wollen an der gut organisierten, über zweistündigen Fahrt teilnehmen. Unglauben kommt auf, als die ersten Fahrwilligen erfahren, dass heute der Betrieb stillsteht. An Ostersonntag und Fronleichnam wird nicht gefahren. In Polen siegt doch noch ab und zu die Religiosität über den Kommerz.

The jagged peaks of the Pieniny Mountains, which reach a height of something over 1000m, are not the only natural attraction that the area has to offer. The River Dunajec has formed a gorge the through the mountain range which is now an official candidate for inclusion in the UNESCO World Heritage list.
The river cuts deeply into the countryside, its course limited by up to 300m high rocky cliffs. One can follow the dramatic 15km on rafts which are steered through the gorge by Gorals in traditional costumes. The route begins at this information centre near the shore.
We and others want to take part in the well-organized over two hour trip. With disbelief the first would-be participants ahead of us find out that just today there are no trips. Raft trips take place neither on Easter Sunday nor on Corpus Christi. In Poland piety still sometimes gets the upper-hand over commerce.

 

 

 

Wir fahren mit dem Bus ein wenig am Ufer entlang und beneiden die Kajak-Fahrer, die mit gemieteten oder eigenen Booten in das verheißungsvolle Gebiet paddeln dürfen.

18 Kilometer lang verläuft die polnisch/slowakische Grenze mitten im Fluss.

We drive with our bus along the shore and are a little envious of the canoeists who are paddling towards the gorge in their own or rented canoes.

For 18 km the river forms the Polish-Slovakian border. 

 

 

 

Wir verfolgen die Straße bis zu ihrem Ende. An dieser Stelle kommen wir nicht mehr weiter; der Dunajec verschwindet zwischen steil abfallenden Berghängen.
Zur Entschädigung bekommen wir das Wahrzeichen dieser Region zu Gesicht, den vielzackigen Kronenberg (poln. "Trzy Korony", Bildmitte).

We follow the road to its end. Here we can’t drive further and the River Dunajec disappears between the steeply sloping mountains.
As compensation we at least see the landmark of the region, the jagged Trzy Korony peak (centre).

 

 

 

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Da uns die Floßfahrt verwehrt bleibt, entfernen wir uns etwas vom Gebirge, um uns anderen Sehenswürdigkeiten zu widmen, die heute nicht geschlossen sind.
Wieder fallen uns die Eigentümlichkeiten dieser Goralen-Region ins Auge wie Häuser mit steilen Dächern und zahlreichen Gauben - und Streifen-Felder, die die Landschaft mit feinen Linien überziehen.

As we can’t make the raft trip we drive a little further away from the mountains to look for other sights which are not closed today.
We again notice some of the features of the Goral region, such as the steep-roofed houses and the striped fields covering the countryside with fine bands.

 

 

 

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Wir wollen den beiden Burgen einen Besuch abstatten, die sich schon am Tag unserer Ankunft in den Pieninen mit ihrer beeindruckenden Massivität vor dem kleinen Gebirge abzeichneten (siehe Eingangsbild, nach Vergrößerung ganz rechts).
Zuerst besichtigen wir die Burg Niedzica, die malerisch am Stausee liegt und zu den schönsten und meistbesuchten Burgen Polens zählt.
Ursprünglich war das 1325 errichtete Gebäude ungarisch und hieß Dunajec wie der viel tiefer liegende Fluss, über dem sie thronte. Erst 1994 wurde der Staudamm erbaut, wodurch das Schloss so nah ans Wasser rückte. Da man um die Stabilität des nun dem Wasser ausgesetzten Kalkstein-Hanges fürchtete, verstärkte man ihn mit Beton und weiteren Schutzmaßnahmen und unterzieht ihn ständiger Beobachtung.

We want to visit the two castles which we saw standing out massively in front of the mountain background when we arrived on the previous day (visible at the right-hand end of the top picture, better when enlarged).
First we visit Niedzica Castle which is picturesquely situated overlooking the reservoir and which counts as one of the finest and most-visited castles in Poland.
The building was built in 1325. It was originally Hungarian and was called Dunajec like the river over which it thrones and which flowed then far below it. The reservoir dam was built in 1994 which raised the water-level up nearer to the castle. As there were doubts about the stability of the limestone slope when exposed to the water it was strengthened with concrete and with other protective measures and is under continual observation.  

 

 

 

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Das Innere der gotischen Burg stellt sich dar als ein mit Wohnflügeln, Arkaden und verstärkten Mauern dicht bepackter Komplex. Bis zum Näherrücken der Roten Armee 1943 war das Schloss durchgehend bewohnt.
Jahrhundertelang war es ein Zentrum der polnisch/ungarischen Beziehungen. Es war der Platz, wo das Geld, das der polnische König dem ungarischen König Sigismund geliehen hatte, laut eines 1412 erstellten Vertrags zurückbezahlt wurde. Nachdem die Schulden beglichen waren, gab der polnische König die sechzehn Zipser Städte an Ungarn zurück, die ihm König Sigismund als Sicherheit überlassen hatte.

The interior of the Gothic Castle proves to be a complex filled with housing, arcades and strengthened walls. Until the approach of the Red Army in 1943 the castle was continually lived in.
For centuries it was a centre for Polish-Hungarian relationships. It was the place where the money that the Polish king had lent Sigismund, (King of Hungary and Holy Roman Emperor), was to be repaid, according to a treaty made in 1412. After the debt had been repaid the Polish king returned to Hungary the sixteen Zipser German towns, (nowadays in Romania),which Sigismund had given him as security.

 

 

 

Heute ist die Burg Niedzica ein unterhaltsames Museum mit Räumen voller ungarischer Dokumente und Zeichnungen, mit ausgestopften Tieren, die wohl in den Pieninen gejagt wurden (ein Luchs stach uns ins Auge, der als Art auch heute noch in dem Gebirge leben soll) und prunkvoll eingerichteten Wohnzimmern.

Today Niedzica Castle is an entertaining museum with rooms full of Hungarian documents and drawings, with stuffed animals which presumably were hunted in the Pieniny Mountains - we noticed a lynx, of which some still survive in the mountain region today - and ostentatiously furnished living quarters. 

 

 

 

Unser Reiseführer (Baedecker) erwähnt extra eine Kapelle aus dem 18.Jh., die sich als völlig leerer Raum mit einem Kreuz entpuppt (li) und mit einer weiteren Ausnahme: An einer Seitenwand wurde ein postergroßes Foto angebracht, auf dem Papst Johannes Paul II. zu sehen ist, in einem Flugzeug sitzend und durch das Fenster die Burg Niedzica betrachtend. Der Blick des Papstes ist schon fast ein halber Besuch. (Unser fieses Misstrauen lässt uns an eine Fotomontage denken.)

Our Baedecker travel guide especially mentions an 18th C chapel. This proves to be an empty room with a single cross (l) and with one further exception: on a side wall a poster-sized photo of Pope John Paul II is mounted. He is sitting in an aeroplane looking down though the window at Niedzica Castle. (Our nasty suspicious minds think of a photomontage.) To have the Pope look at the castle is almost worth half a papal visit.  

 

 

 

Fehlt noch die Burgruine auf der gegenüber liegenden Seite des Stausees, Czorsztyn genannt.
Ein überfreundlicher Pole, der nicht begreift, dass wir sein Polnisch nicht verstehen, und jedes hilflose Lächeln als Zustimmung deutet, will uns unbedingt vor der Burg knipsen (und nicht nur hier!).

The other castle we saw from a distance (top picture) and want to visit is Czorsztyn Castle on the other side of the reservoir.
An over-friendly Pole, who doesn’t seem to realize that we don’t understand his Polish and who interprets each helpless smile as agreement, insists on photographing us in front of the castle.

 

 

 

Die gut gesicherte Ruine liegt dramatisch über dem nach ihr benannten Reservoir Czorsztyn-See.
Sie wurde im 14.Jh. errichtet und bewachte den Grenzübergang zwischen Polen und Ungarn.

The ruin, whose walls have been carefully secured, lies high and dramatically above Czorsztyn Lake, the reservoir bearing the same name as the castle.
The castle was built in the 14th C and guarded the border between Poland and Hungary.

 

 

 

Die Pflanzenwelt der Pieninen ist äußerst vielfältig; 50% aller polnischen Pflanzenarten sollen hier vorkommen, darunter sehr seltene wie verschiedene Orchideenarten oder rein endemische Pflanzen. Die hier abgebildeten, am Rande des Parkplatzes vor der Burg aufgenommen, dürften wohl eher zu den "gemeinen" gehören.

The flora of the Pieniny area is profuse; 50% of all plant types in Poland occur here, including rare ones like some species of orchid or purely endemic plants. The ones shown here, taken on the edge of the castle car-park, belong presumably to the more common varieties.

 

 

 

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Kleinpolen, Malopolska, ist ein an Kulturschätzen reiches Gebiet: Viele der polnischen Welterbestätten liegen hier (dazu zählen auch die in den vorhergehenden Kapiteln beschriebenen wie Krakau oder Wieliczka). Wir treffen auf ein weiteres Welterbe, das aus 6 Einzelobjekten besteht, die wiederum exemplarisch sind für viele andere: die polnischen Holzkirchen.

Wenige Kilometer vor den Pieninen steht am Rande des kleinen Ortes Debno inmitten blühender Wiesen eine ihrer schönsten und zugleich ihre älteste Vertreterin: die Erzengel-Michael-Kirche.

Little Poland, Malopolska, has many of the Polish World Cultural Heritage sites, (including those mentioned in previous chapters such as Krakow and Wieliczka). Here we want to visit another UNESCO heritage item which is at six individual locations. These in turn represent many others: the Wooden Churches of Southern Little Poland.

 A few kilometres away from the Pieniny Mountains and among the meadow flowers on the edge of a small town called Debno stands one of the most beautiful and the oldest of the six churches, the Church of St. Michael the Archangel.

 

 

 

Neben der Kirche befindet sich dieses ausladende Storchennest. Der Vogel hat viel Zeit zum Putzen; wahrscheinlich sind die Nachkommen noch nicht geschlüpft.  Bis zu diesem Tag unserer Rundreise konnten wir in den Nestern noch keine Jungenköpfe entdecken. Sie werden aber sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen.
 In Polen lebt ein Viertel des weltweiten Weißstorchenbestands.

On the way near the church is this large stork’s nest. The bird still has plenty of time to groom itself; probably the young have yet to hatch. Up to this point in our journey we didn’t see the heads of any young birds in the frequent nests, but that won’t take long now.
A quarter of the world population of White Storks lives in Poland.

 

 

 

Die Holzkirche mit den sie umgebenden Bäumen, Zäunen und Mäuerchen wirkt sehr reizvoll. Sie wurde im 15.Jh. errichtet und brannte niemals ab. Sie ist eines der wertvollsten Baudenkmäler Polens. Der Glockenturm wurde im 17.Jh. angebaut.
Noch während wir hier stehen, erscheint der Priester und öffnet die anfangs verschlossene Tür. Schließlich erscheint unter Glockengeläut fast das ganze Dorf (d.h. vornehmlich alte Frauen) zur Abendmesse.

With its surrounding trees, fences and little walls the church looks very charming. It was built in the 15th C and has never burnt down. It is one of the most valuable monuments in Poland. The bell-tower was added in the 17th C.
While we stand here the priest comes and opens the previously locked door. To the tolling of the bell many of the villagers (in particular the elderly ladies) arrive for evening mass.

 

 

 

Unsere Hoffnung, den wunderschönen Innenraum mit Erlaubnis des Priesters knipsen zu dürfen, zerschlägt sich mit dem beginnenden Gottesdienst. Wir setzen uns in den Vorraum unter dem Glockenturm (Bild) und belauschen andächtig durch die geöffnete Tür die endlos scheinenden liturgischen Gesänge.
Die mittelalterliche Inneneinrichtung und die Wände tragen viele Schnitzereien und sind farbig gestaltet. Der Hauptaltar besteht aus einem dreiteiligen Schrank aus dem 16.Jh., ein sog. Tryptichon.

Our hopes of seeing and photographing the beautiful interior with the priest’s permission evaporate with the start of the service. We sit down in the anteroom beneath the bell-tower (picture) and listen carefully to the sounds of the apparently endless liturgical chanting through the open door.
The mediaeval interior and the walls are decorated with many carvings and are colourful. The main altar is a three-sectioned construction from the 16th C, a so-called triptych.

 

 

 

Bei der nächste Unesco-Holzkirche haben wir mehr Glück. Sie steht im kleinen Dorf Binarowa und ist auch von einem Kranz hoher Bäume und einem Holzzaun umgeben. Sie heißt ebenfalls Heiliger-Erzengel-Michael-Kirche und stammt aus dem Jahr 1500. Sie ist einschiffig und besteht aus einer Baumstammkonstruktion aus Tannenholz. Der Turm wurde 1596 angebaut und bald danach der Dachreiter aufgesetzt.

At the next UNESCO wooden church we are more fortunate. It stand in the little village of Binarowa and is also surrounded by a cluster of tall trees and a wooden wall. It is again a Church of St. Michael the Archangel and it dates from the year 1500. It has a single nave and is constructed with the trunks of fir trees. The tower was built in 1596 and soon after that the little roof tower was added.

 

 

 

Hier stehen uns alle Türen offen, und das Innere ist festlich beleuchtet. Ein Aufseher bewacht den Raum, beantwortet unsere Fragen und bewilligt gegen eine Gebühr das Fotografieren. Bei unserer ausführlichen Besichtigung werden wir an die Unesco-Holzkirchen in Rumänien erinnert (Surdesti).

Here all doors are open to us and the interior is festively illuminated. A custodian is guarding the room, answers our questions and for a fee permits us to take photos. When looking at the church we were reminded of the Unesco-listed wooden churches we visited in Romania, for example in Surdesti.

 

 

 

Der gesamte Raum ist von außerordentlicher mittelalterlicher Pracht. In den Jahren 1641-50 wurde die Kirche völlig neu gestaltet und renoviert. Der Chor wurde umgebaut, die Fenster vergrößert, anstatt der alten Ausmalung wurde innen eine neue aufgetragen.
Der Raum besitzt 5 Altäre. Leicht rechts blicken wir auf den Hauptaltar mit der Muttergottes und dem Jesuskind im Zentrum (15.Jh.), links auf einen der Nebenaltäre mit der Ikone der Schwarzen Muttergottes. Weitere Dekorationsunika der Kirche sind das spätgotische Taufbecken (1522) mit barockem Deckel (re) und die Barockkanzel im Presbyterium (links der Mitte).

The whole room is extraordinarily and medievally sumptuous. Between the years 1641 and 1650 the church was completely reorganized and renewed. The choir was rebuilt, the windows enlarged and the original decorations were painted over with new ones.
The room has 5 altars. Right of mid-picture we see the 15th C main altar with St. Mary and the Christ child in the centre, to the left one of the side-altars with an icon of the Black Madonna. Further extraordinary items of decoration in the church are the Late Gothic baptistry (1522) with a Baroque lid (r) and the Baroque pulpit in the presbytery (left of centre).

 

 

 

Details der Ausmalung, die den gesamten Raum erfasst: links der schlafenden Jakob zu Füßen der Kanzeltreppe, der sich die Himmelsleiter erträumt, und rechts die eindringliche Ermahnung, an den eigenen Tod zu denken ("memorare novissima tua"), um keine Sünden zu begehen.

Some details of the paintings which cover the whole room: on the left Jacob sleeps at the base of the pulpit steps and dreams of the ladder to heaven, and on the right the insistent reminder to “remember thy last end”, ("memorare novissima tua"),, i.e to remember your own mortality as motivation not to commit sin.  

 

 

 

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Am Querbalken unterhalb des Kruzifixes stehen innerhalb girlandengeschmückter Plaketten die Namen der diesjährigen Erstkommunianden.
Die Ornamentalfresken an der Decke gehören zu den ältesten Polychromien der Kirche: Sie werden auf den Anfang des 16.Jh. datiert.

A garland chain with plaques, each with the name of one of this year’s First Communicants, hangs on the horizontal beam below the crucifix.
The ornamental frescoes on the ceiling are among the oldest coloured decorations of the church: they are dated to the beginning of the 16th C. 

 

 

 

Hier ein Detail der farbenprächtigen Deckendekoration. Zwischen Stützbalken und Torbogen wurden auf kleiner Fläche Bildnisse der Evangelisten und Apostel gemalt.

Here a detail of the colourful ceiling decorations. In a small area high on the roof , between a supporting beam and an archway, is a row of paintings of evangelists and apostles.

 

 

 

Von sechs nominierten Unesco-Holzkirchen schaffen wir es, drei zu besuchen: hier also die dritte Kirche, die St.Phillip- und St.Jakobus-Kirche zu Sekowa.
Wie bei den Kirchen zuvor versteckt sich ein riesiges Dach unter noch größeren Bäumen. Aus einem Nebengebäude kommend, spricht uns eine Angestellte an und begleitet uns - mitsamt Schlüssel - zur Kirche. Ihre polnischen Erklärungen verstehen wir nicht, doch am Ende genügt ihr unser Trinkgeld nicht. Sie nimmt sich sämtliche Münzen aus unseren beiden Geldbörsen und ist immer noch nicht zufrieden. Da wir ansonsten nur große Banknoten haben und eine Kommunikation unmöglich ist, lassen wir es dabei.

 
Die Kirche ist jedoch ein Unikum: Im Jahre 1520 erbaut, erlitt sie im ersten Weltkrieg gewaltige Schäden. Österreichisch-ungarische Soldaten brachen große Holzteile heraus, befestigten ihre Schützengräben damit oder entzündeten Feuer. Durch penible Rekonstruktion konnte die feine Silhouette der Kirche wieder hergestellt werden.

Of the six wooden churches named in the Unesco entry we manage to find and visit three. Here is the third, the Church of St. Philip and St. James in Sekowa.
As with the previous churches a high roof is hidden among even higher trees. A lady comes out of a nearby building to meet us and accompanies us - with keys - to the church. We understand nothing of her Polish explanations but at the end she is unhappy with the money we offer. She helps herself to all the coins in both of our purses and still seems unfriendly. As we only have large bank-notes and discussion is impossible we leave it at that.
The church is unique: built in 1520 it suffered bad damage in the 1st WW. Austrian-Hungarian soldiers broke off large pieces of it and used them to build their trenches or for their fires. With careful restoration the church has been given back its graceful silhouette.

 

 

 

Die Pfarrwiese wird gemäht. Voller Stolz präsentieren die beiden Frauen das hübsche Baby unserer Kamera.

The church enclosure is being mowed. Proudly the two women present the baby for our picture.

 

 

 

Auch die Inneneinrichtung der Kirche wurde im ersten Weltkrieg fast komplett zerstört. Erhalten blieb der Hauptaltar vom Anfang des 17.Jh. und ein steinernes Taufbecken von 1522 (re). Hier ist auch die im Jahre 1994 für vorbildlich ausgeführte Sanierungsarbeiten verliehene Medaille "Prix Europa Nostra" zu sehen.

The interior of the church was also almost completely destroyed in the 1st WW. The main altar from the 17th C survived and also a stone baptistry from 1522 (r). The "Prix Europa Nostra" medal awarded in 1994 for exemplary restoration work can also be seen here.

 

 

 

Welch ein phänomenales Dach! Der offene Glockenturm und die umlaufenden Arkaden wurden im 17. Jh. angebaut. Letztere heißen "Soboty", "Samstage"; Sie sollten Kirchenbesucher, die Samstag Nacht aus weit entfernten Dörfern für den Sonntagsgottesdienst eintrafen, vor Wind und Wetter schützen.

Danke an Lonely Planet, Polen, für manche dieser Informationen.

What a phenomenal roof! The open bell-tower and the surrounding verandas were added in the 17th C. The latter are called "Soboty", which means “Saturdays”; they were there to protect churchgoers from wind and weather who arrived on Saturday night from distant villages for the Sunday service.

Thanks to Lonely Planet, Poland, for some of the information here.

 

 

 

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